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Dachdecker kommen dem Bedarf kaum hinterher. Ein Grund ist Lehrlingsmangel, klagen auch Würmtaler Betriebe.

Handwerker im Würmtal

Kundenzufriedenheit geht vor

Für Würmtaler Handwerksbetriebe hat Kundenzufriedenheit Vorrang. Daher sind viele hiesige Firmen innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit – oder nehmen Aufträge nicht an.

Würmtal – Dass manche Handwerksbetriebe ihre Kunden bis zu sieben Monate warten lassen, ist für Josef Hugo unvorstellbar. Obwohl es dem Inhaber des gleichnamigen Malerfachbetriebs in Planegg nicht entgangen ist, dass viele Firmen komplett ausgelastet sind. „Die Kunden legen wieder mehr wert auf Qualität“, so Hugo.

Bundesweit freuen sich Handwerker über volle Auftragsbücher, die vor allem der guten Konjunktur geschuldet sind. Trotzdem ist es laut Hugo nicht angemessen, Kunden für einen derart langen Zeitraum auf eine Warteliste zu setzen. Zumindest wenn es um Malerbetriebe geht, seien drei bis vier Wochen das Maximum. Er selbst lasse seine Auftraggeber nicht länger als zwei Wochen warten.

Weil der Planegger Maler keine Mitarbeiter beschäftigt, arbeitet er mit dem Neurieder Malerbetrieb Legler zusammen. So ist gewährleistet, dass jeder Auftrag zügig ausgeführt werden kann. „Wenn man keine Kapazitäten mehr frei hat, sollte man dem Kunden absagen, statt ihn wochenlang zu vertrösten“, sagt Hugo.

Eine ähnliche Einstellung vertritt auch der Geschäftsführer der Bavaria Dachbau, einem Dachdeckerbetrieb in Frohnloh. Obwohl er gut ausgelastet sei, müssten seine Kunden nicht länger als zwei Wochen warten. „Ich habe kein Verständnis für Betriebe, die jeden Auftrag annehmen, obwohl ihre Kapazitäten schon längst erschöpft sind.“ Zumal diese Vorgehensweise auf Kosten der Kunden gehe. „Was nützen mir die vielen Aufträge, wenn die Kunden am Ende unzufrieden sind“, so der Geschäftsführer der Bavaria Dachbau. Auch der Personalmangel sei ein Grund dafür, warum er nur begrenzt Aufträge annehmen könne. Weil sich kaum noch jemand für den Handwerksberuf entscheiden würde, sei es extrem schwer, Lehrlinge zu finden.

Der Planegger Renovierungsfachbetrieb Lehner ist froh über die derzeit gute Auftragslage. Mit vier bis sechs Wochen Wartezeit müssten die Kunden rechnen. „Das ist in der Handwerksbranche üblich“, teilt eine Angestellte der Firma, die sich unter anderem auf Treppenrenovierungen spezialisiert hat, mit. Ein Problem sei das keineswegs. Die Kunden hätten für diese Maßnahme Verständnis.

Karin Priehler

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