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Arbeitsspaß trotz Kleidervorschrift: Im Rathaus Neuried ist ab sofort Einheitskleidung angesagt. Davon lassen sich die Mitarbeiterinnen Johanna Johna (l.) und Inke Franzen sowie Bürgermeister Harald Zipfel aber nicht die Stimmung verderben.

Gemeinden schlagen zum 1. April neue Wege ein

Ein denkwürdiger Tag

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Katzensteuer, Einheitskleidung und Regeln, an die sich die Biber an der Würm halten sollen: Pünktlich zum 1. April häufen sich die Meldungen aus den Würmtaler Rathäusern über anstehende Neuerungen.

Planegg – Geld kann die Gemeinde Planegg immer gut gebrauchen. Ob es nun um die Tilgung von Kosten für das Kulturforum geht, das Auffangen des Defizits der Musikschule oder die Finanzierung des ersehnten Kunstrasenplatzes für die DJK Würmtal. Bürgermeister Heinrich Hofmann kündigt nun an, einen neuen Weg einschlagen, um die Gemeindekasse zu füllen: Planegg soll als erste Gemeinde in Deutschland eine Katzensteuer einführen.

Eine Umfrage unter Planegger Tierärzten habe ergeben, dass 2500 Katzen in Planegger und Martinsrieder Haushalten lebten, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Bei den angedachten 40 Euro Steuern hätte die Gemeinde folglich 100 000 Euro mehr im Jahr zur Verfügung. „Katzenpfoten sponsern Kultur und Sport“ könnte das Motto lauten, so die Gemeinde. In einer außerordentlichen Abstimmung per E-Mail am Samstag, 1. April, will sich Hofmann jetzt eine Mehrheit im Gemeinderat sichern. Im Optimalfall könnte die Katzensteuer im Juni in Kraft treten.

Auf andere Tiere hat es derweil der Bürgerverein Gräfelfing-Lochham (BVGL) abgesehen. So erklärte Gemeinderat Günter Roll in einem offiziellen Antrag: „Bei einem Spaziergang an der Würm ist mir aufgefallen, dass die Biber sich nicht an die Baumschutzverordnung halten.“ Bäume würden angenagt und gefällt, was „im Interesse der Gleichbehandlung aller Gräfelfinger Bewohner nicht länger tolerierbar“ sei.

Der BVGL bat daher die Verwaltung darum, eine Biberbaumschutzverordnung auszuarbeiten. Diese solle – mit Unterstützung des Bund Naturschutz – in „biberisch“ verfasst und entlang der Würm ausgehängt werden, damit die Nager sie auch zur Kenntnis nehmen. Eine mögliche Konsequenz bei Nichtbeachtung der Verordnung hat Roll ebenfalls bereits parat: Wohnungskündigung.

In Neuried gibt es ein ganz anderes Problem. Jetzt, da die jackenlose Zeit beginnt, wüssten Besucher des Rathauses oftmals nicht, wen sie auf dem Flur ansprechen sollen. Mitarbeiter seien schwer zu erkennen. Um Abhilfe zu schaffen, führt die Gemeinde nun für ihre Angestellten eine einheitliche Arbeitskleidung ein. Ab Samstag, 1. April, sind die Mitarbeiter verpflichtet, mit hellblauem Oberteil und dunkelblauem Unterteil bei der Arbeit zu erscheinen. Damit möchte die Gemeinde den Bürgern entgegenkommen. Um Verwechslungen restlos auszuschließen, werden Besucher des Rathauses gebeten, ab sofort von dieser Kleider-Kombination abzusehen.

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