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Angeregte Gespräche auf dem Podium führten (v.li.) Uta Römer, Rosemarie Zacher, Rainer Munzert, Susanne Mitterer, Franz Mang alias Robespierre sowie Heino Freiberg.

Künstler und Kreative im Würmtal

Kultur und Kommerz verbinden

„Kreativ erfolgreich im Würmtal“ – das erste Netzwerktreffen der Kreativ-Wirtschaft war ein voller Erfolg. Mehr als 100 Besucher drängten zur Podiumsdiskussion in die Remise im Gautinger Schlosspark.

WürmtalDie Gautinger Remise platzte aus allen Nähten. Zum ersten Netzwerktreffen von Vertretern aus Kunst und Kreativ-Wirtschaft waren mehr als 100 Menschen aus dem Würmtal aus den Branchen Kunst, Musik, Design, Architektur, Medien, Film, Kunsthandwerk und Werbung nach Gauting gekommen. Kreative seien nicht nur Ideengeber der Kultur und gesellschaftlicher Entwicklung, sondern auch „ein wirtschaftliches Schwergewicht“ im Würmtal, betonte Gautings Bürgermeisterin. „Enorme fachübergreifende Strahlkraft“ hätten die kreativen Köpfe aus Gauting, Neuried, Krailling, Planegg und Gräfelfing, freute sich Brigitte Kössinger über die erste Würmtaler „Roadshow“ der Metropol-Region München. Auch ihre Kollegen Harald Zipfel, Heinrich Hofmann und Uta Wüst waren bei der Auftaktveranstaltung mit von der Partie.

„Wenn es wirtschaftlich, unternehmerisch wird“ und die Kreativen davon leben, „dann sind wir zuständig“, erläuterte Moderatorin Susanne Mitterer, stellvertretende Leiterin des Kompetenzteams Kultur- und Kreativ-Wirtschaft der Landeshauptstadt. Nach Paris rangiere die Kreativ-Wirtschaft der Metropolregion München europaweit auf Platz zwei – mit 23 Milliarden Jahresumsatz. Doch weil die Branche eine schwache Lobby habe, sei es nicht einfach, davon zu leben: Die vielen Kleinstunternehmer erwirtschafteten im Durchschnitt einen Jahresumsatz von 17 500 Euro. Mit dabei seien auch Minijobber. „Doch wir leben in einer innovativen Wissensgesellschaft“, sagte Mitterer. Deshalb müssten die Kreativen mit ihren Erfindungen wie Apps gefördert und wertgeschätzt werden.

Wie das in der Wirklichkeit aussieht, erläuterten die Würmtaler auf dem Podium. Wie der Meister Eder mit seinem Pumuckl, sagte die Gautinger Künstlerin Rosemarie Zacher, hüpfe sie in ihrer Werkstatt zwischen Illustration, Malerei, Schule der Fantasie, zwischen Buchhaltung und Auftragsakquise hin und her. Es sei „äußerst schwierig“ alle Pfähle ihres Pfahlbaus zu bedienen, bekannte die verheiratete Mutter einer Tochter. Berater Jürgen Enninger, der Leiter des Münchner Kompetenzteams, habe ihr den Einzelkämpfer-Job inzwischen erleichtert, dankte Künstlerin Zacher.

Trotz Konkurrenz in der Branche sei für ihn Netzwerken ganz wesentlich, betonte der Gräfelfinger Werbekaufmann, Graphiker und Fotograf Rainer Munzert. „Wir sind für Unternehmen Brückenbauer“, erläuterte Kunsthistorikern Uta Römer von der Planegger Kunstleasing und Art Consulting ihr Geschäftsmodell. Unternehmen oder Arztpraxen, die ihre geleasten Kunstwerke aufhängen, brächten auch neue Kontakte. Wer davon leben müsse, könne Kunst nicht umsonst anbieten, sagte Uta Römer.

„Unser Label ECM Records ist der Erfolg“, erklärte Vertriebschef Heino Freiberg aus Gräfelfing. Für Klassik und Jazz auf hohem Level habe sein Unternehmen ein „gelungenes Medienfeedback“, denn: „Qualität setzt sich durch.“

Nur zweigleisig hat der Neurieder Franz Mang alias „Robespierre“ wirtschaftlich überlebt. „Am Wochenende trat ich in Radio-Shows auf“, sagte der Rock-Sänger, und werktags habe er bis zu seiner Pensionierung als Lehrer unterrichtet. Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann bot „Robespierre“ gleich einen Auftritt an – für das zuvor auf dem Podium gegeißelte „Taschengeld“.

Christine Cless-Wesle

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