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Beim Metzger: Einige Kunden wollen ihre Einkäufe in mitgebrachte Behälter gelegt bekommen.  

Müllvermeidung beim Einkauf

Die Plastikdose als Frage der Hygiene

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Müll vermeiden liegt im Trend. Einige Würmtaler lehnen beim Metzger die Verpackung ab. Sie wollen eigene Gefäße nutzen. Die Metzger sehen das nicht nur positiv.

Würmtal – Kunden, die zum Einkaufen ihre eigenen Verpackungen mitbringen, kennt der Lochhamer Metzger Dieter Augenthaler. Er richtet sich nach ihren Wünschen, aber er hat klare Regeln: „Ich fasse die Verpackung nicht an und ich nehme sie auch nicht hinter die Theke.“ Das habe hygienische Gründe. Bei der Tupperware der Kunden wisse er nicht, wie sauber sie sei. Er wiege daher Fleisch und Wurst wie gewohnt ab. Dann lege er die Ware in die Dose auf der Theke, ohne diese zu berühren.

Wenn die Kunden mit Plastikbüchse in die Metzgerei kommen, dann „ist das immer schwierig“, findet auch Metzger Georg Schreiber aus Krailling. „Das ist ein zweischneidiges Schwert.“ Auf der einen Seite sieht er den Umweltschutz, auf der anderen die Probleme mit der Hygiene. Für ihn ist das alles nicht neu. „Eine Kundin bringt ihr Doserl schon seit 60 Jahren mit.“

Auch die Mitarbeiter der Boneberger-Filialen in Gauting und Gräfelfing kennen das Phänomen. Täglich verzichteten ein bis zwei Kunden auf die Verpackung der Ware. „Das war schon mal häufiger“, meint Inhaber Michael Walk. Seine Erklärung: Die Verpackungen seien umweltfreundlicher geworden. Ihn stört der Rückgang nicht. Wenn die rohe Bratwurst zusammen mit Salami und Gelbwurst in einer Packung landet, „ist das nicht so appetitlich“, findet Walk. Er erklärt, „wir würden weniger Verpackung begrüßen. 100 Prozent begeistert sind wir nicht“, wenn Kunden eigene Dosen mitbringen – trotz Umweltschutz und geringeren Verpackungskosten. „Es hat jeder ein anderes Verständnis von Sauberkeit.“ Metzger müssten Schneidebretter, Maschinen und mehr desinfizieren und dies auch dokumentieren. „Da gelten strenge Vorschriften.“

Auch Metzger Volker Brehm aus Martinsried findet Müllvermeidung sinnvoll, sagt aber: „Wir dürfen eine fremde Verpackung nicht über den Thekenrand nehmen.“ Das habe der Gesetzgeber streng geregelt. Da sei nichts zu machen. Brehm meint, „man hält den Verbraucher nicht für mündig“. Er vertraue den Kunden. Die Leute würden schon darauf achten, die Gefäße sauber zu halten, in denen sie ihr Essen aufbewahrten. Bislang hätten ihn nur wenige Kunden gebeten, Wurst in Tupperware zu legen. „Viele wissen um die Problematik“, meint Brehm. Schreiber kennt außer dem Umstieg auf Plastikdosen noch einen Weg, Müll zu vermeiden. „Einerseits sagen wir: Plastik weg. Andererseits habe ich welche, die brauchen für eine Semmel eine Plastiktüte.“ Auch Walk rät den Kunden, mit eigener Tragetasche einzukaufen. Seit er Geld für seine Plastiktüten verlange, habe die Nachfrage danach nachgelassen. Walk: „Da sieht man, dass man die Leute erziehen kann.“

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