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Freiwilliger Verzicht auf Glyphosat: Die Unterbrunner Landwirte Max und Bernhard Högner (re.) setzen den Unkrautvernichter so selten wie möglich ein.

Unkrautbekämpfung

Würmtaler Imker fordern Verbot von Glyphosat

Würmtal  - Ob Glyphosat zur Unkrautbekämpfung auch künftig zugelassen sein soll, ist auf Regierungsebene derzeit umstritten. Auch im Würmtal gehen die Meinungen über das Pflanzenschutzmittel auseinander.

Landwirte, die Bahn, Hausmeister und Kleingärtner – Glyphosat hat viele Abnehmer. Der Unkrautvernichter kommt vielerorts zum Einsatz, ist aber nicht überall gleichermaßen beliebt. In Brüssel soll schon bald entschieden werden, ob das Mittel auch weiterhin in der Europäischen Union zugelassen sein soll. Die Bundesregierung zeigt sich in der Frage gespalten.

Die Imker im Würmtal haben eine klare Meinung. Sie lehnen das Mittel ab und wünschen sich, dass der Einsatz von Glyphosat künftig verboten ist. Sie meinen, Bienen könnten mit ihrem Orientierungssinn bezahlen, wenn sie Kontakt zu Glyphosat bekommen. „Ich verliere 30 bis 40 Prozent meiner Flugbienen, wenn ich verpasse, rechtzeitig abzuwandern“, meint der Planegger Imker Alois Brandl. Seine Planegger Bienen übersiedele er immer nach Unterbrunn, wenn er merke, dass in Planegg Glyphosat gespritzt werde. Denn er sagt, in Unterbrunn werde anders gespritzt.

Der Unterbrunner Landwirt Bernhard Högner freut sich über das Lob. Doch er nimmt seinen Kollegen, der die Planegger Flächen bewirtschaftet, in Schutz. Die dortigen Flächen seien so lange brach gelegen, dass er verstehe, weshalb dort Glyphosat zum Einsatz komme. „Das ist kein Frevel“, sagt er. Zum anderen nutze er das Pflanzenschutzmittel auch ab und zu in Unterbrunn. Geschätzt komme es in seinem Betrieb alle vier Jahre einmal zum Einsatz. „Wir arbeiten daran, dass wir es immer weniger brauchen“, sagt Högner. Und er sei auf dem guten Weg dahin, es gar nicht mehr zu brauchen. „Wenn der Acker immer begrünt wird, kommen Problemunkräuter gar nicht auf“, erklärt er.

Bernhard Högner spricht sich für eine Wiederzulassung des Mittels aus. „Wenn es das nicht mehr gibt, kann ich mit der Entscheidung aber auch leben“, sagt er. Im Hinblick auf die Imker ist ihm wichtig zu erwähnen, dass Glyphosat nicht angewendet werde, wenn die Pflanzen blühen. Er fragt sich daher, wie die Bienen mit dem Mittel in Berührung kämen. Die Imker sind dennoch alarmiert. Der Vorsitzende des Gräfelfinger Imkervereins, Rudolf Neuhäuser, vertraut unter anderem auf die Erkenntnisse der Universität Würzburg, die, wie er schildert, besagen, dass Glyphosat eine negative Auswirkung auf die Orientierung von Bienen habe. Er selbst habe bei seinen Bienen noch keine Auswirkungen feststellen können. Aber er ist überzeugt: „Diese Gifte zerstören unsere ganze Welt.“

Imkerin Judith Grimme aus Martinsried kann Brandls Erfahrungen nicht für ihre Bienenvölker bestätigen. Sie meint aber, dass an Brandls Vermutungen sicher etwas dran sei. „Ich bin dafür, dass das verboten wird“, sagt sie. Alois Brandl sieht das Problem nicht nur in der Landwirtschaft. Denn wenn er in Planegg den großen Bulldog mit der Spritze sehe, könne er seine 25 Völker in Unterbrunn in Sicherheit bringen. Aber: „Die kleinen Hausbesitzer mit der Spritze am Buckel, die sehe ich nicht.“ Neuhäuser pflichtet ihm bei. Erst kürzlich habe er jemanden beobachten können, der auf einem Gehweg gespritzt habe. „Es gibt halt unvernünftige Menschen“, sagt Neuhäuser. Bernhard Högner vergleicht Glyphosat mit einer Arznei und setzt auf verantwortungsvollen Umgang.

Victoria Strachwitz

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