Grafik: Stürzer

Vorhaben der Firma Glück

Kiesabbau am Ortsrand

Die Firma Glück will weitere 5,8 Hektar Land auskiesen. Den Gemeinden Planegg und Gräfelfing gefällt das nicht. Sie können das Vorhaben aber nicht verhindern.

Planegg – Ein sechs Meter hoher Staubschutzwall soll die Martinsrieder in den kommenden Jahren abschirmen. Er soll sie schützen, wenn das Gräfelfinger Kiesabbauunternehmen Bernhard Glück 2018 beginnt, eine 5,84 Hektar große Fläche zwischen Gräfelfing und Martinsried auszukiesen. Viel mehr war von Seiten der Gemeinde Planegg nicht zu erreichen.

Sie hätte gerne erwirkt, dass die Fläche zwischen bestehender Kiesgrube, Fraunhoferstraße in Martinsried und Martinsrieder Weg in Gräfelfing gar nicht ausgekiest wird. Aber die Firma Glück hat dafür bereits seit 1960 eine Genehmigung. An der sei nicht zu rütteln, meint Stefan Schaudig, der Geschäftsleiter der Gemeinde Planegg. Selbst wenn jemand heute um eine Genehmigung ersuche, an besagter Stelle Kies abzubauen, sei diese zu erteilen. Der Planegger Gemeinderat hatte das Vorhaben im Oktober abgelehnt. Doch es stellte sich heraus, dass die Gemeinde es damit nur verzögern, nicht verhindern konnte. Jetzt hat der Gemeinderat dem Vorhaben von Glück zugestimmt, aber nicht ohne Bedingungen, die Planegg und Gräfelfing zuvor gemeinsam erarbeitet hatten.

Die Gemeinde Planegg habe sich nun mittels privatrechtlicher Verträge so abgesichert, wie es bei dem zunächst von ihr anvisierten abgrabungsrechtlichen Verfahren gar nicht möglich gewesen wäre, meint Schaudig: Sie habe die Arbeiten auf der Fläche auf sechs Jahre befristet, beantragt hatte Glück zehn Jahre. Beginn der Arbeiten sei 2018. Gearbeitet werden darf Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr. Der Staubschutzwall, der auf Gemeindeflur liegen wird und für den die Gemeinde Pachteinnahmen erwartet, ist innerhalb von drei Monaten zurückzubauen, sollte die Gemeinde Planegg die Fläche für die Realisierung der Martinsrieder Ortsumfahrung benötigen. Sollte der Kiesabbau zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet sein, müsse die Firma Glück auf eigenem Grund einen Ersatzschutzwall errichten. Außerdem muss das Unternehmen eine Informationsveranstaltung für Bürger abhalten. Martinsrieder, Gräfelfinger und Planegger dürfen die Genehmigungsunterlagen und Gutachten einsehen.

„Wie viel der Wall abhält, ob das reicht, weiß ich nicht“, sagt Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst. „Mir wäre es lieber gewesen, es käme dort nicht zur Auskiesung, aber wenn es so ist, dann ist es so.“ Mit der Zustimmung des Planegger Gemeinderats vom Donnerstag ist das Vorhaben noch nicht genehmigt. Dies obliegt dem Landratsamt München. Wüst: „Wir warten ab, wie der Bescheid vom Landratsamt lautet, und hoffen, dass unsere Themen mit aufgenommen werden.“

Der Geschäftsführer der Firma Glück, Markus Wahl, rechnet bis Ende des Jahres mit der Genehmigung. Dass 2018 mit den Arbeiten begonnen werde, „könnte realistisch sein“, sagt er. „Es ist kein großes Vorhaben, es ist eine kleinere Fläche.“ Der Umgriff sei 5,84 Hektar groß, die eigentliche Abbaufläche aber weniger als vier Hektar.

Victoria Strachwitz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Planegg setzt der Linken eine Frist
21 Parteien stehen auf dem Wahlschein für die Bundestagswahl am 24. September. Für alle gelten in Planegg in Sachen Plakatierung dieselben Regeln. Eine Partei schert das …
Planegg setzt der Linken eine Frist
Mittelspannungsleitung durchgeschmort
Der Netzbetreiber Bayernwerk AG hat offenbar die Ursache für den Stromausfall gefunden, von dem am Mittwochabend rund 1000 Haushalte in Planegg und Gräfelfing betroffen …
Mittelspannungsleitung durchgeschmort
1000 Haushalte ohne Strom
Teile der Gemeinden Planegg und Gräfelfing waren am Mittwochabend zeitweise ohne Strom. Betroffen waren rund 1000 Haushalte entlang der Bahnlinie München-Mittenwald.
1000 Haushalte ohne Strom
Positive Bilanz der Dorffest-Veranstalter
Das Martinsrieder Dorffest 2017 war, nach drei Jahren Pause, aus Sicht der Veranstalter ein Erfolg, trotz der etwas widrigen Umstände.
Positive Bilanz der Dorffest-Veranstalter

Kommentare