VDK-Mitgliederzahl im Würmtal wächst stetig

Warum der Sozialverband boomt

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Die Würmtaler VdK-Ortsverbände freuen sich über reges Interesse. Rund 80 Würmtaler werden durchschnittlich pro Jahr neu Mitglied in dem Sozialverband. Besonders Behindertenausweise, aber auch Fragen zur Rente veranlassen viele, in den VdK einzutreten.

Würmtal – 321 Mitglieder hat aktuell der VdK-Ortsverband Krailling-Pentenried. Vor zwei Jahren waren es noch rund 300. „Wir haben pro Jahr ungefähr 40 Neueintritte, aber auch rund 25 Todesfälle und andere Austritte“, sagt der Ortsvorsitzende Adolf Storch. Die neuen Mitglieder seien „im mittleren Alter von 40 bis 50 bis zum Rentenalter“. Viele träten in den VdK ein, weil sie früher in Rente gehen möchten „und dann Fragen haben, wie sie das machen können“, erzählt Storch.

Andere Neu-Mitglieder möchten zum Beispiel einen Behindertenausweis haben – der VdK hilft seinen Mitgliedern bei der Beantragung des Ausweises, wenn eine entsprechende Behinderung vorliegt. „Je nach Grad der Behinderung bringt einem der Ausweis dann schon gewisse Vorteile, zum Beispiel verbilligte Kino- und Theaterkarten“, sagt Storch.

Die Mitgliederzahl im gesamten Starnberger Kreisverband des VdK nehme noch stärker als in Krailling zu. In den letzten Jahren konnte sich der Kreisverband über rund 2000 neue Mitglieder freuen, von denen man die Todesfälle aber abziehen müsse, so Storch.

Doch je mehr Mitglieder ein Sozialverband hat, desto mehr Helfer werden auch für diese Mitglieder benötigt. „Und es ist schon immer schwierig, ehrenamtliche Helfer zu finden. Manche Leute fragen, wenn ich sie darauf anspreche: Warum gerade ich?“, erzählt Storch. Der Kraillinger Ortsverband habe aber Glück und könne auf einige engagierte Helfer zurückgreifen.

Das Problem, Helfer zu finden, kennt auch der VdK-Ortsverband Planegg-Gräfelfing. „Viele wissen anscheinend gar nicht mehr richtig, was ein Ehrenamt ist, und fragen mich dann, was sie für die Hilfe bezahlt bekommen“, erzählt der Vorsitzende Peter Kirschning, der seinen ehrenamtlichen Helfern aber schon Ausgaben wie Fahrtkosten und Porto erstattet. Er selbst wolle „irgendwann mal in die zweite Reihe zurücktreten“, finde aber bisher keinen Nachfolger für sich, so der 78-Jährige, der ebenfalls ehrenamtlich tätig ist.

In den rund zehn Jahren, die Kirschning Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes ist, habe der Ortsverband einen Zuwachs von über 400 Mitgliedern verzeichnet. Allein in einem Jahr habe Kirschning rund 200 neue Mitglieder geworben, „wofür ich vom VdK eine kleine Geldprämie bekommen habe“. Aus den früher etwa 400 sind jetzt rund 830 VdK-Mitglieder in Planegg und Gräfelfing geworden. Die Zahl nehme auch in den letzten Jahren zu, allerdings habe der Ortsverband auch etwa 50 Sterbefälle und andere Austritte pro Jahr. Die neuen Mitglieder seien ganz gemischt, erzählt Kirschning. So seien in letzter Zeit in den Ortsverband unter anderem ein 32-jähriger Mann, der nach mehreren OPs Hilfe brauchte, eingetreten sowie eine Tochter, die ihre Eltern pflegen muss und „fünf Damen, die im Berufsleben sind und dort gemobbt werden – ein Thema, das häufiger vorkommt“, so Kirschning.

Auch in dem Planegger und Gräfelfinger Ortsverband sind Fragen zur Rente sowie der Behindertenausweis ein häufiges Thema. „Manche Neu-Mitglieder, zum Beispiel von bestimmten Nationalitäten, treten dann allerdings gleich wieder aus, wenn sie den Ausweis mit unserer Hilfe bekommen haben“, erzählt Kirschning, was natürlich kein guter Dank für die Arbeit des VdK sei. „Insgesamt haben wir im Würmtal und auch im gesamten Kreisverband einen schönen Zulauf, da die Leute wissen, dass wir uns um sie kümmern und ihnen etwa bei Anträgen viel Zeit sparen“, sagt Kirschning, der wie Adolf Storch auch regelmäßig Veranstaltungen organisiert.

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