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Fleißige Ritter: Bernd Ulshöfer, Thomas Hickel (vorne v.li.), Nik Wied, Markus Stadler, Benni Wegele, Sophia Gallant und Robert Schüder (hinten v.li.) werkeln an ihrer Burg für den Würmtaler Faschingzug. 

Würmtaler Faschingszug

Eine Ritterburg geht auf Reisen

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Der Würmtaler Faschingsumzug ist grundsätzlich startklar. Ein paar Hürden sind allerdings noch zu nehmen, bis er sich an diesem Sonntag in Bewegung setzen kann.

Würmtal – Für die Planegger Polizeiinspektion ist es nach Sturm Sabine und der Münchner Sicherheitskonferenz bereits das dritte Wochenende in Folge, an dem mehr als der übliche Dienst anfällt. Denn ganz ohne Polizeischutz kommt der Faschingsumzug, der am Sonntag durch Krailling und Planegg ziehen wird, nicht aus. Schließlich beteiligen sich insgesamt 37 Gruppen an dem Gaudiwurm. Die meiste Arbeit aber leisten Ehrenamtliche. Allen voran Organisator Matthias Niedermair. Und der stöhnt. Immerhin: Sein Roller ist repariert. „Der lauft wie der Teifi.“ Und der „Club der 99 Narrischen Würmtaler“ hat letztlich doch zugesagt, mitzumachen.

Beides stimmt Niedermair glücklich. Dafür sagte ihm am Dienstag die Gilchinger Blasmusik ab. „Da sind so viele krank, die können nicht spielen.“ Und der Mann vom TÜV, der mit ihm alle teilnehmenden Wagen auf ihre Sicherheit hin prüfen sollte, fliegt am Freitag in den Urlaub in die Türkei. „Ohne TÜV geht’s auch. Ich weiß auch, was Sache ist.“

TÜV-Prüfer gesucht

Matthias Niedermair organisiert den Zug seit dem Jahr 1989. Lieber wäre ihm aber, er wäre aus der Verantwortung entlassen. Also sucht er noch einen TÜV-Prüfer, den er am Freitag und Samstag zu allen Verstecken führen kann, an denen in den vergangenen Wochen hart an den Wagen gearbeitet wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Gräfelfing beispielsweise bastelt seit zwei Wochen. „Was die wieder machen, das ist der Wahnsinn“, lobt Niedermair deren Engagement. In ihrer Waschhalle verwandeln sie aktuell eine sogenannte Schuttmulde in eine Ritterburg. „Wir haben den Anspruch, einen der schönsten Wagen zu bauen“, sagt der Sprecher der Feuerwehr Thomas Hickel. Das habe schließlich Tradition. Zuletzt habe die Feuerwehr ein Piratenschiff konstruiert, davor eine Postkutsche. „Aus der Politik halten wir uns raus. Wir wollen nicht politisch sein“, sagt er. Am Freitag werde die Mulde, also die Ritterburg, auf einen Lastwagen gezogen. Dann müsse auch dieser noch verkleidet werden. Es gibt also noch zu tun.

Doch nicht nur an den Wagen wird gewerkelt. „Die Reservisten-Damen sind super“, sagt Niedermair. Die 14 Frauen hätten sich alle selber Kostüme genäht. Vielmehr verrät er aber nicht. Die Zuschauer sollen sich überraschen lassen.

Gemeinden stellen 11000 Euro bereit

Damit am Sonntag alles glatt läuft, haben die Gemeinden Planegg und Krailling insgesamt rund 11 000 Euro bereitgestellt. Die Kosten für die Bauhofmitarbeiter, die unter anderem die Absperrgitter aufstellen und den Müll wegräumen, seien nicht eingerechnet, erklärt die Sprecherin der Gemeinde Planegg, Martina Sohn. Allein 3400 Euro koste es, die Absperrgitter zu leihen.

„Grundsätzlich ist das Sperren der Straßen die Sache der Gemeinden, dafür braucht es keine Polizei“, sagt der Leiter der Planegger Polizeiinspektion Thomas Sorgalla. Das Spitzenfahrzeug des Faschingsumzuges stelle die Polizei aber, und auch die großen Straßen wie die Pentenrieder oder die Bahnhofstraße sperre die Polizei. Weiteres übernehmen wieder Ehrenamtliche. Das Bayerische Rote Kreuz begleite den Zug mit fünf bis sechs Gruppen à drei Leute, erklärt Niedermair. Und auch das Schlusslicht ist ein Fahrzeug des BRK.

Die Polizei will im Hintergrund wirken. „Wenn man bei einem Fußballspiel den Schiedsrichter nicht merkt, dann hat er gut gepfiffen“, sagt Sorgalla. „Für uns bietet der Faschingsumzug eine ganz nette Möglichkeit, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.“

Beim letzten Gaudiwurm 2018 gab es auf dem Planegger Marktplatz auch eine Almhütte.

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