Über Gemeindegrenzen hinweg

Mehr Einsätze für Würmtaler Feuerwehren

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Auf die Feuerwehren in Gräfelfing, Planegg und Neuried kommen mehr Einsätze zu. Sie sollen in der Stadt München mit anpacken. Wie oft genau, wird erst im Laufe des Jahres feststehen.

Würmtal – „Mein Feuer, Dein Feuer, darf es nicht mehr geben. Für den Bürger ist es das Beste, was passieren kann“, sagt Neurieds Feuerwehrkommandant Thorsten Rehkämper. Seine Feuerwehr hat bereits in München Leben gerettet. Und wenn es in Krailling brennt, kann es gut sein, dass die Planegger Feuerwehr anrückt. Unabhängig von Verwaltungsgrenzen muss laut Alarmierungsbekanntmachung (ABek) des Bayerischen Innenministeriums „das nächstgelegene geeignete Mittel“ alarmiert werden.

Im November 2018 ist die modifizierte ABek in Kraft getreten. Und die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden im Würmtal steht. Zwischen Landkreis und Stadt München wird sie allerdings jetzt erst geregelt. Rehkämper sagt: „Wir können noch gar nicht sagen, was uns erwartet. Aber es kann schon sein, dass wir künftig mehr Einsatzzahlen haben.“ Die Appenzeller Straße auf Münchner Flur sei beispielsweise nur 100 Meter Luftlinie vom Neurieder Gerätehaus entfernt. Er erwartet keine Motivationsschwäche seiner Leute und sagt: „Unsere Arbeitgeber sind tolerant, solange es sinnvolle Einsätze sind.“

Münchens Kreisbrandrat Josef Vielhuber bestätigt Rehkämpers Vermutung: „Die Zahl der Einsätze wird sich erhöhen. In welcher Größenordnung ist nicht absehbar.“ Er geht davon aus, dass im Laufe des Jahres alles geregelt ist. Und er versichert: „Kleinzeug müssen die Münchner selbst erledigen. Es geht um zeitkritische Einsätze.“ Zahlreiche Fehlalarme, die von Brandmeldeanlagen ausgelöst werden, sollen nicht von Feuerwehren im Würmtal abgedeckt werden müssen.

Wie arbeitsintensiv Brandmeldeanlagen sein können, weiß die Planegger Feuerwehr. Sie ist es gewohnt, in Krailling eingesetzt zu werden. „Wenn was ist, kommen wir gerne“, versichert Planeggs Kommandant Martin Heizer. Die ABek besage, dass bei bestimmten Objekten eine Drehleiter erforderlich ist, wenn eine Brandmeldeanlage Alarm schlägt. Planegg hat eine Drehleiter, Krailling nicht. Wenn in einem dortigen Betrieb eine Anlage losging, mussten die Planegger häufig in die Nachbargemeinde. „Seit Ende des Jahres ist es deutlich ruhiger.“ Denn die Planegger haben nachverhandelt und müssen nur noch bei bestimmten Objekten in Krailling anrücken – etwa beim Altenheim. Künftig könnte Planegg deshalb in Großhadern mit anpacken.

Der Sprecher der Gräfelfinger Feuerwehr Thomas Hickel meint, seine Feuerwehr habe kein Problem damit, in Nachbargemeinden auszuhelfen. Im Stadtgebiet München waren die Gräfelfinger an diesem Montag unterwegs. Den Unfallort auf der A96 erreichten sie schneller als die Münchner Berufsfeuerwehr.

Neurieds Feuerwehr wartet ab, inwiefern ihre Einsatzzahlen sich erhöhen. An einer Stelle würde sie es sich sogar wünschen: Rehkämper ist nicht glücklich, dass die Planegger und Gräfelfinger Feuerwehren sich um Unfälle direkt vor dem Neurieder Ortsschild kümmern sollen. „Das Bedarf einer Überarbeitung.“

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