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Mit weißen Taschentüchern und hunderten Seifenblasen wurden am Freitag die 48 Viertklässler in der Martinsrieder Grundschule verabschiedet. 

Würmtaler Gymnasien

Neue Stundentafel erntet Lob und Kritik

Am Freitag gab es Zeugnisse. Die Gymnasien im Würmtal freuen sich auf 366 neue Fünftklässler. Doch die Direktoren blicken dem neuen G9 nicht nur freudig entgegen.

Würmtal – Die Übertrittsquote für den Wechsel auf das Gymnasium ist im Würmtal traditionell hoch. Aber sie könnte heuer sogar noch höher sein: Von der Martinsrieder Grundschule wechseln diesmal mehr Schüler als gewohnt auf die Realschule, obwohl sie den Übertritt auf ein Gymnasium geschafft hätten, erklärt Rektorin Margit Baran-Lander. Von den Viertklässlern, die am Freitag mit Seifenblasen und Spalier an ihrer Grundschule verabschiedet wurden, werden ab September dennoch 82 Prozent ein Gymnasium besuchen, zehn die Real- und acht die Mittelschule.

Die Direktorin des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums, Brigitte Schmid-Breinig, plant für September mit vier fünften Klassen und erwartet insgesamt 119 Schüler. Am Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium rechnet Direktorin Sylke Wischnevsky mit rund 150 Fünftklässlern, die sie auf sechs Klassen verteilen will. „Das ist in etwa das, was wir all die letzten Jahre hatten“, meint sie. In Gräfelfing geht der Direktor des Kurt-Huber-Gymnasiums, Hendrik Rehn, von 97 Schülern aus, die auf vier Klassen verteilt werden.

Der Unterschied zwischen den bisherigen und den künftigen fünften Klassen ist, dass ab September ein neuer Lehrplan und eine neue Stundentafel zum Einsatz kommen. Zwar wird offiziell erst zum Schuljahr 2018/2019 auf das neunstufige Gymnasium umgestellt, aber die, die ab September eine fünfte Klasse besuchen, werden bereits nach einem neuen Lehrplan unterrichtet. Dieser kommt bei Gautings Direktorin besonders gut an. „Das rennt beim Gautinger Gymnasium offene Türen ein“, sagt sie. „Diese Richtung streben wir seit Jahren an.“ Es gehe künftig um Kompetenzorientierung. Vorher sei der Unterricht wesentlich stärker fachlich ausgerichtet gewesen. „Ich habe immer schon gesagt, wir brauchen einen zeitgemäßen Unterricht“, sagt Wischnevsky. Die neue Stundentafel habe sie noch nicht genau studiert. Als Sozialkundelehrerin sage ihr aber der Schwerpunkt Geschichte und Politik zu. „Es ist extrem wichtig, dass die jungen Leute da gebildet sind“, meint sie. Digitalisierung werde an ihrer Schule bereits groß geschrieben. „Da sind wir schon relativ weit und freuen uns, wenn das ein Schwerpunkt wird.“

Gräfelfings Schulleiter ist Naturwissenschaftler und findet daher die künftige elfte Klasse nicht ganz so gelungen wie Wischnevsky. „Dort sind alle gesellschaftswissenschaftlichen Fächer drin, von den Naturwissenschaften aber nur Physik“, sagt Rehn. Er bezweifelt, dass die Schüler in der zwölften Klasse die Naturwissenschaften dann wieder aufnehmen. Aber er weiß: „Es ist halt ein Kompromiss aus allen Ansprüchen, die wachsen, wenn man 17 bis 18 Stunden neu verteilt.“

Planeggs Direktorin erklärt, ihre Lehrer seien gut auf G9 vorbereitet. Sie meint: „In der Fünften sind die Änderungen noch nicht so gewaltig.“ Ihr fällt auf, dass die neue Stundentafel deutlich weniger Nachmittagsunterricht vorsehe. Sie wolle aber erst die neuen Lehrpläne für die höheren Klassen abwarten, bevor sie die Neuerungen bewerte. Und auch Rehn sagt über die Stundentafel: „Es muss erst noch durch den Landtag.“ Dann werde man sehen.

Victoria Strachwitz

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