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Vom Gautinger Campus mit dem Bus zur S-Bahn: Diesen Teil des Schulwegs (hin und zurück) bezahlt der Landkreis München den Würmtaler Realschülern nun zusätzlich.

Durchbruch bei Fahrtkostenerstattung für Realschüler aus dem Würmtal

Landkreis bezahlt nun ganzen Schulweg

Das Landratsamt München hat eingelenkt. Realschüler aus Gräfelfing, Planegg und Neuried, die in Gauting die Schule besuchen, werden nicht länger benachteiligt. Ihnen wird jetzt die komplette Anreise finanziert.

Würmtal – Rund 100 Euro sparen Schüler, die aus Gräfelfing, Planegg und Neuried stammen und in Gauting die Würmtal-Realschule besuchen, künftig jedes Jahr. Es klingt merkwürdig, doch bislang bekamen Schüler, die aus dem Landkreis Starnberg anreisten, die Kosten für den kompletten Schulweg erstattet. Schüler, die aus dem Landkreis München stammen, bekamen nur den Weg bis zum S-Bahnhof in Gauting bezahlt. Wer nicht laufen wollte, sondern wie die anderen Schüler mit dem Bus weiterfahren wollte, musste eine zusätzliche Fahrkarte für 8,90 Euro pro Monat kaufen. Und das, obgleich sowohl der Landkreis München, als auch die Gemeinden Gräfelfing, Planegg und Neuried Mitglied des Zweckverbandes der Staatlichen Würmtal-Realschule sind.

Der Gräfelfinger Stefan Bayer schlug jetzt Alarm. Er erfuhr über Bekannte von dem Missstand, schrieb an die Politiker Bela Bach (SPD), Florian Hahn (CSU), Landrat Christoph Göbel (CSU) sowie den Würmtal-Merkur. Er hatte gute Argumente – und Erfolg. Was Bayer nämlich außer dem Unterschied zwischen den beiden Landkreisen irritierte, war, dass der S-Bahnhof in Gauting auf der Tarifgrenze des MVV zwischen Ring fünf und sechs liegt, das Schulzentrum aber liegt in Ring sechs. „Hätte man das auf der Zonengrenze gelassen, wäre das gar kein Problem“, meint er. Dann wäre keine weitere Fahrkarte nötig, und die Starnberger hätten auch nicht mehr zahlen müssen als bislang.

Dieses Problem wurde nicht angegangen. Aber der Landkreis München gab nach. Den Realschülern aus den drei genannten Gemeinden wird künftig auch die Fahrkarte für Ring sechs bezahlt. „Die bereits an die jeweiligen Schülerinnen und Schüler ausgegebenen MVV-Jahreszeitkarten werden für das Schuljahr 2017/18 ausgetauscht und mit dem Ring 6 erweitert“, erklärte jetzt die Sprecherin des Landratsamtes München, Christina Walzner.

Damit geht ein jahrelanger Konflikt zu Ende. Bereits im Jahr 2013 sei das Thema in den Verbundsgremien des MVV besprochen worden. Zur Debatte habe schon damals gestanden, das Schulzentrum auf dem Tarifplan auf die Ringgrenze zu legen. Aber: „Damals haben die Gremien bewusst entschieden, dass das so bleibt“, erklärt MVV-Sprecher Martin Schenck. „Wenn das Geld fehlt, muss es irgendwo anders her“, so die Begründung. Irgendjemand hätte für die zusätzlichen Kosten aufkommen müssen. Jetzt übernimmt diese der Landkreis München.

Das ist nicht selbstverständlich. Wie Schulleiter Manfred Jahreis berichtet, wird üblicherweise der Weg zur nächstliegenden Realschule bezahlt. Allerdings schaffte der Landkreis Starnberg bereits in der Vergangenheit eine Ausnahmeregelung: „Schülern aus den Gemeinden, die zum Zweckverband gehören, wird die Fahrkarte bezahlt“, erklärt Jahreis – auch wenn eine andere Realschule näher liegen würde.

Victoria Strachwitz

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