+
Gespinstmotten lassen ganze Bäume schaurig aussehen.

Insektenbefall

Gespinstmotte sorgt für schaurig eingehüllte Bäume

Auch im Würmtal sind derzeit Bäume vom Netz der Gespinstmotte eingehüllt. Gefährlich ist das nicht, besonders schön anzusehen allerdings auch nicht.

Würmtal – Es ist ein schaurig anmutendes Naturschauspiel, das derzeit vielerorts zu beobachten ist. Bäume und Sträucher, die in einen weißen Schleier gehüllt sind. Schuld sind die Raupen einiger Gespinstmottenarten. Laut Pressemitteilung des Landratsamtes München, haben die Raupen im Landkreis bereits ganze Bäume erobert. Um sich vor Fressfeinden oder auch Witterungseinflüssen zu schützen, spinnen die Raupen eine silbrige Hülle, unter der sie den Baum meist komplett kahl fressen. Danach wandern sie zum Stammfuß, um sich dort zu verpuppen. Sobald Anfang Juli die fertig entwickelten Falter geschlüpft sind, hat der Spuk ein Ende.

Die Bäume nehmen in der Regel keinen dauerhaften Schaden. Sind Obstbäume betroffen, kann es aber zu Ernteeinbußen kommen. Die Motten befallen in erster Linie Traubenkirschen, Holunder, Weiden und Obstbaumarten. Aufgrund der spezifischen Nahrungssuche laufen sie Gefahr, zu verhungern, wenn sie auf der Suche nach einem Baum auch Zaunpfosten oder ganze Bänke einspinnen.

Für Menschen stellt die Raupe keine gesundheitliche Gefährdung dar. „Es handelt sich lediglich um eine optische Beeinträchtigung“, so das Landratsamt in seiner Mitteilung. Auch Richard Richter, Leiter des Planegger Umweltamtes, weiß von betroffenen Bäumen in der Würmtalgemeinde. Eine Traubenkirsche am Lichtweg etwa sei hin und wieder von Gespinstmotten befallen. „Dass eine ganze Weide eingehüllt ist, habe ich allerdings noch nie gesehen.“

Während die Gespinstmotte zu den heimischen Arten zählt, kam die Rosskastanienminiermotte vor rund 15 Jahren aus den Balkanländern. Sie sorgt dafür, dass die Blätter bereits im Sommer braun verfärbt sind. „Interessanterweise hat es diese Art vor allem auf die weißblühenden Kastanien abgesehen“, erklärt Richter. Wie bei der Gespinstmotte handle es sich auch in diesem Fall lediglich um eine optische Angelegenheit. „Es sieht einfach nicht schön aus.“

kp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Erster Schritt zu neuem Baurecht
Die Gemeinde Gräfelfing hat einen neuen Anlauf gestartet, ihre Bebauungspläne so zu überarbeiten, dass sie rechtssicher sind – ohne das Ziel aufzugeben, die Gartenstadt …
Erster Schritt zu neuem Baurecht
Ein Stück Planegger Schulgeschichte
Schulwandbilder als Exponate: Bevor Erika Klemt sich aus dem Gemeindearchiv verabschiedet, hat sie noch einmal eine ungewöhnliche Ausstellung konzipiert. 
Ein Stück Planegger Schulgeschichte
Kraillinger schießt heimlich intime Fotos von Freundinnen
Nacktaufnahmen seiner Freundinnen brachten einen Planegger in Konflikt mit der Justiz. Der 21-jährige Azubi musste sich vor dem Jugendgericht verantworten.
Kraillinger schießt heimlich intime Fotos von Freundinnen
Sondersitzung mit Vorgeschichte
Der Planegger Gemeinderat fasst am Mittwoch, 25. Oktober, in einer Sondersitzung einen Grundsatzbeschluss zur Verlängerung der U6 nach Martinsried. Die Idee dazu hatte …
Sondersitzung mit Vorgeschichte

Kommentare