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Die Kirchen im Würmtal, hier die Waldkirche in Planegg, akzeptieren die traditionellen Begleiter des Osterfestes.

Pfarrer im Würmtal sehen sich nicht ernsthaft unter Druck durch Kommerz und Zeitgeist

Die Osterbotschaft hörbar machen

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Ostern hat es schwer. Jedenfalls jenes Ostern, das wir als eines der beiden großen Feste der Christenheit feiern.

Würmtal – Die frohe Botschaft von der Auferstehung Jesu, vom Sieg des Lebens über den Tod, konkurriert nicht nur wie Weihnachten mit Kommerz, Amerikanismen und Zeitgeist. Sondern muss zudem das abstrakte, unbegreifliche Ereignis der Auferstehung transportieren. Mancher fragt sich da schon: Wer macht das Rennen – Jesus oder der Osterhase? Die Kirchen im Würmtal stellen sich dieser Situation, sie tun das positiv-gelassen und doch mit dem gebotenen Ernst.

„Weihnachten hat es leichter“, stellt Pfarrer Bernhard Liess von der evangelischen Waldkirche in Planegg fest. Die Menschen strömen an Heiligabend zu Tausenden in die Gottesdienste, lassen eine tiefe Sehnsucht erkennen. Das ist an Ostern etwas anders, obwohl es christlich gesehen das zentralere Fest ist. Pfarrer Liess: „Ohne Auferstehung wäre der christliche Glaube hinfällig.“

„Die Passionszeit hat es einfach schwerer als der Hase und das Christkind“, sagt Pfarrer Liess. Sie vermittle eben auch diese „harte Seite des Glaubens“. Die Feststellung, dass Leiden in der Welt existiert. Dass die Welt nicht heil ist. Dafür stehe das Kreuz auf Golgatha. Pfarrer Liess: „Jesus stirbt mit den Worten: Gott, warum hast du mich verlassen? Das ist eine Gottverlassenheit, die man erst mal aushalten muss. Und die wir auch im Glauben aushalten müssen und nicht sofort lieblich überdecken sollten. Daran erinnert die Passionszeit. Wir neigen dazu, es gleich wieder schön haben zu wollen.“

Pfarrer Markus Zurl von St. Stefan in Gräfelfing erinnert daran, dass viele Menschen Verunsicherung, Angst, Einsamkeit verspüren, inmitten einer lauten, hektischen Welt. Pfarrer Zurl: „Wir antworten darauf mit der Grundbotschaft des Lebens. Sie hebt nicht Leid und Gefahr auf. Aber auf die Prüfung folgt immer das Leben. Wie ein Weizenkorn sterben muss, um Leben zu schenken, müssen auch wir durch Schweres hindurch, um zu neuem Leben zu gelangen.“

Auch für Pfarrer Bernhard Liess ist wichtig: „Das Christentum transportiert gerade auch an Ostern eine realistische, nüchterne Weltsicht, ohne pessimistisch zu werden: Die Welt ist nicht heil. Aber es gibt immer auch die Hoffnung auf neues Leben, was wir mit Ostern feiern. Und ich glaube, das ist eine Botschaft, die schwieriger zu vermitteln ist als die Geburt eines Kindes, aber die trotzdem den Menschen letztlich einleuchten kann. Weil sie selber Krisen und Schicksalsschläge erleben und sehen, wie die Welt in der Krise ist.“

Pfarrer Zurl sieht diese christliche Osterbotschaft ebenfalls nicht ernsthaft unter Druck. Hase und Osterei seien dann doch ein „ganz anderes Paar Schuhe als die Botschaft, dass Jesus lebt“. In der Woche vor den Ferien ging er durch alle Kindergartengruppen und sprach das Thema Ostern an. „Der Osterhase sticht die Auferstehung da schon aus“, bekennt der Geistliche schmunzelnd. Und doch: Als er von der Fußwaschung erzählte und von Jesu Einzug in Jerusalem, hörten die älteren Kinder schon interessiert zu.

Beide Pfarrer hadern keineswegs mit den schon traditionellen Begleitern des Osterfestes, den Hasen und den Eiern. „Wir feiern in der Familie mit den Kindern Ostern, wie alle anderen auch. Das Verstecken von Eiern und Hasen gehört dazu, und das finde ich auch in Ordnung“, sagt Pfarrer Liess. Allerdings gilt im Hause Liess: Ostern beginnt erst in der Osternacht. Und nicht vier Wochen vorher, wie im Supermarkt.

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