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Auf die mobile Bücherei weisen die Organisatoren, hier Büchereileiterin Sabine Scheffer aus Planegg, mit Plakaten hin. Das Angebot findet vorerst wenig Anklang. 

Angebot für Kraillinger und Planegger

Bücher besuchen Leser zu Hause

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Nutzer gesucht! Die mobile Bücherei bringt jetzt Lesestoff zu Menschen in Planegg und Krailling nach Hause. Doch das Angebot muss erst bekannt werden.

VON VICTORIA STRACHWITZ

Würmtal – Die Plakate hängen, die Flyer liegen aus. Doch wo sind die Nutzer? In diesem Sommer haben sich die Kraillinger Bibliothek und die Gemeindebücherei Planegg mit der Würmtal-Insel zusammengetan. Sie gründeten die mobile Bücherei. Kraillinger und Planegger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und sich schwer tun, ihr Zuhause zu verlassen, sollen auf diese Weise leicht an Lesefutter gelangen. „Wie bei Essen auf Rädern machen Ehrenamtliche eine Tour und bringen Bücher oder Hörspiele zu den Menschen nach Hause“, erklärt Andrea Schüler von der Würmtal-Insel, die das Ganze initiiert hat. In der Würmtal-Insel betreibt Schüler die Freiwilligen-Agentur. „Da bin ich bemüht, kleine eigene Projekte auf den Weg zu bringen.“ Die beiden Büchereien musste sie nicht lange überreden, bei der mobilen Bücherei mitzumachen. Doch jetzt stellen alle drei Beteiligten fest: „Das Angebot macht nur Sinn, wenn es auch eine Zielgruppe gibt.“ Und die sei nicht leicht zu erreichen.

Seit dem Sommer hängen die Plakate in den beiden Büchereien, auch Flyer liegen dort aus. „Aber die Leute, die in die Bücherei kommen, sind eher nicht die Zielgruppe“, sagt Diana Widmann, die Leiterin der Kraillinger Bibliothek. Und so mangelt es an Nutzern. Es sei „eigenartig“, dass das Angebot bislang keine Resonanz fand, meint Sabine Scheffer, Leiterin der Gemeindebücherei Planegg. „Aber es spricht für die gute soziale Versorgung.“ Offenbar versorgten Verwandte und Freunde ihre in der Mobilität eingeschränkten Mitmenschen derzeit gut genug.

Angebot kein Lieferdienst für Menschen mit wenig Zeit

Dennoch wollen die drei Verantwortlichen ihr Angebot jetzt bekannter machen. „Es gibt sicher auch Menschen, die niemanden haben“, sagt Sabine Scheffer. Sie habe auch schon Nutzer, die sich sichtbar schwertaten, selbst in die Bücherei zu kommen, auf die neue Möglichkeit hingewiesen. Getan hat sich aber noch nichts.

Ein Lieferdienst für Menschen, die zu wenig Zeit haben, selbst in der Bibliothek vorbeizuschauen, soll das Angebot jedenfalls nicht werden, so Schüler. „Wir wollen schon Leute ansprechen, die nicht mehr mobil sind.“ Auch Menschen, die nur vorübergehend eingeschränkt seien, weil sie sich beispielsweise den Fuß gebrochen haben, sollen versorgt werden.

Hausbesuch alle vier bis acht Wochen

Alle vier bis acht Wochen kämen die Ehrenamtlichen von Schülers Freiwilligen-Agentur zu den Menschen nach Hause, um geliehene Bücher oder Hörspiele auszutauschen. Das ist der Plan. Schüler sieht in dem Angebot auch eine Chance für kurze Gespräche mit den Nutzern, für den kleinen Kontakt im Alltag. Dass jemand bislang keinen Nutzerausweis für die Büchereien hat, ist keine Ausrede. „Man muss nicht zu uns kommen und den Personalausweis vorlegen“, erklärt Scheffer. Die Ehrenamtlichen könnten den Antrag nach Hause bringen. „Wir würden dann völlig unbürokratisch den Ausweis ausstellen.“ Nur eins ist wichtig: Die Nutzer der mobilen Bücherei müssen in Krailling oder Planegg wohnen.

Wer an dem Angebot Interesse hat, kann sich bei der Gemeindebücherei Planegg, Telefon 89 92 62 86, der Bibliothek Krailling, Telefon 55 06 05 18, oder in der Würmtal-Insel bei Andrea Schüler unter Telefon 89 32 97 40 darüber informieren.

Auch interessant: Die Kraillinger Bibliothek strebt gerade eine Auszeichnung an.

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