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Horst Seehofer hat an der Würm viele Unterstützer in der eigenen Partei.

Unterstützung bei der Wahl 2018

CSU-Politiker im Würmtal für Seehofer

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Will CSU-Chef Horst Seehofer nun doch über 2018 hinaus bayerischer Ministerpräsident bleiben? Es sieht so aus. Und  Würmtaler CSU-Politiker würden dies gar nicht schlecht finden.

Würmtal– „Seehofer denkt wohl, dass er noch nicht mit allem fertig ist und noch etwas erledigen muss“, glaubt etwa die Neurieder CSU-Chefin Marianne Hellhuber. „Er meint wohl, manche Sachen noch zu Ende bringen zu müssen, man denke etwa an den Streit mit Angela Merkel.“ Eine erneute Kandidatur Seehofers sehe die Neuriederin daher positiv: „Er ist ein guter Landesvater, Bayern steht sehr gut da“, so Hellhuber. Auch der neue Wahlslogan „Bayern zuerst“, der an US-Präsident Donald Trumps „America first“ erinnert, sei ein richtiges Motto. Eine Neuregelung des Länderfinanzausgleichs, bei dem Bayern am meisten einzahlt, solle genauso Thema der CSU im Wahlkampf werden „wie die Asyl-Frage und die Maut“, meint Hellhuber.

Horst Seehofer hatte in den letzten Jahren immer wieder öffentlich ausgeschlossen, bei den Bayerischen Landtagswahlen 2018 erneut zu kandidieren. Auch wollte er bis zu diesem Zeitpunkt den CSU-Vorsitz niederlegen. Seit einigen Monaten häufen sich aber Äußerungen, dass er doch erneut kandidieren möchte. Mitte April möchte er seinen Entschluss bekannt geben. Viele Beobachter glauben, Seehofer wolle mit seiner wahrscheinlichen Kehrtwende Finanzminister Markus Söder als nächsten Ministerpräsidenten verhindern.

„Ich glaube aber nicht, dass seine Entscheidung wirklich daran liegt“, sagt der 2. Bürgermeister von Gräfelfing, Peter Köstler (CSU). „Söder kriegt seine Chance dann halt zwei Jahre später“, glaubt Köstler. „Wenn nicht Karl-Theodor zu Guttenberg plötzlich wieder auftauchen sollte, gibt es ja fast keine anderen Namen.“ Gegen eine erneute Kandidatur Seehofers „spricht nichts“, meint Köstler. „Er ist schließlich gesundheitlich gut beieinander.“ Bei der kommenden Bundestagswahl wäre die CSU zudem „nicht so schlecht beraten, mit Joachim Herrmann einen Innenpolitiker“ als Listenführer aufzustellen. „Dies ist nicht nur zur Zeit ein wichtiges Thema“, meint Köstler. Und auch eine Rückkehr Guttenbergs wäre „nicht schlecht, er ist ein guter Mann“, sagt der Gräfelfinger.

Horst Seehofer wird wohl deshalb weitermachen, weil „er ansonsten jetzt keinen geordneten Übergang erkennen kann“, glaubt der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Planegger Gemeinderat, Michael Book. „Wenn man sich für unersetzlich hält, kann das zwar nach hinten losgehen wie beim früheren Bundeskanzler Helmut Kohl“, meint Book. Andererseits wisse man bei Seehofer, „was man hat“. Es sei zudem leichter, einen neuen Ministerpräsidenten inmitten einer Legislaturperiode zu nominieren und dann aufzubauen, als einen komplett neuen Mann gleich in eine Landtagswahl zu schicken, glaubt Book.

Themen der CSU in beiden Wahlkämpfen sollten Steuern und Finanzen werden – „wenn wie jetzt Geld übrig ist, sollte man das den Leuten auch zurückgeben beziehungsweise erst gar nicht abnehmen“. Außerdem sollte man die Zuwanderungspolitik thematisieren. Book: „Wir können nicht die ganze Welt aufnehmen und unser Land nicht überfordern, gleichzeitig halte ich eine starre Obergrenze ebenfalls für falsch.“

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