+
Sie sind überzeugt vom Bedarf: (v. li.) Neurieds Seniorenbeauftragter Andreas Kobza, Bürgermeister Harald Zipfel, Heinrich Mayer (Nachbarschaftshilfe Neuried) und Dieter Wünsche, Malteser-Bezirksgeschäftsführer werben für die Mahlzeiten-Patenschaften.  

Malteser Gräfelfing

Hilfsangebot, das kaum einer will

  • schließen

Bei den Maltesern in Gräfelfing wundert man sich immer noch ein wenig über den geringen Zuspruch, den Mahlzeiten-Patenschaften erfahren.

Würmtal – Denn man ist sich sicher, dass die Mahlzeiten-Patenschaften, die die Hilfsorganisation seit einiger Zeit anbietet, für viele Senioren mit geringem Einkommen eine echte Erleichterung wären. Doch im gesamten Malteser-Bezirk München (Stadt und Landkreis München und Landkreis Starnberg) nutzen derzeit gerade einmal 132 Menschen das Angebot, täglich kostenlose Mahlzeiten nach Hause geliefert zu bekommen. Das sind gerade mal acht Nutzer mehr als vor einem halben Jahr. Im Würmtal sei die Zahl einstellig. Dabei sei der Bedarf auch hier da, glauben die Malteser.

„Aber die Hemmung, ein solches Angebot anzunehmen, ist bei vielen Menschen hoch“, sagt Pressesprecherin Julia Krill.

Die Malteser wollen an dem überwiegend spendenfinanzierten Angebot aber weiter festhalten und es in Zusammenarbeit mit den Kommunen intensiver bewerben. Auch Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel macht sich für die Aktion stark. Man wolle das Projekt in der Gemeinde mithilfe des Neurieder Seniorenbeauftragten Andreas Kobza und der Nachbarschaftshilfe bekannter machen, teilt Zipfel mit.

Die Mahlzeitenpatenschaft bietet Menschen ab 75 Jahren, die Anspruch auf Sozialhilfe oder Grundsicherung haben oder nach Abzug der Miete von weniger als 550 Euro im Monat leben müssen, eine kostenlose Nutzung des Menü-Sevice der Malteser an. Er kann also auch von Senioren in Anspruch genommen werden, die knapp über der Grenze für Grundsicherung liegen und keinen Anspruch auf andere Angebote wie etwa die Tafeln haben.

Doch viele Menschen würden sich scheuen, sich als hilfsbedürftig zu bekennen, glaubt Krill. Deshalb betont sie die Verschwiegenheit und Diskretion. „Es ist alles genauso wie für unsere zahlenden Kunden. Die gleichen Fahrer liefern die gleichen zubereiteten Gerichte nach Hause“ erklärt Krill. „Nur erhalten die Nutzer der Mahlzeiten-Patenschaften am Ende des Monats keine Rechnung.“

Weitere Auskünfte zu den Mahlzeiten-Patenschaften erteilen die Malteser unter Telefon 85 80 80-0.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weichenstellung für Westumfahrung
Die Gemeinde Planegg schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Westumfahrung Martinsrieds. Am Donnerstag beschloss der Bauausschuss die Aufstellung eines …
Weichenstellung für Westumfahrung
Gratulation unter Vorbehalt
Darf der Bürgermeister zum Geburtstag oder zur Diamantenen Hochzeit gratulieren? Nein. Nicht mehr. Doch im Würmtal lässt sich keiner von der Tradition abbringen.
Gratulation unter Vorbehalt
Gemeinde Neuried setzt auf Nahwärme
Die Gemeinde Neuried will verstärkt umweltfreudliche Energien einsetzen  - und damit ein neues Baugebiet versorgen.
Gemeinde Neuried setzt auf Nahwärme
Neubau des Neurieder Weges nur noch eine Preisfrage
„Im Osten nichts Neues“ hieß es in den letzten Jahren stets, wenn nach dem Fortgang der Verhandlungen für die Sanierung des Neurieder Wegs an der Gräfelfinger Ortsgrenze …
Neubau des Neurieder Weges nur noch eine Preisfrage

Kommentare