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Homosexuelle dürfen nun heiraten

Geringes Interesse an Ehe für alle

Vor drei Monaten beschloss der Bundestag die Ehe für alle. Gestern trat das Gesetz in Kraft. Nun dürfen auch homosexuelle Paare heiraten. Im Würmtal ist die Nachfrage bislang gering.

Würmtal – Für zahlreiche gleichgeschlechtliche Paare geht ein Traum in Erfüllung. Seit 1. Oktober dürfen sie ihren Partner endlich heiraten. In Hamburg machten bereits am ersten Tag 30 Schwule und Lesben von ihrem neuen Recht Gebrauch. Laut Senat bereiteten sich die Standesämter der Elbmetropole auf einen regelrechten Ansturm vor.

Ganz anders sieht es bislang im Würmtal aus. „Wir haben bisher eine Anmeldung“, berichtet die Leiterin des Planegger Standesamtes. Das Paar habe eigentlich eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen wollen. Da aber eine Neueintragung wegen der Ehe für alle nicht mehr möglich ist, habe sich das Paar für den nächsten Schritt entschieden.

Bereits eingetragene Partnerschaften können bestehen bleiben oder in eine Ehe umgewandelt werden. Die rot-grüne Koalition hatte diese Möglichkeit im Jahr 2001 durchgesetzt. In Planegg haben sich seitdem zwölf Paare für eine derartige Partnerschaft entschieden.

Die Paare profitieren von rechtlichen Gleichstellungen zwischen Ehe und eingetragener Lebensgemeinschaft, etwa im Unterhaltsrecht oder der Hinterbliebenenvorsorge. Der wesentliche Unterschied zeigt sich im Adoptionsrecht. Bislang darf nur einer der beiden Lebenspartner ein fremdes Kind adoptieren. Der andere kann das Kind erst im Nachhinein als das eigene annehmen. Durch die Ehe für alle können Homosexuelle gemeinsam ein Kind adoptieren.

In Gräfelfing, Neuried und Krailling sind bislang keine Anmeldungen für eine gleichgeschlechtliche Ehe eingegangen. Eingetragene Partnerschaften gibt es hingegen in allen drei Gemeinden. So haben in Gräfelfing seit 2009 sieben homosexuelle Paare diese Gelegenheit genutzt, in Krailling fünf und in Neuried sechs.

Auch wenn es um die bürokratischen Hürden geht, weisen die Würmtaler Standesämter Parallelen auf. Weil das Gesetz bereits drei Monate nach Beschluss in Kraft trat, mussten die Computerprogramme quasi in Rekordzeit umgerüstet werden. Die Arbeiten laufen teilweise noch immer auf Hochtouren.

„Auch an den Ablauf müssen wir uns erst noch gewöhnen“, so die Leiterin des Planegger Standesamtes. Doch pünktlich zum 1. Oktober wollten alle Gemeinden startklar sein. Statt „Ehefrau“ und „Ehemann“ wird in den Urkunden gleichgeschlechtlicher Paare jetzt nur noch von „Ehegatten“ die Rede sein.

Karin Priehler

Rubriklistenbild: © dpa

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