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Wer Grippeviren nicht unnötig verbreiten möchte, sollte sich regelmäßig die Hände waschen. 

Grippewelle greift um sich

Schon jetzt mehr Erkrankte als 2017

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Die Grippewelle hat das Würmtal erreicht. Im Kreis München sind bereits jetzt mehr Influenza-Fälle gemeldet als im gesamten Jahr 2017. Im Kreis Starnberg gibt es mehr als doppelt so viele Fälle wie im vergangenen Februar. 

Würmtal – 1423 Influenza-Fälle hat das Gesundheitsamt des Landkreises München in diesem Jahr bis jetzt gemeldet bekommen. „Das sind bereits jetzt nach sieben Wochen mehr als die  1184 Fälle im gesamten Jahr 2017“, sagt Gesundheitsamtleiter Dr. Gerhard Schmid. „Und im restlichen Jahr werden spekulativ wohl noch rund 1000 Fälle dazu kommen.“ Das Gesundheitsamt bekommt nur Grippekranke gemeldet, bei denen der Erreger im Labor nachgewiesen wurde. „Tatsächlich sind also wesentlich mehr Menschen erkrankt – ich vermute, es sind etwa fünfmal so viele wie gemeldet“, sagt Schmid. Auch im Landkreis Starnberg haben die Ärzte mit 134 Fällen im Januar 34 mehr als im vergangenen Januar gemeldet. Im Februar sind es bisher mit 194 Fällen bereits mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Februar (92 Fälle). „Vor allem in den letzten zwei Wochen hat die Grippewelle angezogen“, sagt Dr. Lorenz Schröfl, Leiter des Gesundheitsamtes Starnberg.

„Wir haben gerade eine saisonale Grippewelle, die überdurchschnittlich stark ist, aber nicht aus dem Rahmen fällt“, sagt dennoch Gerhard Schmid. Es sei typisch für den Jahresbeginn, dass die Zahl der Influenza-Patienten zunehme. Der Höhepunkt und das Ausmaß der Welle seien aber jedes Jahr unterschiedlich. In den vergangenen Wochen hätten die Zahlen kontinuierlich zugenommen. „Wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt, ist schwierig vorauszusagen“, so Schmid.

Der Grund für die hohen Zahlen ist nicht völlig klar. „Der Grippe-Virus verändert sich und mutiert laufend, er ist weltweit aktiv“, sagt Schmid. Ein Problem sei, dass „die Impfung nicht so gut angenommen wird wie die letzten Jahre“, wie Ärztin Stefanie Starke von der Hausarztpraxis Dr. Reichert und Dr. Müllauer in Gräfelfing sagt. Denn mehr als die Hälfte der bisher deutschlandweit nachgewiesenen Influenzafälle wurde durch Influenza-B-Viren der sogenannten Yamagata-Linie verursacht, die der meistens verwendete Dreierimpfstoff nicht abdeckt. In ihre Praxis seien in den vergangenen Wochen täglich „rund 40 bis 50 Patienten mit Atemwegsinfekten gekommen, in den letzten Tagen sind es 90 bis 95 Prozent der Patienten“, sagt Starke.

Im Pasinger Helios-Klinikum werden hingegen nur vereinzelt Influenza-Patienten behandelt. Dies liegt wohl daran, dass nur schwere Fälle einer stationären Behandlung bedürfen, zum Beispiel wenn der Virus parallel zu einer Chemotherapie auftritt. Wenn ein Influenza-Patient im Krankenhaus behandelt wird, „wird der Patient isoliert, Krankenschwestern und Ärzte tragen Schutzkittel, das zweite Bett im Zimmer ist gesperrt“, sagt Klinik-Sprecher Marten Scheibel.

Ist eine Impfung gegen den Virus also überhaupt noch sinnvoll? „Es dauert zehn bis 14 Tage, bis die Impfung wirkt, dann ist schon März“, sagt die Planegger Allgemeinärztin Dr. Cornelia David, die von einer Impfung zum jetzigen Zeitpunkt eher abrät, und Ende September für den idealen Termin hält. „Es kommt auf die individuelle Situation an, etwa wo man arbeitet, und das Alter“, sagt Gesundheitsamtsleiter Gerhard Schmid. Nicht nur wenn man gefährdet sei, „also etwa in einer Apotheke oder Praxis arbeitet, würde ich im Zweifel auch jetzt noch zu einer Impfung raten“.

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