+
Gefragte Experten, nicht nur bei Schul- und Erziehungsproblemen: Das Team der AWO-Beratungsstelle Planegg um Leiterin Monika Koch (3. v. links).

Jahresbericht 2016 der AWO Planegg

Gefragte Helfer bei Familienproblemen

  • schließen

Die AWO-Beratungsstelle in Planegg hat viel zu tun. Die Zahl der ratsuchenden Familien nimmt weiterhin zu.

Würmtal – Immer mehr Würmtaler Kinder, Jugendliche, Familien und junge Erwachsene suchen bei der Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Planegg Rat und Hilfe. Im Jahr 2016 waren insgesamt 389 Kinder und junge Menschen bei der Beratungsstelle angemeldet, rund zehn Prozent mehr als 2015. 158 Würmtaler meldeten sich im vergangenen Jahr komplett neu an. Andere setzten frühere Beratungen fort oder nahmen diese wieder auf. Insgesamt erreichte die Planegger Beratungsstelle 2016 1048 Menschen, Eltern, andere Familienangehörige sowie weitere Menschen aus dem sozialen Umfeld der Kinder mit eingerechnet.

„Mein Kind folgt überhaupt nicht“, „Mein Sohn macht immer noch ins Bett“, „Wie soll es nach der Trennung mit den Kindern weitergehen?“, „Mein Sohn sitzt nur noch am Computer“: Diese und andere Gründe geben die Eltern an, wenn sie ihre Kinder bei der Beratungsstelle anmelden. Die häufigsten Anlässe seien Probleme bei den „familiären Beziehungen, der Partnerschaft sowie im Leistungsbereich, Auffälligkeiten im emotionalen Bereich und im Sozialverhalten“, heißt es im Tätigkeitsbericht der AWO-Beratungsstelle Planegg für das Jahr 2016. „Das Thema Trennung und Scheidung nimmt auch großen Raum ein“, sagt die Leiterin der Beratungsstelle, Monika Koch. Trennen sich Eltern, kann dies schnell erhebliche Konsequenzen für die Kinder haben. 34 Prozent der Familien, die 2016 zur Beratung kamen, waren von Scheidung oder Trennung betroffen.

Viele Familien leiden auch „unter dem Leistungsdruck in Bezug auf schulisches und berufliches Weiterkommen“, sagt Monika Koch. Dazu käme, dass viele Menschen „heute schneller bereit sind, sich an eine Beratungsstelle zu wenden“, erklärt Koch. Dies könne die steigenden Zahlen ebenfalls erklären. Oft empfehlen auch Kindergarten, Hort, Schule, Ärzte oder andere Therapeuten die Beratung bei der AWO.

Das Angebot der Psychologen und Sozialpädagogen umfasst unter anderem Gespräche mit gemeinsamer Lösungssuche, psychologische Diagnostiken sowie Beratungen für Eltern und Kinder. Im Rahmen des Projekts „Zeit für Kinder im Würmtal“ verbringen Ehrenamtliche Zeit mit den Kindern und entlasten so die Eltern.

Die AWO beriet 2016 in Planegg vor allem Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren (40 Prozent) und von elf bis 14 Jahren (30 Prozent). Mit 155 kamen die meisten der Kinder und jungen Menschen in Beratung aus Planegg. 136 kamen aus Gräfelfing, 76 aus Neuried und 17 aus Krailling. Auch drei Flüchtlingsfamilien wurden beraten. Mehr als die Hälfte der 176 im vergangenen Jahr beendeten Therapien und Beratungen dauerten weniger als drei Monate. Nur 23 dieser Kinder und Jugendlichen waren länger als ein Jahr bei der AWO in Beratung.

Die Fachstelle ist vor allem für Planegg, Gräfelfing und Neuried zuständig. Das Angebot der Psychologen und Sozialpädagogen ist kostenlos. Alle Gemeinden zahlen freiwillige Zuschüsse an die Stelle. Den Großteil finanziert der Landkreis München, dazu kommen Spenden. „Die Gemeinde Krailling zahlt ebenfalls einen freiwilligen Zuschuss, sodass wir eine begrenze Zahl von Familien aus Krailling mitbereuen können“, sagt Monika Koch.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Buntes Treiben unterm Zeltdach
Einmal Zirkusluft schnuppern – das dürfen derzeit Kinder in Stockdorf. Im Rahmen des Ferienprogramms üben sie sich eine Woche lang im Jonglieren, versuchen sich im …
Buntes Treiben unterm Zeltdach
Kabelschaden auf der Umleitung
Die vom Stromausfall der letzten Woche betroffenen Wohngebiete hängen an einer Notversorgung. Die sofortige Reparatur des Schadens hätte erhebliche Auswirkungen auf den …
Kabelschaden auf der Umleitung
Schnelle Hilfe dank geschickter Planung
Anders als in Teilen Bayerns können die Rettungsdienste im Würmtal die gesetzlichen Hilfsfristen noch einhalten – trotz zunehmend schwieriger Umstände.
Schnelle Hilfe dank geschickter Planung
Auto auf M 4 von Baum begraben
Der Sturm, der am Freitagabend über das Würmtal fegte, hielt die Feuerwehren auf Trab. Keller liefen voll, und auf der Kreisstraße M 4 stürzte ein Baum auf ein Auto.
Auto auf M 4 von Baum begraben

Kommentare