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Willkommen zurück: Karin Posaric, Leiterin des Planegger Gemeindekindergartens „Würmeulen“, mit einem Teil der Kinder, die gestern wieder da waren.

Vorschulkinder dürfen wieder kommen

Den Kindergarten neu kennenlernen

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Die Kindergärten füllen sich. Seit Montag dürfen die Vorschulkinder kommen. Viele, aber längst nicht alle Eltern nutzen jetzt die Möglichkeit der Betreuung.

Würmtal – Zu den Kindern, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind, dürfen seit gestern die Vorschulkinder stoßen. Viele Eltern im Würmtal reagieren zurückhaltend auf das Angebot. Die, die es wahrnehmen, lernen die Kindergärten neu kennen. Eltern dürfen die Einrichtungen nicht mehr betreten. Kindern wird teils an der Türe Fieber gemessen. Sie müssen in ihren Gruppen bleiben, Kontakt zu anderen Kindern ist untersagt. In den Gärten ist abgesteckt, in welchem Bereich wer spielen darf. Und wenn die Abstände im Garten nicht gewahrt werden können, gehen andere Gruppen in den Wald oder auf den Spielplatz.

„Das ist eine anstrengende Zeit“, findet Marcel Wilming, der das „Spatzennest“ in Gräfelfing leitet. In seiner Einrichtung muss er zwei Gruppen auseinanderhalten. „Es ist zwar blöd, aber wenn der Corona-Virus in einer Gruppe festgestellt wird, dann muss nicht die ganze Einrichtung schließen.“ Von den 33 Kindern, die seine Einrichtung noch vor der Schließung besuchten, sind bislang elf wiedergekehrt. Eigentlich hätte er allein 14 Vorschulkinder, die nun kommen dürften. „Ich glaube, viele Eltern sind noch ängstlich“, sagt er.

Kindergarten-Leiterin zeigt sich irritiert

Auch das Caritas-Kinderhaus in Krailling besuchen bislang nur 47 von 123 Kindern. Die Vorschulkinder sind noch nicht komplett. Leiterin Renate Kleinmond sagt: „Die werden schon noch kommen“ – spätestens nach den Pfingstferien. Aktuell mache der geringe Andrang ihre Aufgabe leichter, für die Einhaltung der Abstandsregeln zu sorgen. Dabei wünscht sie sich, „dass alle Kinder schon bald wieder in den Genuss kommen“. Sie ist irritiert, dass Eltern, die nicht berufstätig sind, ihre Kinder jetzt den ganzen Tag betreuen lassen können, andere Eltern und deren Kinder aber noch komplett leer ausgehen. Sie würde sich einen Schichtbetrieb mit kleineren Gruppen wünschen. „Dann hätten alle Kinder die Möglichkeit des sozialen Kontaktes.“ Zudem könnte sie ihr Personal besser schützen. Für dieses würde sie sich im Übrigen wünschen, dass es auf das Virus getestet werde. „Es läuft für beide Seiten nicht so, wie man sich das wünschen würde“, findet sie. Kleinmond erzählt, sie bekomme Anrufe von Eltern, die sich ungerecht behandelt fühlen. Auch Wilming hat bereits solche Anrufe bekommen.

Notbetreuung wenig genutzt

Karin Posaric vom Planegger Kindergarten „Die Würmeulen“ zeigt jedoch Verständnis für die schrittweise Öffnung nach der langen Auszeit. „Die Kinder brauchen eine Eingewöhnung.“ Fast alle ihre Vorschulkinder seien gestern wieder gekommen. „Die freuen sich, dass sie wieder da sind“, sagt sie. Trotzdem komme sie bislang nur auf 15 statt 25 Kinder pro Gruppe. Im Neurieder Kindergarten am Hadernder Weg waren gestern ebenfalls fast alle Vorschulkinder wieder da. Dafür werde die Notbetreuung dort wenig genutzt, sagt Leiterin Sandra Huber. Statt 102 Kindern betreue sie aktuell 55. Und die freuen sich, da zu sein. Als gestern die Vorschulkinder kamen, stellte Huber fest: „Die waren froh, ihre Freunde wieder zu sehen.“ Da rückte das Fiebermessen am Eingang schnell in den Hintergrund.

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