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Selbst ohne Laub beeindruckend: die Allee in der Gräfelfinger Tassilostraße. 

Grünes Würmtal

16 000 Bäume auf öffentlichem Grund

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Mehr als 16 000 Bäume stehen auf öffentlichem Grund der Würmtal-Gemeinden. Ahorn, Buche, Eiche und Esche sind die häufigsten Baumarten. Um die 100 Bäume müssen jedes Jahr gefällt werden – deutlich mehr Fällungen werden noch von Privatleuten beantragt.

Würmtal – Mit den ersten Frühlingstagen beginnen auch im Würmtal wieder die Bäume grün zu werden. Viele Naturfreunde nutzen die Gelegenheit für einen kurzen Spaziergang und erfreuen sich an der Natur – während mancher Allergiker unter den Pollen leidet. Allein auf Gemeindegrund stehen im Würmtal mehr als 16 000 Bäume. Rund 1830 in Krailling, circa 6500 in Gräfelfing, knapp 3200 Einzelbäume sowie 115 Gruppen in Planegg und etwa 2500 in Neuried.

Die häufigsten Baumarten sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Es sind jedoch meistens Laubbäume. So sind etwa 95 Prozent der Bäume auf Gemeindegrund in Neuried Laubbäume wie Ahorn, Esche und Eiche. In Gräfelfing ist die Hainbuche mit 405 Stück der häufigste Baum, gefolgt vom Berg-Ahorn (402) und dem Spitz-Ahorn (386). Krailling hat circa 380 Ahorn-Bäume, 372 Eichen, 240 Hain- und Rotbuchen sowie 150 Linden. Auf Planegger Gemeindegrund stehen zum Beispiel 245 Eichen, 35 Fichten und 30 Rotbuchen.

In den meisten Gemeinden ist die Zahl der Bäume ungefähr konstant, nur in Krailling leicht steigend. In allen Gemeinden werden Ausfälle möglichst „zeitnah ersetzt“, wie Suanne Brittinger vom Kraillinger Bauamt sagt. „Jedoch ist nicht immer eine Nachpflanzung am selben Ort möglich, da die Kronen der Nachbarbäume auch immer größer werden und dann der Platz für die Kronenentwicklung fehlt“, erklärt Roland Strecker, Baumschutzbeauftragter von Gräfelfing.

Um die 100 Bäume werden im Jahr auf Gemeindegrund gefällt. Vor allem deshalb, weil sie nach einem Sturm, Unwetter oder aus einem anderen Grund abgestorben sind. Häufig stehen sie auch Baumaßnahmen im Weg. So musste in Gräfelfing im Februar „eine Baumgruppe in der Alten Pasinger Straße gefällt werden, da diese direkt über dem Kanal wuchsen, der 2018 saniert werden muss. Natürlich werden wieder neue Bäume gepflanzt“, sagt Roland Strecker. Zusätzlich sind in der Bauberatung Bäume „häufig Thema, da bei privaten Neubauvorhaben fast immer Bäume gefällt oder speziell geschützt werden müssen“, so Strecker.

In allen Gemeinden stellen Bürger zusätzlich regelmäßig Fällungsanträge, die jedoch bei Weitem nicht alle bestätigt werden. „Fällungen werden ausschließlich aus Gründen der Sicherheit oder Krankheit genehmigt, Laubanfall, Schattenwurf oder gehobene Gehwege werden bereits im Antragsstadium abgelehnt“, sagt Christiane Unger, Sprecherin der Gemeinde Neuried. Nach Vier-Augen-Prinzip überprüfe das Bauamt gemeinsam mit einem Gemeindegärtner bei einem Ortstermin jeden Baum einzeln. „Je nach Gartengröße wird auch Ersatzpflanzung gefordert“, sagt Unger. Gut 70 Prozent der privaten Fällungsanträge würden in Neuried genehmigt, so etwa im Hettlage-Gelände die Fällung von 81 Bäumen mit 66 Ersatzpflanzungen. Ein anderes Mal wurde die Gemeinde beim Verwaltungsgericht wegen einer nicht genehmigten Fällung angezeigt, berichtet Unger. Auch die anderen Gemeinden fällen so wenig wie möglich. „Wir fällen nichts, was nicht unbedingt sein muss“, sagt Richard Richter, Leiter des Planegger Bau- und Umweltamtes.

Die meisten Bäume stehen laut Gemeinden in Krailling in der Lise-Meitner- und der Hermann-Aust-Straße, in Gräfelfing in der Ahornallee und der Tassilostraße, in Neuried unter anderem in der Mangfallstraße, Lindenallee, Ettaler- und Zugspitzstraße, in Planegg in der Georgenstraße. Alle Gemeinden kümmern sich regelmäßig um die Baumpflege. In Krailling wird etwa „mindestens einmal jährlich eine externe Baumkontrolle“, durchgeführt, danach gibt es „Pflegemaßnahmen, ausgeführt durch eine Pflegefirma oder den Bauhof“, sagt Susanne Brittinger.

In Gräfelfing kümmert sich Roland Strecker um die Pflege und Beratungen – und auch um die Biber an der Würm. Denn die Tiere „formen auch weiterhin die Landschaft neben der Würm“, so Strecker. Gräfelfing versuche „mit Drahtgittern die besonders erhaltenswerten Bäume zu schützen“. Andere Mittel stünden nicht zur Verfügung. Auch anderen Gemeinden bereiten die Biber, die Bäume annagen und so beschädigen, Probleme.

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