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Die Unterbrunner Burschen feierten eine Grillparty auf dem örtlichen Weiher.

Neue Facebook-Herausforderung

Grillen im kalten Wasser

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Es ist Winter, und sie stehen barfuß im kalten Wasser und grillen. Auf Facebook zieht eine neue Herausforderung weite Kreise. Zahlreiche Vereine aus dem Würmtal machen mit. Es gibt aber auch Spaßbremsen.

Würmtal– Schuld sind die Wangener Burschen. Sie haben das Würmtal infiziert. Sie forderten die Leutstettener und Unterbrunner Burschen auf, sich in eisiges Wasser zu begeben, dort zu grillen, das Vergnügen zu dokumentieren und den Beweis bei Facebook zu teilen. Die Wangener haben das Kaltwassergrillen, die „Cold Water Grill Challenge“, auf Facebook nicht erfunden, aber sie haben sie in Richtung Würmtal geschickt. Denn die beiden von ihnen nominierten Burschenschaften kamen ihrem Wunsch nach. Und über die Leutstettener Burschen, die wiederum die Maibaambuam Gauting nominierten, schwappte das kalte Vereinsvergnügen die Würm bis nach Planegg hinunter. Nach und nach stellen sich Mitglieder von Würmtaler Vereinen in eisiges Wasser, um dort zu grillen. Sie stellen sich in die Würm, in örtliche Weiher oder wie die Gautinger Feuerwehr in ein professionelles Feuerwehr-Auffangbecken. Das Wasser sei auch dort richtig kalt gewesen, betont Kommandant Stefan Klaußner. „Warmes Wasser würde dampfen, das würde man dann auch sehen.“

Nominierte, die sich weigern, die Herausforderung anzunehmen, müssen dem Herausforderer eine Grillparty spendieren. Die Oberbrunner Burschen zum Beispiel. Sie wie auch die Buchendorfer Burschenschaft hatten die Gautinger Maibaambuam aufgefordert, mitzumachen. Die Buchendorfer Burschen hatten beim Dreh ihres Videos im örtlichen Weiher viel Spaß. „Es hat leicht geschneit, und es war eine kurze Überwindung, da reinzugehen. Aber wir hatten eine Mordsgaudi“, berichtet Oberbursch Matthias Hella.

Oberbrunns Oberbursch Florian Dietl sagt hingegen: „Wir machen da nicht mit.“ Er hat mehr Lust auf Grillen im Sommer als auf kalte Füße im Winter: „Wir machen im Sommer ein tolles Grillfest mit den Maibaambuam. Jede Challenge muss irgendwann enden.“ Doch ob diese Herausforderung auf Facebook so schnell enden wird, ist ungewiss. Jedenfalls nicht im Würmtal. Hermann Geiger, Oberbursch aus Unterbrunn, dessen Verein schon zu Dreikönig ins Wasser stieg, kündigt an: „Wir wollen das als Tradition einführen.“ Er plant ein jährliches Dreikönigsschwimmen im Unterbrunner Weiher mit einem kleinen Fest für den Ort. „Es war lustig und es war was für den Ort. Wir haben danach noch lange weiter gegrillt.“

Die Gautinger Feuerwehrler haben sich mit der Aktion nicht nur dem kalten Wasser, sondern auch der Herausforderung Facebook gestellt: Das Video ist der allererste offizielle Post auf ihrer Facebookseite. Und bis gestern Mittag, 15 Stunden nachdem es online gestellt wurde, war das Video bereits rund 1000 Mal aufgerufen worden. Trotzdem sagt Klaußner: „Es ist jetzt nicht geplant, dass wir da jetzt jeden Tag Sachen posten.“

Die Feuerwehr Krailling mit Kommandant Richard Siebler steht Facebook noch kritischer gegenüber: „Das halte ich für bedeutungslos.“ Er will nicht mitmachen. Die Stockdorfer Feuerwehrler sind grundsätzlich aktiver auf Facebook. „Das ist vielleicht ein Fehler, denn dann wird man auch für sowas nominiert“, meint der Vorsitzende Klaus Ringhoff. Die Feuerwehrler setzten sich jedenfalls pflichtbewusst in die Würm. Ringhoff begrüßt die Aktion, weil sie seiner Ansicht nach die Vereine miteinander verbindet. Und weil die Facebook-Herausforderung auch zum Spenden animieren soll, planen die Stockdorfer Feuerwehrler einen Tag in den Sommerferien, an dem sie sich um die Kindergartenkinder des Ortes kümmern. „Um die Eltern zu entlasten und den Kindern einen tollen Tag zu bereiten“, sagt er.

Die Feuerwehr Planegg will sich laut Kommandant Martin Heizer aus Versicherungsgründen nicht der Facebook-Herausforderung stellen. Offen ist, ob der Trachtenverein D’ Würmlust-Stamm Gauting sowie die Maibaumfreunde und die St. Vitus-Schützen aus Stockdorf im kalten Wasser grillen werden. Nominiert sind sie jedenfalls alle.

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