CSU-Politiker aus dem Würmtal zur erneuten Kandidatur der Kanzlerin

„Angela Merkel ist tatsächlich alternativlos“

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Würmtal - Angela Merkels Enscheidung, erneut als Bundeskanzlerin zu kandidieren, hat in der CSU-Spitze keine Jubelstürme ausgelöst. Auch weiter unten, Richtung Basis, prägt eine Mischung aus viel Pragmatismus, etwas Fatalismus und Null Euphorie die Stimmung – nach dem Motto: „Wer sonst?“

Münchens Landrat Christoph Göbel sagte auf Merkur-Anfrage: „Wir müssen uns ja die Alternativen überlegen. Jedem, der an Angela Merkels Kandidatur zweifelt, rufe ich zu: Wollen wir denn einen Kanzler der sozialdemokratischen Partei? Dann wäre der Einfluss der CSU jedenfalls kleiner.“ Deshalb sei er froh, dass Merkel ihren Entschluss bekannt gegeben habe. Göbel: „Schließlich braucht die Union einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten.“ Und Geschlossenheit stehe jetzt, da eine weitere Verunsicherung der Wähler fatal wäre, über allem. Göbel: „Im Sturm muss der Kapitän das Steuer fest in der Hand halten. Das ist zur Zeit der Fall.“ Und nicht zuletzt sei Angela Merkel „eine sehr kluge Frau, die nichts unüberlegt macht und stets mehrere Schritte weiter denkt als die meisten in ihrer Umgebung“. Darauf vertraue er weiterhin, sagte der CSU-Landrat.

Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst (CSU) sagte, sie finde es „in Zeiten wie diesen in Ordnung“, wenn Merkel mit ihrer Erfahrung und ihrem Einfluss auf europäische Spitzenpolitiker das Amt weiterhin ausübe. Christine Borst: „Und das sage ich wohl wissend, dass es kein einfacher Wahlkampf wird.“

Planeggs CSU-Chef Anselm Engelmayer kommt zum selben Schluss, wenn auch mit mehr Kritik verbrämt. Die Kandidatur zeige das „eklatante Personalproblem der CDU“, das schon die Kandidatensuche für das Amt des Bundespräsidenten offenbart habe. Engelmayer: „Daher ist Merkel tatsächlich alternativlos.“ Eine starke Union brauche nun mal einen starken Spitzenkandidaten – „also muss sie es machen“. Für die CSU bedeute dies eine weitere Gratwanderung zwischen der Unterstützung der gemeinsamen Kanzlerkandidatin einerseits und der unverzichtbaren Durchsetzung eigener, abweichender Kernthemen andererseits.

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