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Das Wohnhaus Maria-Eich-Straße 18 steht direkt oberhalb der A 96-Tunneleinfahrt und bildet die einzige Adresse in Gräfelfing, an der die NO2-Belastung an den Grenzwert heranreicht – dies allerdings nach Berechnungen und nicht nach Messungen. 

Feinstaubbelastung

Luftqualität zweimal grenzwertig

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Feinstaub ist im Würmtal kein Problem. Aber nach neuesten Berechnungen ist die Stickstoffdioxidbelastung an zwei Stellen in Gräfelfing und Planegg grenzwertig.

Würmtal– Fahrverbote in Deutschlands Großstädten sind ein großes Thema. Jetzt hat der Landkreis München berechnen lassen, wie hoch auf seinen viel befahrenen Straßen die Belastung durch Schadstoffe in der Luft ist. Die gute Nachricht: Der seit 2010 gültige Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 µg/m3 im Jahresmittel wird an keinem der 57 betrachteten Beurteilungsorte im Landkreis München überschritten. Die schlechte Nachricht: An drei Orten wurde der Grenzwert erreicht, und zwei davon liegen im Würmtal.

Die A 96 führte zu einem erhöhten Wert an der Maria-Eich-Straße 18 in Gräfelfing. Für Planegg errechnete die mit der Durchführung des Gutachtens beauftragte Firma Müller BBM 40 µg/m3 an der Germeringer Straße zwischen Mathilden- und Georgenstraße. Die Gemeinde Neuried hat es weniger hart getroffen. Für die Planegger Straße wurde ein Wert von 34 µg/m3 errechnet. Sprecherin Inke Franzen sagt: „Wir sind unter dem Grenzwert. Wir machen keine vertiefenden Untersuchungen.“

Doch auf der Germeringer Straße in Planegg fahren täglich 16 000 Fahrzeuge, weiß der Leiter des Planegger Umweltamtes Richard Richter. „Wir kennen die Werte schon länger“, sagt er wenig überrascht. Die Gemeinde versuche bereits, das dort nachts geltende Tempolimit von 30 km/h auszuweiten. Es soll künftig auch tagsüber gelten. „Das würde etwas helfen“, meint Richter. Aber Landkreis und Regierung von Oberbayern müssten noch zustimmen. Dass Feinstaub im Würmtal kein Thema ist, hat Richter ebenso geahnt: „Ein Kollege vom Bayerischen Landesamt für Umwelt hat mir 2017 gesagt, dass die Feinstaubwerte in ganz Bayern rückläufig sind.“

Gräfelfing hat die aktuelle Studie etwas unvorbereiteter getroffen. Markus Ramsauer, Leiter des Gräfelfinger Bauamts, zeigt sich überrascht darüber, dass es mit dem Stickstoffdioxid an der Maria-Eich-Straße gar so schlimm ist. „Ich sehe es noch nicht so dramatisch“, sagt er. Der eigentlich berechnete Wert liege bei 33 µg/m3.. Nur aufgrund eines Sicherheitszuschlags werde der Grenzwert erreicht. Nachdem der neue Kenntnisstand auf Berechnungen beruht, sagt er aber: „Ich würde schon überlegen, eine Messung vorzunehmen, um dort mal Klarheit zu haben.“ Die Konsequenzen, die die Gemeinde ziehen kann, sind begrenzt. „Ich kann keine Fahrverbote auf der Autobahn ausweisen“, sagt er.

Untätig war die Gemeinde dennoch nicht, um ihre Bürger vor den Belastungen durch die Autobahn zu schützen: Im aktuell gültigen Bebauungsplan ist das Haus Nr. 18 an der Maria-Eich-Straße nicht mehr vorhanden. Dort ist das Grundstück als Grünfläche markiert. Sollte das Haus also einmal abgerissen werden, kann an dieser Stelle kein neues mehr gebaut werden. Für die jetzigen Bewohner sieht Ramsauer jedoch keine gesundheitliche Bedrohung. „Da die Grenzwerte nicht überschritten sind, gehe ich davon aus, dass es nicht gesundheitsgefährdend ist, dort zu leben.“

Ohnehin prophezeit das Bayerische Landesamt für Umwelt, dass die Luft bald etwas besser werden könnte: „Durch die Erneuerung der Kfz-Flotte ist voraussichtlich bereits im Kalenderjahr 2019 mit einer niedrigeren Immissionskonzentration zu rechnen“, heißt es in einem Begleitschreiben zur aktuellen Studie. Eine Veranlassung für Messungen, wie Ramsauer sie in Erwägung zieht, sieht das Landesamt daher nicht.

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