Spaziergang mit Osterhasen durch Planeggs Südtiroler Partnergemeinde Klausen. Die Ostereier werden hier traditionell am Gründonnerstag gefärbt.

Ostern in den Partnergemeinde

Eier rollen und hecken

Würmtal - Osterhase: Fehlanzeige. Die Glocken bringen die Eier. An Karfreitag arbeitet man und pflanzt Kartoffeln. Ostern in den Würmtaler Partnergemeinden läuft anders ab als hierzulande.

Osterhase, Ostereier, Osterlamm und in einigen Fällen auch Ostermesse. Das ist Ostern im Würmtal. Schokolade und Eier spielen auch bei den Partnern der Würmtalgemeinden in Didcot (England), Paulhan, Meylan und Clermont l’Herault (Frankreich) sowie Klausen (Italien) eine zentrale Rolle. Wenn auch zum Teil auf eine ganz andere Art und Weise. Denn in England und Südtirol werden die hartgekochten Eier nicht nur dekoriert und gegessen. Sie werden auch bei öffentlichen Wettbewerben ins Rennen geschickt.

In Planeggs Partnerstadt Didcot wird wie in ganz England zu Ostern mit großer Begeisterung das Eierrollen praktiziert. Die Teilnehmer lassen Eier einen Hügel bergab rollen. Sieger ist der, dessen Ei die weiteste Strecke zurücklegt hat. In einem Ortsteil von Klausen, in Latzfons, geht es darum, beim „Hecken“ das stabilste Ei zu haben. Nach dem Gottesdienst trifft man sich dafür auf dem Dorfplatz. Die Kontrahenten schlagen jeweils gekochte Eier gegeneinander, das unbeschädigte Ei gewinnt, als Prämie winkt das eingeschlagene des Gegners.

„Gemäß unserer Tradition werden in Klausen am Gründonnerstag die Ostereier gefärbt“, erklärt die dortige Bürgermeisterin Maria Gasser. Einige Frauen beherrschten das so genannte Einbinden der Eier mit Gras, Blumen und Zwiebelschalen. In Frankreich stehen die hartgekochten Eier gemeinsam mit Radieschen und grünem Salat an Ostern zum Mittagessen auf dem Menü. „Und selbstverständlich Lammkeule“, sagt Francis Dubois aus Gautings Partnergemeinde Clermont l’Herault.

Doch wer bringt die Eier – auch die aus Schokolade? Ursprünglich versteckt sie nur hierzulande der Osterhase. In England gebe es ihn erst seit kurzer Zeit, sagt Susan Totterdell aus Didcot. Keineswegs bringe ein Hase die Hühner und Eier aus Schokolade, sagt Simone Lerch aus Kraillings französischer Partnergemeinde Paulhan. Pascale Chevalier aus Planeggs Partnerstadt Meylan in Frankreich erklärt warum: „Weil die Glocken von Karfreitag bis zum Ende der Ostermesse am Sonntag nicht klingen, sagen wir, dass die Glocken nach Rom geflogen sind. Der Papst gibt ihnen seinen Segen. Wenn sie zurückkommen, verschenken sie Schokolade.“

Zu Ostern in Frankreich gehört außer den Glocken aber auch die Tatsache, dass Karfreitag kein Feiertag ist. „Wir gehen ganz normal arbeiten“, sagt Lerch. Ostermontag sei dann ein Feiertag, und da werde traditionell picknicken gegangen. In Klausen verhält es sich ähnlich mit dem Arbeiten an Karfreitag. Die Geschäfte öffnen allerdings erst um 16 Uhr nach der Kreuzwegandacht. Die Metzgereien hätten geschlossen, schließlich werde an dem Tag gefastet, sagt Maria Gasser.

Das Wichtigste für die Klausener Bürgermeisterin an Ostern ist aber „die Botschaft unseres Glaubens, die Auferstehung. Ich denke, es würde uns gut tun, öfters dieses Symbol zu sehen, das positive Symbol“, sagt sie. Der religiöse Aspekt des Osterfestes ist für Familie Totterdell hingegen weniger wichtig. Auch in England wird an Karfreitag gearbeitet. Denn da werden Kartoffeln gepflanzt, so auch bei den Totterdells.

Der größte Unterschied zwischen Ostern in Frankreich, Südtirol, dem Würmtal und Großbritannien ist allerdings wohl folgender: Kein Fest in England, ohne einen Auftritt der Königin. Am Gründonnerstag belohnte sie wie jedes Jahr Frauen und Männer für ihre christlichen Dienste gegenüber Kirche und Gemeinschaft. Heuer waren es je 89 – denn so alt ist die Queen.

vs

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