Grippefälle sprengen „üblichen Rahmen“

Die Grippewelle macht sich im Würmtal breit. In einigen Schulen sind viele Kinder krank geschrieben, das Gesundheitsamt spricht von einer „relativ hohen Aktivität“ des Virus.

Würmtal – 222 Influenza-Fälle wurden dem Gesundheitsamt des Landkreises München etwa im ganzen Jahr 2014 gemeldet, 936 im Jahr 2016, jedoch 499 allein in diesem Januar. „Diese hohen Schwankungen erklären sich aber dadurch, dass uns nur Fälle gemeldet werden müssen, in denen der Erreger nachgewiesen wurde“, erklärt Gesundheitsamts-Leiter Gerhard Schmid. Die tatsächliche Zahl sei daher stets wohl deutlich höher. „Dennoch würde ich aus meiner subjektiven Sicht von einer derzeit großen Welle sprechen, die vergleichsweise viele Menschen betrifft und früher als sonst angefangen hat“, sagt Schmid. „Der Virus hat zur Zeit eine hohe Aktivität, die aber noch nicht den üblichen Rahmen sprengt und noch keine Pandemie ist, was aber noch kommen kann.“

Die hohe Aktivität käme daher, dass der Influenza-Virus ständig mutiere und seine Eigenschaften sich ständig ändern, erklärt Schmid. „Bei Menschen, die einen ähnlichen Virus schon einmal hatten, ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden etwas geringer als bei anderen.“ Eine Impfung würde Schmid jetzt schon noch empfehlen. „Der Impfstoff braucht zehn bis 14 Tage zur Wirkung, das wäre jetzt zwar spät, aber nicht zu spät.“ Besonders Menschen, bei denen aufgrund anderen Erkrankungen oder ihres Alters ein schwerer Grippe-Verlauf zu erwarten sei oder Personen, die mit solchen Menschen in Kontakt seien, sollten sich jetzt noch impfen, rät Schmid. Dem Landratsamt Starnberg wurden im Januar 116 Influenza-Fälle gemeldet, im Dezember waren es noch 33.

Auch in den Würmtaler Schulen macht sich die Grippewelle teils deutlich bemerkbar. Im Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasium waren am Montag etwa 80 Schüler krank geschrieben – eine im Vergleich „sehr hohe Zahl, noch müssen wir die Schule aber nicht schließen“, heißt es. Ebenso fehlen vier Lehrer. In der Grundschule Gräfelfing sind mit 20 Kindern „auffallend viele“ krank geschrieben, sagt Rektorin Angelika Nerz-Lidl. An ihrer Schule gibt es auch ein bis zwei an Noro-Virus erkrankte Schüler. Im Landkreis München gab es 2016 333 Meldungen dieses Virus, im Landkreis Starnberg 32 im Januar 2017.

Wenn ein Influenza-Patient im Krankenhaus behandelt wird, gelten besondere Regeln: Damit sich niemand ansteckt, „wird der Patient isoliert, Krankenschwester und Ärzte tragen extra Schutzkittel, und das zweite Bett im Zimmer wird gesperrt“, sagt Marten Scheibel, Sprecher der Pasinger Helios-Klinik. Diese Vorkehrungen sind schon beim bloßen Verdacht auf Grippe nötig.

Rubriklistenbild: © DPA

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