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Seit fünf Jahren online aktiv: Geschäftsführer Mohammed Shohel bekommt im Martinsrieder Piccolo viele Bestellungen über das Internet. 

Lieferdienste

Nur wenige Würmtaler Lokale nutzen Online-Bestellungen

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Online-Essenlieferdienste wie Lieferando.de und Lieferheld.de werden immer beliebter. Auch im Würmtal bieten manche Gastronomen eine Bestellmöglichkeit über die Plattformen an. Andere Gastwirte haben hingegen nicht vor, die Dienste zu nutzen.

Würmtal - Die Vorgehensweise ist simpel: Nur ein paar schnelle Klicks und schon wird einige Zeit später die Pizza, das Schnitzel oder ein leckeres Dessert direkt an die Haustür geliefert. Online-Essenslieferdienste verzeichnen in den letzten Jahren eine immer größere Nachfrage. Auf den Plattformen Lieferando.de, Lieferheld.de und Pizza.de bieten auch das Martinsrieder Restaurant Piccolo, das Gräfelfinger Lokal Punjab Palace sowie der Neurieder Pizzadienst Pizza Avanti ihre Speisen und Getränke an, die ersten beiden zusätzlich auf Pizza-Taxi.de. Alle Lokale unterhalten zudem eigene Websites.

Wer als Gastronom Essen liefern möchte, „ist auf solche Plattformen auch angewiesen“, sagt der Neurieder Pizza Avanti-Geschäftsführer Rosario Scivoli. „Besonders bei Jugendlichen sind die Seiten sehr beliebt und werden auch insgesamt immer beliebter, da die Plattformen viel Werbung zum Beispiel im Fernsehen machen.“ Die Neurieder liefern wie die beiden anderen Lokale alle Bestellungen. „Wenn dies Fahrer von den Plattformen machen würden, müssten wir 30 Prozent Provision zahlen, im Moment zahlen wir stattdessen fünf bis acht Prozent. Ich habe aber schon von neuen Verträgen gehört, die 12 bis 15 Prozent Provision vorsehen“, erzählt Scivoli. Die Bestellungen über die Plattformen landen automatisch im Kassensystem der Neurieder. Der Pizzadienst liefert in einem Umkreis von fünf bis sechs Kilometern aus.

Seit fünf Jahren ist das Martinsrieder Lokal Piccolo online aktiv. „Besonders über Lieferheld.de bekommen wir viele Bestellungen, an zweiter Stelle ist bei uns Lieferando.de“, sagt Geschäftsführer Mohammed Shohel. „Samstag und Sonntag sind die wesentlich stärkeren Tage als unter der Woche. Alleine am letzten Sonntag hatten wir rund 60 bis 70 Bestellungen. In letzter Zeit sind es aber insgesamt etwas weniger als früher“, sagt Shohel Mohammed. Pizza, Pasta, Fleisch- und Fischgerichte seien auf den Plattformen in etwa gleich beliebt. Das Piccolo hat für die Websites „ein eigenes Tablet-Gerät, auf dem die Bestellungen ankommen“, so Mohammed Shohel.

Genauso wie die Martinsrieder liefert auch das Gräfelfinger Restaurant Punjab Palace in einem Umkreis von etwa sechs Kilometern aus. „Wir bekommen die Bestellungen der Plattformen per Fax oder I-Pad,. Am beliebtesten ist bei uns unter anderem der Chicken-Salad, ansonsten breit gemischt“, sagt Geschäftsführer Harminder Singh. Der stärkste Tag bei den Gräfelfingern ist der Freitag.

Im Gegensatz zu diesen Gastronomen stehen viele andere Würmtaler Restaurants den Websites kritisch gegenüber. „Wir werden auf keinen Fall dabei sein, denn wir sind in der glücklichen Lage, auch schon so genug Kunden zu haben“, sagt der Geschäftsführer der Kraillinger Brauerei, Sabri Konxheli, der von den Plattformen „nicht begeistert“ ist. Alle Gerichte können in dem Restaurant aber zum Mitnehmen bestellt und abgeholt werden, was einige Firmen regelmäßig machen. „Unsere Küche ist nur 300 bis 350 Quadratmeter groß, wir haben keine Lieferwägen und könnten daher einen solchen Dienst gar nicht bewerkstelligen“, sagt Paul Kaspar, Pächter des Neurieder Wirtshaus Lorber. „Außerdem müsste bei einem Lieferdienst die Abfertigung in einer Amazon-mäßigen Geschwindigkeit und Weise geschehen, was die Qualität beinträchtigen würde“, meint Kaspar.

Noch keine Gedanken gemacht hat sich Oliver Langemann vom Lochhamer Pschorrhof über die Online -Lieferdienste. „Es hat aber auch noch kein einziger Gast danach gefragt.“ Ebenfalls nicht im „Fokus“ sind die Websites beim Planegger Pe.Es.Kottmeier. „Vielleicht ändert sich das aber irgendwann einmal“, sagt Geschäftsführer Peter Schweizer. Das Pe.Es. hat erst vor einigen Wochen wegen Personalmangel sein Mittagsgeschäft einstellen müssen. Wie alle anderen Restaurants können aber auch hier alle Gerichte zum Mitnehmen bestellt werden.

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