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Enorm hoher Rücklauf: Gabriele Somann, Sekretärin von St. Nikolaus Neuried, mit Stimmzetteln der Pfarrgemeinderatswahl 2014. Dank Briefwahl verzeichnete die Pfarrei eine sehr hohe Wahlbeteiligung.

Pfarrgemeinderäte

Jung und Alt stellen sich zur Wahl

Die Wahl der Pfarrgemeinderäte steht kurz bevor. Zum ersten Mal können Katholiken ihre Wunschkandidaten ausschließlich per Post wählen. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden im Würmtal rechnen mit einer deutlich höheren Wahlbeteiligung.

Würmtal – Der Diözesanrat hatte im Rahmen der Frühjahrsvollversammlung beschlossen, künftig eine Allgemeine Briefwahl durchzuführen. Dabei bekommt jeder Wahlberechtigte die Unterlagen von der Pfarrei zugeschickt. Letztendlich kann aber jede Pfarrgemeinde selbst entscheiden, ob sie von dieser Regelung Gebrauch machen will. Wer sich gegen die Briefwahl entscheidet, muss einen entsprechenden Antrag an das Bistum stellen.

Die Pfarrei St. Nikolaus in Neuried hatte sich bereits bei der letzten Wahl vor vier Jahren gegen eine Urnenwahl entschieden. „Durch die Briefwahl lag die Wahlbeteiligung plötzlich bei 30 Prozent“, sagt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Markus Hinz. Zuvor seien es rund fünf Prozent gewesen. Dennoch sei die Briefwahl natürlich mit einem deutlich größeren Aufwand verbunden.

Zwölf Kandidaten stellen sich in Neuried zur Wahl, acht davon werden am 25. Februar in den Pfarrgemeinderat ziehen. Die Kandidaten stellen sich an diesem Samstag nach der Vorabendmesse (Beginn: 18 Uhr) und nach dem Gottesdienst am Sonntag (Beginn: 10 Uhr) vor. Besonders stolz ist Hinz auf die verschiedenen Altersklassen der Kandidaten. Vom Schüler über die Studentin bis hin zur Rentnerin sei alles vertreten. Kandidieren dürfen alle Katholiken, die mindestens 16 Jahre alt sind. Wahlberechtigt sind alle ab 14.

Auch die Pfarrei St. Elisabeth in Planegg freut sich über Vertreter aller Altersgruppen. Die jüngste Kandidatin ist Auszubildende, die älteste Rentnerin. Auf die insgesamt 12 Sitze kommen 18 Bewerber. Vorsitzende Karin Detsch tritt hingegen nicht mehr an. „Nach zwölf Jahren gehe ich sozusagen in Rente“, sagt Detsch und lacht.

Auf jugendliche Mitglieder muss die Pfarrei St. Johannes Evangelist in Lochham verzichten. „Ich hätte mir gewünscht, dass jemand diese Altersgruppe vertritt“, sagt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Peter Köstler. Die jüngste Kandidatin ist 40 Jahre alt, der älteste 74.

Insgesamt haben sich acht Personen für die Wahl zur Verfügung gestellt, fünf davon werden tatsächlich Mitglied des Pfarrgemeinderats. „Wobei wir immer noch die Möglichkeit einer Hinzuberufung haben“, erklärt Köstler. Das bedeutet, dass die bereits gewählten Mitglieder weitere Kandidaten vorschlagen können, selbst, wenn diese nicht für das Amt kandidiert hatten. Auf diese Weise können beispielsweise Katholiken mit besonderem Sachverstand oder Vertreter einer bestimmten Altersgruppe einberufen werden.

Peter Köstler hat sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Nach insgesamt 28 Jahren im Pfarrgemeinderat, davon 16 Jahre als Vorsitzender, wird er sich künftig seiner neuen Aufgabe als Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes St. Johannes Evangelist und St. Stefan in Gräfelfing widmen. Es sei immer sein Ziel gewesen, die beiden Pfarreien zusammenzuführen. Seit Januar vergangenen Jahres ist dieser Traum Wirklichkeit. Obwohl die beiden Pfarrgemeinderäte als ein Gremium agieren, werden sie getrennt voneinander gewählt.

„Wir stellen sieben Mitglieder“, sagt Thomas Heidenreich, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Stefan in Gräfelfing. Zehn Kandidaten stehen zur Auswahl. „Es war sehr schwer, jemanden zu finden, der dieses Ehrenamt ausführen will“, so Heidenreich. Vor allem der Zeitfaktor spiele eine wichtige Rolle. Viele hätten zwar Lust, sich zu engagieren, allerdings nicht als verbindlich gewähltes Mitglied.

Thomas Heidenreich selbst ist bereits seit 20 Jahren im Pfarrgemeinderat vertreten und hat sich nun erneut für eine Kandidatur zur Verfügung gestellt. Einer der Gründe sei der erst kürzlich gegründete Pfarrverband. Heidenreich: „Ich würde dieses Projekt gerne weiter auf die Bahn bringen, ehe ich es guten Gewissens an einen Nachfolger übergeben kann.“

Karin Priehler

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