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Vorweihnachtliche Stimmung herrscht stets auf dem Kraillinger Christkindlmarkt

Christkindlmärkte im Würmtal florieren

„Mehr Bewerber als Buden“

Würmtal  - Wer heuer einen Christkindlmarkt besucht, trifft mancherorts auf eine reduzierte Anzahl von Verkaufsbuden. Immer mehr Vereine haben Probleme, Ehrenamtliche zu finden. Davon ist im Würmtal nichts zu spüren. Was an den völlig unterschiedlichen Herangehensweisen der Gemeinden liegt.

Der gemeinnützige Verein „Martinsrieder Christkindlmarkt“ schafft es auch dieses Jahr, alle 19 Buden auf dem örtlichen Kirchplatz zu besetzen. Grund dafür ist, dass alle ehrenamtlichen Helfer dem Förderverein angehören. Der gesamte Erlös kommt Bedürftigen im Würmtal zugute. „Wir waren noch nie in der Situation, dass wir einen Aufruf machen mussten, weil wir nicht genügend Helfer gehabt hätten“, sagt Karina Kalkühler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Es gebe immer wieder Anfragen kommerzieller Anbieter, die der Verein aber ablehnt.

Auch auf dem Planegger Christkindlmarkt gibt es lediglich einen gewerblich betriebenen Stand. Die restlichen Hütten sind fest in der Hand der örtlichen Vereine. „Der Vorteil unseres Christkindlmarktes ist, dass am Ende alles in einen Topf kommt“, sagt Martin Götz, Leiter des Planegger Ordnungsamtes. Dieses Konzept verhindert finanzielle Ungerechtigkeiten. So würden Essensstände oder der Verkauf von alkoholischen Getränken erfahrungsgemäß deutlich mehr abwerfen als der Verkauf von Christbaumkugeln oder selbstgestrickten Socken. „Dadurch, dass am Ende alle Vereine den gleichen Gewinn machen, ist die Motivation natürlich deutlich größer“, so Götz. Das bemerke er auch in seiner Funktion als Präsident der DJK Würmtal. Dort habe man noch nie Probleme gehabt, ehrenamtliche Helfer zu finden. Zumal der Christkindlmarkt auch immer mit viel Spaß verbunden sei.

Und die Aussicht auf einen beachtlichen Zuschuss dürfte das noch unterstützen. So kann sich jeder Verein, der auf dem Christkindlmarkt vertreten ist, über einen Betrag zwischen 500 und 700 Euro freuen. Hinzu kommt, dass Vereine, im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern, keine Standkosten zahlen müssen.

Die Gemeinde Gräfelfing braucht ebenfalls keine Angst vor fehlendem Engagement zu haben. Weil der dortige Christkindlmarkt rein kommerziell ist, sind erst gar keine Vereine vertreten. Und laut Jan Konarski, Leiter des Bürgerhauses, werden auch die gewerblichen Anbieter so schnell nicht ausgehen: „Wir haben mehr Bewerber als Buden.“

Karin Priehler

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