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Wenn der Strom ausfällt, greifen in den Landkreisen und Gemeinden Notfallpläne. 

Landkreise und Gemeinde haben vorgesorgt

Mit Notfallplänen für Stromausfall gerüstet

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Immer wieder kam es in München und der Umgebung in den vergangenen Jahren zu Stromausfällen. Was würde passieren, wenn im Würmtal längere Zeit die Energieversorgung versagt? Die Notfallpläne sehen unterschiedliche Maßnahmen vor.

Würmtal– Ein Stromausfall hat schnell weitreichende Folgen: Telefone und TV-Geräte gehen nicht mehr, nach einiger Zeit auch Smartphones und Laptops. Trink- und Abwasser kann nicht mehr zu- und abgeleitet werden. Kühlungen, Beleuchtungen und Heizungen sind ebenfalls betroffen. Die Stromversorgung in Südbayern ist zwar stabil. „Die Wahrscheinlichkeit eines länger andauernden Stromausfalles für ein weites Gebiet ist als gering einzustufen“, sagt Christina Walzner, Sprecherin des Landratsamtes München.

Dennoch kann es immer wieder zu auch längeren Ausfällen in einzelnen Gemeinden kommen. Vorsorgemaßnahmen sind getroffen: „Notstromaggregate und Netzersatzanlagen stehen bei den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und anderen Organisationen zur Verfügung. Gegebenenfalls können diese Anlagen aus anderen Landkreisen oder Städten angefordert werden“, sagt Walzner. Wenn erforderlich, können die Feuerwehren wichtige öffentliche Gebäude und Einrichtungen, die eine entsprechende Einspeisemöglichkeit haben, mit Strom versorgen. „Eine direkte Versorgung einzelner Haushalte mit Notstrom ist aufgrund fehlender Einspeisemöglichkeiten sowie der schieren Menge an Haushalten im Landkreis nicht möglich“, so Walzner. Dasselbe gilt für den Landkreis Starnberg. „Im Einzelfall ist es aber möglich, dass eine Netzersatzanlage an beliebiger Stelle eines öffentlichen Stromnetzes angeschlossen werden kann, um eine Stromversorgung der jeweiligen angeschlossenen Verbraucher sicherzustellen“, so Walzner.

Fällt in einer Gemeinde flächendeckend der Strom aus und beziehungsweise oder für mehr als sechs Stunden, wird die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) in den Landratsämtern aktiv. „Das Landratsamt löst den Katastrophenschutz aus“, sagt Imke Franzen, Sprecherin der Gemeinde Neuried. Je nachdem, wie groß das betroffene Gebiet und die Auswirkungen sind, werden Notstromaggregate, Einsatzzentralen und Notaufnahmen aktiviert. In Planegg würde zum Beispiel das Kupferhaus als Notaufnahme dienen, „das mittels externem Stromaggregat in Betrieb gehalten werden kann“, wie Gemeinde-Sprecherin Martina Sohn sagt. Das Feuerwehrgerätehaus an der Pasinger Straße „würde im Katastrophenfall als Kommunikations- und Einsatzzentrale fungieren“. Auch die Polizeiinspektion würde weiter mit Strom versorgt werden, alle anderen öffentlichen Gebäude wie die Planegger Schulen mit Turnhallen verfügen hingegen „derzeit baulich über keine externe Stromeinspeisung und könnten daher bei längerem Stromausfall nicht oder nur sehr eingeschränkt genutzt werden“, sagt Sohn. Die Planegger Feuerwehr besitzt ein großes Aggregat auf einem Abrollbehälter sowie mehrere kleine Aggregate, ebenso die Urologische Klinik.

In Neuried würde bei einem flächendeckenden Stromausfall „bis zur Wiedereröffnung der Mehrzweckhalle in der Aula das Krisenzentrum eingerichtet“, sagt Inke Franzen. Am Neurieder Bauhof gibt es zwei kleine und ein großes Notstromaggregat sowie ein großes bei der Feuerwehr. „Die Aggregate können den Strom aber nur in begrenztem Maße ersetzen, allein die Beleuchtung verbraucht sehr viel. Um dann noch Menschen mit Strom zu versorgen, die an lebenserhaltende Geräte angeschlossen sind, braucht es Unterstützung“, sagt Franzen. Das Neurieder Rathaus verfügt ebenso wie das in Planegg über kein eigenes Notstromaggregat.

Das Rathaus in Krailling besitzt ein Aggregat „dass bis etwa eine Stunde reicht“, wie Geschäftsführer Franz Wolfrum sagt. Im Falle des Falles würde der gemeindeeigene Katastrophenschutzplan aktiv, der etwa auch bei Hochwasser gilt. In Gräfelfing „gibt es Akkus, damit unsere Server im Falle des Falles ordnungsgemäß ohne Datenverlust runterfahren können“, sagt Rathaus-Sprecherin Sabine Strack. Die Gemeinde besitzt im Gegensatz zur Gräfelfinger Feuerwehr keine eigenen Katastrophenpläne, sagt Strack. Die Wolfartklinik verfügt über Notstromaggregate.

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