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Schwierige Ausgangslage: Das letzte Stück der Pasinger Straße ist Einbahnstraße. Die alte Schlosswirtschaft (links Bild hinter den Bäumen) macht eine Aufweitung kompliziert.

pasinger Straße

Krailling will Einbahnstraße abschaffen

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Würmtal - Wieder einmal gibt es einen Vorstoß, die Pasinger Straße in Planegg in beiden Richtungen durchgängig befahrbar zu machen. Diesmal kommt er aus Krailling.

Seit Jahrzehnten rückt das kleine Stück Straße zwischen dem Planegger Schlosspark und der alten, verfallenen Schlosswirtschaft immer wieder auf die politische Agenda. In schöner Regelmäßigkeit befassen sich die Planegger Gemeinderäte mit dem kurzen Abschnitt der Pasinger Straße zwischen Amtmannstraße und Bahnhofstraße. Im Laufe des Jahres werde man die diversen Probleme wieder besprechen, heißt es im Planegger Rathaus. Der Anstoß kommt diesmal allerdings aus der Nachbargemeinde Krailling. Die hätte nämlich gerne, dass die Einbahnstraßenregelung aufgehoben wird.

Nach einem entsprechenden Antrag der Kraillinger FDP-Fraktion im Gemeinderat Ende November hat die Gemeinde die Bitte inzwischen schriftlich an die Planegger Verwaltung herangetragen. „Wir werden uns wohl noch in diesem Monat intern dazu besprechen“, sagte Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) auf Nachfrage zu dem Vorstoß aus Krailling.

Dort hofft man durch die Aufhebung der Einbahnregelung auf eine Entlastung der Margaretenstraße im Ortszentrum. Die würden derzeit viele Autofahrer aus Richtung Stockdorf oder Pentenried als Ausweichroute nutzen, weil sie von der Gautinger Straße, die ab der Ortsgrenze zu Planegg Amtmannstraße heißt, nicht direkt in Richtung Pasing abbiegen können. Auf die Pasinger Straße gelangt man erst über die Münchner Straße und die Bahnhofstraße.

In der Planegger Verwaltung heißt es, das Thema stehe nicht ganz oben auf der Agenda. Man werde es aber auf die Bitte der Kraillinger hin in die Überlegungen zu anderen verkehrstechnischen Fragen in der Umgebung miteinbeziehen, deretwegen man ohnehin mit dem Staatlichen Bauamt reden will. Sowohl die Pasinger Straße als auch die Amtmannstraße sind Staatsstraßen.

Zudem müsse man eine Änderung der Straßenführung sicher „gemeinsam mit einer möglichen Ampel an der Kreuzung von Kettelerstraße und Germeringer Straße betrachten“, sagt Planeggs Rathaus-Geschäftsführer Stefan Schaudig. Auch der, unter anderem von der Planegger CSU geäußerte, Wunsch nach einer Ampel an der Einmündung der Bahnhofstraße in die Münchner Straße müsste wohl Teil einer solchen Gesamtbetrachtung sein.

Und dann ist da noch die alte, marode Schlosswirtschaft. Solange sie stehe, könnte möglicherweise der Platz für nötige Abbiegespuren fehlen, glaubt Schaudig. Die Eigentümerfamilie wollte den verfallenen Bau aus dem 17. oder 18. Jahrhundert schon lange abreißen. Doch der Denkmalschutz stellte sich quer. Die daraufhin entwickelten Renovierungspläne, die lediglich einen Teilabriss vorsehen, harren seit über vier Jahren ihrer endgültigen Beurteilung durch den Denkmalschutz. Kraillings Bauamtsleiter Helmut Mayer glaubt zwar, dass eine Befahrbarkeit in zwei Richtungen auch im derzeitigen Straßenbild machbar sein müsste. Stefan Schaudig sagt, das Straßenbauamt habe zwar in den 1990er Jahren konkrete Planungen entwickelt, die teils an Fragen des Grundeigentums gescheitert seien. Aber er bezweifelt, dass die Pläne noch heutigen verkehrstechnischen Vorschriften entsprechen.

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