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Eng geht es zu in der Lärchenstraße in Gräfelfing, über die die Umleitung zum Wasserbogen verläuft.  

Feuerwehr hat mit zugeparkten Straßen zu kämpfen

„Wir mussten uns durchboxen“

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Die Baustelle am Kreisverkehr in der Lochhamer Straße zwingt die Feuerwehr Gräfelfing zu Umwegen durch zugeparkte Nebenstraßen. Je acht Minuten brauchte sie am Wochenende zu zwei Einsätzen am Wasserbogen. „Wir mussten uns durchboxen“, sagt Pressesprecher Thomas Hickel. In Planegg hat man ähnliche Sorgen.

Gräfelfing/Planegg– Es waren nur Papiercontainer, die brannten. In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wurde die Feuerwehr jeweils zwischen 3 und 4 Uhr morgens alarmiert. Am Containerstandort nördlich der Autobahnbrücke, gleich zu Beginn des Wasserbogens, ließen Unbekannte zweimal hintereinander je einen Container in Flammen aufgehen (wir berichteten).

Menschenleben waren nicht in Gefahr. Das konnte die Einsatzleitung im Vorausfahrzeug feststellen und Entwarnung geben. Den Fahrern der Feuerwehrautos blieb so mehr Zeit, in den kleinen Straßen im Quartier westlich des Wasserbogens zu rangieren. Das Fahrzeug der Einsatzleitung ist schmaler als die Feuerwehr-Lkw mit 2,50 Meter Breite.

Die Durchfahrtsbreite einer Straße muss mindestens drei Meter betragen. Das gilt selbst dann, wenn kein generelles Park- oder Halteverbot herrscht. Wer sein Auto am Fahrbahnrand abstellt, hat darauf zu achten, dass auch Feuerwehrautos oder Rettungswagen vorbeikommen.

Das gestaltete sich in den beiden Nächten des vergangenen Wochenendes als schwierig. „Die Parksituation ist schlecht. Die Leute parken kreuz und quer, auch versetzt“, sagt Hickel. Er schätzt, dass die Feuerwehr den Einsatzort sonst mindestens eine Minute früher erreicht hätte. „Wenn nicht zwei oder drei“, so Hickel. Bei einem Feuer an einem Containerstandort mag das keine Rolle spielen, sobald Menschen gefährdet, sind, zählt jede Sekunde. „Dann kann es auch sein, dass ein paar Spiegel fliegen oder der Lack Kratzer bekommt“, so Hickel. „In einer Notsituation muss uns egal sein, wie hinterher der Schaden reguliert wird.“

Dass die Feuerwehr überhaupt den Umweg über das Quartier westlich des Wasserbogens nehmen musste, liegt daran, dass der Kreisverkehr an der Lochhamer Straße gerade wegen einer größer angelegten Mängelbeseitigung bis Ende der Sommerferien gesperrt ist. Der normale Weg der Feuerwehr von der Rottenbucher Straße über Kreisverkehr und Autobahnbrücke direkt in den Wasserbogen ist gesperrt. Dass der Kreisverkehr unpassierbar ist, macht der Feuerwehr im Augenblick bei allen Vorfällen in Lochham westlich der Rottenbucher Straße zu schaffen.

Die Gräfelfinger Feuerwehr ist nicht die einzige, die wegen größerer Baustellen Umwege auf dem Weg zum Einsatzort in Kauf nehmen muss. Die Planegger Feuerwehr hat die Baustelle, die sie behindert, direkt vor der Tür. Seit Ende Juli wird die Fahrbahn an der Kreuzung Pasinger/Germeringer Straße saniert. Die Ausfahrt des Feuerwehrgerätehauses liegt an der Germeringer Straße Ost. Wenn die Feuerwehr einen Einsatz jenseits der Würm hat, muss sie zunächst nach Osten, um dann über Münchner und Bahnhofstraße auf die andere Seite des Flusses zu kommen. „Das kann je nach Verkehr drei bis fünf Minuten mehr beanspruchen“, sagt Kommandant Martin Heizer. „Die Hilfsfrist von zehn Minuten ab Eintreffen des Alarms halten wir aber ein.“ Zudem habe man in den Wochen seit Baustellenbeginn keine zeitkritischen Einsätze gehabt. Und spätestens Anfang der kommenden Woche ist der Weg über die Pasinger Straße wieder frei. Die Baustelle liegt im Zeitplan. Die Fahrbahndecke ist erneuert, gerade werden noch die Markierungsarbeiten erledigt.

„Mehr Sorgen macht uns die Parkerei in kleinen Straßen“, sagt Heizer und spricht damit das Problem an, vor dem die Gräfelfinger Kollegen am vergangenen Wochenende standen. In Seitenstraßen, so Heizer, werde von Anliegern auch deswegen oft versetzt geparkt, um den Verkehrsfluss zu verlangsamen. „Das verzögert die Hilfeleistung. Die rechnen nicht damit, dass da ein Lkw der Feuerwehr durch muss.“ Die Planegger Feuerwehr versuche regelmäßig, auf die Mindestdurchfahrtsbreite von drei Meter aufmerksam zu machen, auf Veranstaltungen und in Broschüren. Auf der anderen Seite trainieren die Feuerwehrler das Durchkommen mit dem Lkw. Bei Übungsfahrten werden regelmäßig bekannte Engstellen befahren.

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