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Übergabe von mehr als 10 000 Unterschriften: Andreas Haagner (BI Neuried), Christoph Keller (BI Germering), Christian Haugg, Anette Kitzmann-Waterloo, Bela Bach, Nicole Neubauer (BI Neuried), Bürgermeister Harald Zipfel, Astrid Pfeiffer, Landrat Christoph Göbel und Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche (v.li.).

Stellungnahme im Raumordnungsverfahren

Dickwiese: Kreisräte lehnen Kiesabbau ab

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Auch der Landkreis München lehnt Kiesabbau auf der Planegger Dickwiese ab. Das Vorhaben sei „nicht raumverträglich“, so der einstimmige Beschluss des Kreistags-Ausschusses für Energiewende, Landwirtschafts- und Umweltfragen.

Würmtal/München – Die Gräfelfinger Bernhard Glück Kies-Sand-Hartsteinsplitt GmbH möchte im Planegger Holz im Bereich der Dickwiese sukzessive auf 24,4 Hektar Kies abbauen und das Gelände anschließend wiederaufforsten. Da es sich dabei weder um ein Vorrang-, noch Vorbehaltsgebiet handelt, stieß die Regierung von Oberbayern ein Raumordnungsverfahren an. Die betroffenen Kommunen Planegg, Krailling, Gräfelfing und Germering lehnten die Pläne ab, parallel dazu formierte sich Widerstand der Bürger. Vor der Ausschusssitzung am Dienstag überreichten die Initiatoren von „Rettet den Würmtaler Wald!“ Landrat Christoph Göbel sechs Aktenordner mit mehr als 10 000 Unterschriften, die einen Stopp von Kiesabbau im Planegger Holz, aber auch in Forst Kasten fordern.

Im Raumordnungsverfahren geht es zunächst darum, ob das Projekt raumverträglich ist. Sollte die Regierung von Oberbayern zu dieser Ansicht kommen, folgt ein Genehmigungsverfahren. Kiesabbau auf der Dickwiese, so Göbel im Ausschuss, sei für sich alleine genommen „juristisch durchaus raumverträglich. Das ist das Problem.“ Im Zusammenhang mit dem Vorranggebiet 804 im Forst Kasten, das sich im Eigentum der Heiliggeistspital-Stiftung befindet, ergibt sich eine andere Situation: „Zwei großflächige Abbaugebiete sind hinsichtlich der Auswirkungen auf Natur- und Landschaftsschutz sowie die Erholungsfunktion des Raumes nicht raumverträglich“, so die Sitzungsvorlage.

Unterirdisches Förderband als Argument für Vorranggebiet in Forst Kasten

Als 2013 der Regionalplan fortgeschrieben wurde, war Göbel selbst noch Gräfelfinger Bürgermeister. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen aus Planegg, Annemarie Detsch, und Neuried, Ilse Weiß, sowie seiner Vorgängerin im Landratsamt, Johanna Rumschöttel, habe man um Regelungen für den Kiesabbau gerungen und sich schließlich auf die Fläche im Forst Kasten geeinigt. „Die Dickweise ist bewusst kein Vorranggebiet, weil für uns der Abtransport des Kies durch das unterirdische Förderband der Firma Glück sehr wichtig war.“

Dass bei der Ausschreibung einer 9,5 Hektar großen Fläche durch die Stiftung nun Glück ausgeschlossen ist, ist für Göbel als Chef der Genehmigungsbehörde Landratsamt problematisch: „Wir sähen es rechtlich sehr kritisch, wenn ein Unternehmen im 804 Kies abbaut, das auf Lkw angewiesen ist. Wir sähen Schwierigkeiten, Genehmigungen auszusprechen, wenn diese nicht verträglich sind mit anderen Nutzungen im Forst Kasten.“

Der Ausschuss verweist nun auf den ausführlichen Prozess der Regionalplanung und der Ausweisung der Kiesvorranggebiete und dass eben die Dickwiese nicht dazu gehört. Da das Vorranggebiet 804 besteht, wird der Abbau auf der Dickwiese als nicht raumverträglich angesehen. Göbel warnte davor, wie von Ingrid Lenz-Aktas (SPD) angeregt, die Verquickung mit dem Vorranggebiet aufzugeben. „Wer das tut, relativiert das Argument und verhilft dem Kiesabbau im Planegger Holz zur Verwirklichung.“ Christoph Nadler (Grüne) resümierte: „Wenn es uns heute nicht möglich ist, beide Kiesabbaugebiete zu verhindern, sollten wir wenigstens die Dickwiese verhindern.“

Die Firma Glück sieht die Dickwiese als existenziell fürs Unternehmen an.

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