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Am Aschermittwoch herrscht Hochkonjunktur im Fischgeschäft von Gertraud Wittmann in der Pasinger Straße in Planegg. Die Ladeninhaberin zeigt eine Auswahl ihrer Ware: Riesengarnelen, Seeteufelfilet, Skreifilet und Steinbutt.

Aschermittwoch

Fischessen: Ältere halten an Tradition fest

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Fischessen am Aschermittwoch: Das ist offenbar nur noch für einen Teil der Würmtaler eine feste Tradition.

Würmtal – Während es in einigen Würmtaler Gasthäusern nach wie vor viele Reservierungen gibt, verzeichnen andere Gastwirte und Geschäfte hingegen einen Rückgang der Nachfrage nach Fisch zum Auftakt der Fastenzeit.

„Bei uns ist am Aschermittwoch natürlich mehr los als sonst, aber längst nicht mehr so viel wie vor 20 Jahren“, sagt Gertraud Wittmann vom gleichnamigen Planegger Fischgeschäft. Eher Ältere pflegten die Aschermittwochs-Tradition, „viele Junge fahren inzwischen lieber an dem Tag ins Gebirge“, vermutet Wittmann. Mehr Männer als Frauen kauften rund um den Tag ein, „die dann oft mehr die Gourmet-Köche sind und aufwendiger kochen“, beobachtet Wittmann. Beliebt ist in dem Feinkostladen zurzeit der Skrei, der Winterkabeljau aus Norwegen, „den es nur von Ende Januar bis Ende März und auch erst seit fünf Jahren gibt“. Außerdem bietet Wittmann unter anderem Seeteufel, Rotbarsch, Seelachs, Kabeljau, Doraden, Forelle, Garnelen sowie ihre bekannte Bouillabaisse an. Probleme bereitet dem Feinkostladen eine neue Richtlinie der Europäischen Union, wonach die Schilder für die einzelnen Fische zahlreiche Informationen enthalten müssen, unter anderem den lateinischen Name des Fisches. „Da fragen viele Kunden: Was bedeutet denn das?“, erzählt Wittmann.

Auch im Lochhamer Pschorrhof nimmt die Nachfrage nach Fisch am Aschermittwoch ab. „Das wird immer weniger, möglicherweise sind die Leute vom Fasching ausgelaugt, wir haben auch keine Livemusik mehr wie früher“, sagt Wirt Oliver Langemann. Der Pschorrhof bietet wie viele andere Restaurants eine eigene Fischkarte, unter anderem mit Forelle, Dorade und Seelachs.

Im Kraillinger Alten Wirt „geht das Fischessen am Aschermittwoch mal in einem Jahr gut, im anderen Jahr nicht“, sagt Florian Egner. Im Planegger Heide-Volm ist die Nachfrage im Laufe der letzten Jahre in etwa gleich geblieben, im Neurieder Wirtshaus Lorber „kommen im Vergleich zu unserem Beginn 2010, 2011 rund doppelt so viele Gäste“, sagt Wirtin Ludmilla Kaspar.

Unter anderem fränkisches Karpfenfilet, Saibling, Zander, Garnelen und Forelle bietet das Planegger Heide-Volm an. „Es kommen vor allem Gäste über 40, die auch nach der Herkunft des Fisches fragen, beliebt sind zum Beispiel Zander und die Donauwaller“, sagt Renate Heide. Die Familie Heide bezieht ihren Fisch unter anderem von unterschiedlichen Lieferanten aus dem Isartal.

Räucherlachs, Bachforelle und Doraden bietet der Kraillinger Alte Wirt unter anderem an, der seine Fische aus der Münchner Großmarkthalle holt. Fischsuppe, Hummersuppe, Garnelen, Zander, Scholle und Forelle stehen auf der speziellen Karte des Neurieder Wirtshauses Lorber. „Es kommen auch Familien mit kleinen Kindern und Firmen zum Fischessen, auch im restlichen Jahr ist bei uns die Nachfrage nach Fisch stark gestiegen“, sagt Ludmilla Kaspar. Das MSC-Zertifikat (Marine Stewardship Council), das nachhaltige Fischerei bestätigt, ist in keinem der Gasthäuser ein Thema bei den Gästen. Die Hauptsache sei für die meisten, dass es schmeckt.  ps

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