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G8 oder G9? Brigitte Schmid-Breining, Direktorin des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium, will die Entscheidung der Schulgemeinschaft überlassen.

Neue Wahlmöglichkeit zwischen acht- und neunstufigem Gymnasium

Würmtaler Direktoren: "Das G 8 funktioniert gut"

Würmtal - Acht oder neun Jahre Gymnasium? Künftig sollen Schulen selbst entscheiden dürfen, welchen Weg sie wählen. Direktoren im Würmtal finden das unnötig.

Würmtal – Ob die Mittelstufe an Bayerns Gymnasien um ein Jahr verlängert wird, will die CSU den Schulen freistellen. Die Direktoren im Würmtal finden den aktuellen Wirbel um G8 und G9 überflüssig. Erstens sei nichts entschieden, zweitens laufe ein Pilotversuch. Drittens: „Das Gymnasium läuft gut. Der Bedarf ist hier nicht gegeben“, sagt Sylke Wischnevsky, die Direktorin des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums (OvTG) mit Blick auf das neunjährige Gymnasium. Zum G8 erklärt sie: „Wir haben da wirklich einen Erfolg draus gemacht, und ich würde es gerne so weitermachen.“

Hendrik Rehn, der Leiter des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums, sieht das genauso. Er erklärt: „Nachdem wir gerade deutlich bewiesen haben, dass für die meisten Kinder das G8 gut funktioniert und keiner meiner Abiturienten jetzt noch ein Jahr dranhängen möchte, bevorzuge ich G8.“ Den Vorschlag der CSU, dass an großen Schulen auch beides, also G8 und G9, möglich sein soll, lehnt Rehn ab. „Beides an einer Schule gibt ein großes, unnötiges Durcheinander. Wir brauchen nicht noch mehr Entscheidungen für Eltern und Kinder, für die es in der Regel ein hohes Maß an ,seherischen Fähigkeiten’ benötigt“, findet er. Schließlich dürften die Schüler meist schon zwischen mehreren Fremdsprachen und Ausbildungsrichtungen wählen. „Außerdem macht es für die wenigsten Jugendlichen Sinn, die Zeit der schwierigen Motivationslage – genannt Mittelstufe – zu verlängern“, meint Rehn.

Auch die Tatsache, dass künftig jede Schule selbst entscheiden soll, findet der Direktor schwierig: „Aus meiner Sicht braucht es eine klare Entscheidung für einen Rahmen, der in ganz Bayern gilt, ansonsten erzeugen wir so viele Einzelfälle bei Schulwechseln et cetera, dass wir mehr Sonder- als Regelfälle haben.“

Die Leiterin des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums, Brigitte Schmid-Breining, versucht zu beruhigen. Sie sagt: „Laut Auskunft des Kultusministeriums ist noch nichts entschieden, außer, dass es künftig weder das G8, noch das G9 in der bekannten Form geben wird.“

„Ich würde gerne den Pilotversuch abwarten“, erklärt Gautings Direktorin Sylke Wischnevsky. 47 Schulen testeten im abgelaufenen Schuljahr, ob es sinnvoll ist, den Lernstoff der Jahrgangsstufen acht bis zehn in vier statt wie gehabt in drei Jahren zu absolvieren. Der Versuch geht noch ein weiteres Jahr. Wischnevsky sagt, an ihrer Schule habe es nicht eine Anfrage gegeben, an dem Versuch teilzunehmen. Nicht von Eltern, nicht von Schülern, nicht von Lehrern.

Sollte es aber künftig zu einer Wahlmöglichkeit kommen, hält es Wischnevsky für denkbar, dass am OvTG Elternbeirat, Schülervertreter und Lehrerkollegium an der Entscheidung beteiligt werden. Am Feodor-Lynen-Gymnasium dürfe die gesamte Schulgemeinschaft darüber abstimmen, sagt Schmid-Breining.

Victoria Strachwitz

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