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Noch tragen nicht alle Sträucher Früchte: Aber für ein paar Schüsseln voll Erdbeeren reicht es schon. Katharina Räß mit Tochter Julia und Erich Hitz mit Enkel Dominik und Dominiks Mama Sonja Hitz auf einem Feld bei Frohnloh.

Die Erdbeer-Ernte kann beginnen

Lange standen die Zeichen nicht gut für die Erdbeerfelder im Würmtal. Doch das Wetter der letzten Wochen hat es herausgerissen. Jetzt kann geerntet werden.

Würmtal – Schnee im April und sogar noch im Mai. Regen an Pfingsten. Wie sollen bei diesen Wetterverhältnissen die Erdbeeren reifen und ihr unverwechselbares Aroma bekommen, fragten sich die Erdbeerbauern im Würmtal bis vor wenigen Tagen. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, meint Renate Eberle jetzt. Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann Siegfried Eberle Erdbeerfelder in Frohnloh und Buchendorf bei Gauting. Obwohl die Eberles ihre Felder nicht mit Vlies-Folien abdeckten, richtete der Kälteeinbruch keine großen Schäden an. „Man muss der Natur ihren Lauf lassen“, betont die Besitzerin. So beginnt die Erdbeersaison in diesem Jahr eben eine Woche später.

Seit ein paar Tagen können die Erdbeeren geerntet werden. Bisher sind zwar nur rund 20 Prozent der roten Früchte reif. Dennoch besuchen schon jetzt 100 Kunden pro Tag die Felder. Während der Hochsaison sind es sogar bis zu 400 Besucher täglich. Der Ausblick für die kommenden Erdbeerwochen sieht vielversprechend aus. Das Ehepaar Eberle freut sich über das aktuelle „Erdbeer-Wetter“. Ein paar warme Tage und dazwischen einige Regenschauer, da lacht das Erdbeerbauern-Herz. Die Früchte reifen schnell, und das Aroma wird besonders gut.

„Auf dem Feld sind alle Altersschichten beim Ernten vertreten“, erzählt Renate Eberle. „Ein Ehepaar pflückt seit 40 Jahren bei uns. Nun können sie nicht mehr selbst fahren, deshalb kommen die beiden mit dem Taxi. Da geht einem das Herz auf!“ Für das wundervolle Aroma, das es nur wenige Wochen im Jahr gibt, ist vielen Menschen eben kein Weg zu weit oder zu beschwerlich. Ein Kilo Erdbeeren vom Eberle Feld kostet 3,90 Euro, wer nicht selbst pflücken will, zahlt 5,90 Euro.

Wilhelm Storz pflegt ein halbes Dutzend Erdbeerfelder. Seine Erdbeerkulturen finden sich im Würmtal in Martinsried, Neuried und Krailling. Wie schon im letzten Jahr sind auch heuer wieder viele Früchte erfroren. „Am 20. und 21. April war es ungewöhnlich kalt. Obwohl die Erdbeeren mit Vlies abgedeckt wurden, sind starke Frostschäden entstanden“, erklärt Wilhelm Storz. Er hofft trotzdem auf eine gute Ernte in diesem Sommer. „Wenn der Behang nicht so stark ist, werden die Pflanzen oft größer.“

Früher dauerte eine Erdbeersaison rund vier Wochen. Heutzutage werden sowohl frühe als auch späte Sorten angepflanzt. So kann die Erntezeit auf bis zu sechs Wochen ausgedehnt werden. Storz verwendet beispielsweise die frühe holländische Sorte „Rumba“. Später reifen dann die Erdbeeren der Sorte „Sonata“. „Ich baue nur Sorten an, die mir selbst schmecken“, sagt er und lacht. Auch hier bekommt man ein Kilo für 3,90 Euro.

Wilhelm Storz übt den Beruf des Erdbeerbauen seit 40 Jahren aus. Die Wettersituation ist heutzutage extremer, sagt er: entweder lange Trockenperioden oder Dauerregen. Sein Motto lautet deshalb: „Der Erdbeerbauer ist Kummer gewohnt und lebt von der Hoffnung, „dass die nächste Saison besser wird.“ Aber trotz allem kann auch dieses Jahr noch ein ganz ordentliches werden.

Sabrina Graf

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