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Symbolbild deutscher und britischer Pass

Zahl der Einbürgerungsanträge steigt

Deutscher Pass beliebter denn je

Die Deutsche Staatsbürgerschaft erfreut sich in der Region wachsender Beliebtheit. Auch bei Briten. Im Würmtal halten sie sich aber noch zurück.

Würmtal– Der Brexit veranlasst derzeit viele Briten in der Region dazu, einen Deutschen Pass zu beantragen. Doch auch Menschen anderer Herkunftsländer finden die Deutsche Staatsbürgerschaft attraktiv. Im Landkreis Starnberg werden durchschnittlich 120 Anträge auf Einbürgerung pro Jahr gestellt und genehmigt, berichtet der Sprecher des Landratsamtes Stefan Diebl. „Heuer sind es im ersten Halbjahr 100.“ Und 100 bis 120 weitere Anträge seien noch offen. Derzeit sehe es so aus, als würde auch diesen stattgegeben werden. „Dann haben wir heuer fast eine Verdoppelung.“

Auch bei den Briten im Landkreis Starnberg ist der deutsche Pass aktuell sehr beliebt. Wurden 2016 noch vier Briten eingebürgert, sind es heuer bereits 15. „Die kommen zu 100 Prozent mit dem Hintergrund Brexit“, erklärt Diebl. Damit sind die Briten im Landkreis Starnberg heuer auf Platz drei bei den Einbürgerungen nach vorne gerutscht und haben Afghanen und Tschechen auf die Plätze vier und fünf verwiesen. Die größte Gruppe sei aber immer noch die der Türken. Und auch dort hat es eine Mehrung der Anträge gegeben. Waren es 2016 noch 19, wurden im ersten Halbjahr 2017 bereits 13 Anträge genehmigt. Für diese Zunahme nennt Diebl keinen Grund. Rumänien liegt an zweiter Stelle mit zehn Einbürgerungen im vergangenen Jahr und sechs in diesem.

Das Landratsamt Starnberg hat die Daten nicht auf die beiden Würmtal-Gemeinden Gauting und Krailling heruntergebrochen. Im Landkreis München, wo die Türken heuer vielleicht von den Briten von Platz Eins auf der Liste verdrängt werden könnten, hat das Landratsamt München Zahlen für das Würmtal parat: Seit 2015 habe es im Würmtal noch keine Einbürgerung eines Briten gegeben. „Von den 28 Briten, die in diesem Zeitraum im Landkreis München eingebürgert worden sind, hatte niemand seinen Wohnsitz in einer der drei Würmtal-Gemeinden“, sagt die Sprecherin des Münchner Landratsamtes Christine Spiegel. Von den seit Ende 2015 insgesamt 572 im Landkreis Eingebürgerten stammten elf aus Gräfelfing, 17 aus Planegg und 14 aus Neuried (insgesamt 7,3 Prozent).

28 eingebürgerte Briten im Landkreis München klingt wenig. Die Zahl der Anträge auf Einbürgerung macht deutlicher, was der Brexit ausgelöst hat. Beantragten in früheren Jahren fünf bis zehn britische Landkreis-Bürger die deutsche Staatsbürgerschaft, zählt das Landratsamt München seit dem Brexit vor rund einem Jahr 120 Anträge. Diebl erklärt die allgemeine Zunahme der Anträge wie folgt: „Es hängt damit zusammen, dass viele aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union seit acht Jahren in Deutschland leben.“ Damit erfüllten sie ein entscheidendes Kriterium, um die Staatsbürgerschaft zu beantragen. Bei den Briten käme eine Unsicherheit dazu, die die Entscheidung für den Brexit mit sich gebracht habe. Diebl geht davon aus, dass die Zahl der Anträge auf Einbürgerung nicht abnehmen wird. Im Gegenteil. „Wenn die anerkannten Flüchtlinge acht Jahre hier sind, können sie die Deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Da zählt der Tag der Einreise. Die Zahl der Anträge wird sicher weiter steigen.“

Victoria Strachwitz

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