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Ein Plakat mit Corona-Maßnahmen der Grundschule Martinsried präsentiert Rektorin Margit Baran-Lander. 

Grundschulen

Corona: Jede Menge Sonderregeln

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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Knapp drei Wochen nach Wiedereröffnung normalisiert sich die Situation an den Würmtaler Grundschulen langsam. Nach wie vor gibt es aber viele Sonderregelungen: Jede Klasse ist in zwei Gruppen aufgeteilt, nicht alle fangen um 8 Uhr an. Angebote wie Verkehrsunterricht finden nur teilweise statt.

Würmtal – Wie an anderen Grundschulen, sind etwa an der Neurieder Grundschule alle Klassen „in jeweils eine A- und B-Gruppen so aufgeteilt, dass in keiner Gruppe mehr als 15 Kinder sind“, erklärt Rektorin Pia Rieger. Jede Gruppe hat abwechselnd an einem Tag Unterricht in der Schule und lernt an dem anderen Tag von zu Hause aus. Der Unterricht beginnt für alle Jahrgangsstufen zeitversetzt im Viertelstundentakt. „Die ersten Klassen beginnen um 8 Uhr, die vierten Klassen als Letztes um 8.45 Uhr“, erzählt Rieger. Für jeden Jahrgang gibt es unterschiedliche Treffpunkte an der Schule. „Insgesamt müssen wir auch mehr Frontalunterricht machen als sonst“, sagt Pia Rieger, vor allem in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und HSU.

Der Verkehrsunterricht zum Schuljahresende kann nach anfänglichem Verbot doch noch stattfinden. Neben den praktischen Übungseinheiten wird es auch die Prüfung geben. „Wir hatten großes Glück, dass die Polizei uns noch aufnehmen konnte“, sagt Rieger. Natürlich gibt es für die Schule aber viele Regeln wie das Desinfizieren der Fahrräder zu beachten.

Für jedes Klassenzimmer eine Fluchtür

„Wir haben in unserem Gebäude für jedes Klassenzimmer eine eigene Fluchttür, sodass jede Gruppe einen eigenen Zugang nutzt“, erzählt Margit Baran-Lander, Leiterin der Martinsrieder Grundschule, deren Klassen ebenfalls in Gruppen aufgeteilt sind. Auch in Martinsried herrscht nach wie vor eine Sondersituation: Der klassische Sportunterricht oder Veranstaltungen wie Wandertage können nicht stattfinden, der Verkehrsunterricht hingegen schon. „Wir versuchen, einiges mit Bewegung am Platz im Klassenzimmer zu machen. Bei den Kindern entstehen durch das Abstandhalten neue und interessante Spielkulturen“, erzählt Baran-Lander. Auch Singen ist mit Abstand wieder erlaubt. Insgesamt achtet die Grundschule sehr auf das Einhalten aller Corona-Regeln wie dem Händewaschen.

Auch die Zeugnisse am letzten Schultag werden in Gruppen ausgegeben. „Die Kinder sind bei den Regeln oft besser als wir Erwachsene und wissen natürlich von zu Hause schon vieles. Nur einige wenige haben wegen dem Virus und der Ausnahmesituation Angst und psychische Probleme“, sagt Margit Baran-Lander. Diesen Kindern versucht die Schule zu helfen.

Singen zu HSU

Auf die Hauptfächer Deutsch, Mathe und HSU hat auch die Kraillinger Grundschule derzeit einen Fokus. „Wir versuchen aber gerade auch jetzt, einen fächerübergreifenden, ganzheitlichen Unterricht zu machen“, sagt Rektorin Alexandra Helfrich. So singen die Kraillinger Schüler etwa zu einem HSU-Thema ein Lied oder malen ein Bild, um auch die musischen Fächer nicht völlig zu vernachlässigen. Der Unterricht sieht aufgrund der Corona-Regeln etwas anders aus als sonst. „Unsere Lehrer versuchen aber schon, zum Beispiel einen Sitzkreis mit dem nötigen Abstand zu machen“, erzählt Helfrich. Dafür werden teils auch große Räume der Grundschule wie die Aula genutzt, bei schönem Wetter die Außenflächen.

Im Schulhaus sind die Wege entsprechend der „Einbahn-Regelungen“ gekennzeichnet, der Unterricht beginnt in verschiedenen Gruppen zeitversetzt. „Natürlich wurde in den Klassen auch die allgemeine Situation besprochen und was die Kinder für Erlebnisse hatten“, sagt Alexandra Helfrich. Die wichtige Übung zum toten Winkel kann im Rahmen des Verkehrsunterrichts zwar stattfinden. Für die Prüfung gab es aber keine Polizei-Kapazitäten mehr.

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