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Die Einbahnregelung bleibt: Autos dürfen in der Pasinger Straße zwischen Schlosswirtschaft und Schlossmauer weiter nur nach Süden fahren.  

Einbahnregelung in der Pasinger Straße bleibt bestehen

Krailling fehlen die Argumente

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Wer aus Richtung Krailling mit dem Auto nach Norden will, muss Umwege in Kauf nehmen – wegen eines Stückes Einbahnstraße in Planegg. Das hätte die Gemeinde Krailling gerne geändert. Doch Planegg will nicht. Und Krailling fehlen die Argumente.

Würmtal – Gut ein Jahr ist es her, dass Krailling mit der Bitte an die Nachbargemeinde Planegg herangetreten ist, doch möglichst die Pasinger Straße durchgängig in beide Richtungen befahrbar zu machen. Das, so die Annahme, würde helfen, Autoverkehr aus der Kraillinger Ortszentrum herauszubringen. Doch diese These lässt sich offenbar nicht halten.

Und so bleibt die Staatsstraße 2063 auf dem Stück, auf dem sie sich zwischen alter Schlosswirtschaft und Schlossmauer hindurchquetscht, Einbahnstraße. Autofahrer aus Richtung Gauting und Krailling müssen weiter einen Umweg über die Bahnhofstraße oder die Germeringer Straße in Planegg in Kauf nehmen, wenn sie auf die Pasinger Straße in Richtung Gräfelfing und Pasing wollen.

„Es hätte schon Vorteile, wenn die Pasinger Straße auch zwischen der Einmündung Amtmannstraße und Kreuzung Bahnhofstraße in beiden Richtungen befahrbar wäre“, sagt Stephan Gruber. Er ist beim Staatlichen Bauamt Freising zuständig für die technische Straßenverwaltung im Landkreis München. So könnte man in diesem Zusammenhang an der Kreuzung von Bahnhofstraße und Pasinger Straße die Ströme von Autos, Fußgängern und Radfahrern neu ordnen. Auch für die Einmündung der Bahnhofstraße in die Münchner Straße – gerade an dieser Stelle müssen Autofahrer oft lange warten – wäre eine Verbesserung möglich.

Es gebe beim Staatlichen Bauamt auch entsprechende Bestrebungen, an diesen im Zusammenhang zu betrachtenden Stellen Änderungen vorzunehmen, sagt Braun. Das verfolge man derzeit zwar nicht aktiv, würde sich aber nicht in den Weg stellen.

Die Initiative für eine Veränderung müsste von der Gemeinde Planegg kommen. Und die zeigt derzeit kein großes Interesse. „Es gibt Straßenbereiche, die dringenderen Handlungsbedarf erfordern“, sagt Planeggs Rathaus-Geschäftsleiter Stefan Schaudig. Die Straßen liefen nun einmal überall in der Region voll, und Eingriffe an einer Stelle hätten Folgen an anderer Stelle. Ein Vorgehen nach dem Floriansprinzip halte er nicht für angebracht. Und scheinbar sind die aus Krailling vorgebrachten Argumente noch nicht einmal so stichhaltig wie gedacht.

Im November 2016 hatte die FDP im Kraillinger Gemeinderat einen Antrag eingebracht, die Gemeinde möge Planegg um die Aufhebung der Einbahnregelung in der Pasinger Straße ersuchen. Denn um sich den Umweg durch Bahnhofstraße oder Germeringer Straße zu sparen, würden viele Autofahrer nicht auf der Staatsstraße durch Krailling fahren. Sie würden stattdessen auf der Margaretenstraße mitten durchs Ortszentrum nach Norden fahren, um dann von Westen auf die Pasinger Straße zu gelangen.

Der Antrag der FDP wurde angenommen, man fragte bei der Gemeinde Planegg nach, die sich an das zuständige Staatliche Bauamt wandte. Im Mai 2017 traf man sich zu einem Ortstermin und stellte erwartungsgemäß fest, dass die Sache kompliziert ist.

„Auf öffentlichem Grund fehlen die nötigen Flächen“, sagt Stephan Braun vom Staatlichen Bauamt. Einer wirklich guten Lösung stehe die alte Schlosswirtschaft im Weg, auf jeden Fall aber müsste man private Flächen erwerben. „Der Grunderwerb ist der gordische Knoten“, bekräftigt Braun. Die Eigentümer wollen die verfallene Schlosswirtschaft gerne abreißen, das aber erlaubt der Denkmalschutz bisher nicht. Man beschloss, Krailling solle eine Verkehrsuntersuchung in Auftrag geben, bevor man tiefer in die komplizierte Problematik einsteige.

Im Herbst 2017 fand dann an einem Werktag eine große Verkehrsbefragung in der Margaretenstraße statt. Mithilfe der Polizei hielt man morgens, mittags und abends insgesamt fast 1400 Autofahrer an. Über die Hälfte machte laut Gemeinde auch Angaben zu Herkunft und Zielort.

Die genauen Ergebnisse hat die Gemeinde Krailling bisher nicht veröffentlicht, aber es lasse sich aus den Zahlen „nicht ableiten, dass es einen nennenswerten Durchgangsverkehr“ gebe, der durch eine Veränderung auf der Pasinger Straße aus dem Ortszentrum herauszubekommen wäre, sagt Kraillings Bauamtsleiter Helmut Mayer. Der Verkehr auf der Margaretenstraße sei durchaus interner Verkehr. Er fürchte, sagt Mayer, für die Forderung nach einer Aufhebung der Einbahnregelung in der Pasinger Straße sei die Basis nicht da.

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