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Die gemeindlichen Schneeräumdienste, hier in der Kraillinger Luitpoldstraße, sind derzeit fast rund um die Uhr im Einsatz. Dabei kann es vorkommen, dass auch mal Schnee auf den schon geräumten Gehweg geschoben wird.

Wenn der Winterdienst den Schnee auf den Gehsteig räumt

Schneemengen führen zu Konflikten

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Kaum schneit’s, gibt’s Ärger. Bei den aktuellen Schneemengen kann es vorkommen, dass der Schneepflug die Straße räumt und dabei Schnee auf den Gehsteig schiebt. Die Bürger müssen es als Fitnessprogramm hinnehmen. Denn die Räumpflicht besteht – egal woher der Schnee kommt.

Würmtal – Rudolf Ubl aus Gräfelfing ist sauer. Die Falkenstraße vor seinem Haus ist perfekt geräumt. Jetzt türmt sich auf dem Gehsteig der Schnee – dem Schneepflug sei Dank. „Die Fußgänger können sehen, wo sie bleiben“, schimpft er. Ubl hält es für unzumutbar, dass schwere Eisbrocken durch die Hauseigentümer entfernt werden sollen. „Soll ich deshalb im Sommer auf Gemeindekosten ein Fitnessstudio besuchen? Außerdem wohin mit den Trümmern? Wieder auf die Straße, damit kräftige SUV‘s sie zermalmen können?“

Was Rudolf Ubl Sonntagmorgen an der Falkenstraße in Gräfelfing erlebte, ist keine Ausnahme. Es kommt im Würmtal immer wieder vor, dass der Schneepflug den Schnee auf den Gehsteig räumt. Auch in Planegg gibt es Beschwerden. „Grundsätzlich muss der Schnee ja irgendwohin“, erklärt die Sprecherin der Gemeinde Planegg, Martina Sohn. Anders als Gräfelfing ist die Gemeinde Planegg ihren Bürgern aber ein wenig dabei behilflich, den Schnee wegzubringen. „An manchen Stellen ist es möglich, dass der Bauhof den Schnee auf einen Lkw auflädt und wegbringt, aber das kann leider nicht überall erfolgen, sondern nur an neuralgischen Punkten im Gemeindegebiet“, sagt sie. Die Anwohner müssen den Gehweg einen Meter breit freiräumen. „Es gibt in der Gemeinde Planegg keine Befreiungen – der Bauhof muss die Verkehrssicherheit auf den Straßen herstellen, die Anwohner auf den Gehwegen am eigenen Grundstück.“

In Neuried zeigt Sprecherin Inke Franzen Verständnis für betroffene Bürger. „Das ist unseren Schneeräumern auch passiert, Am Schwaigfeld“, sagt sie. „Für die armen Anlieger kann man die Räumpflicht aber leider nicht aufheben. Das kann passieren, da muss man dann unter Umständen noch mal räumen.“

Kraillings Sprecher Alexander Broschell schlägt den Bürgern seiner Gemeinde vor, an der Gehsteigkante einen kleinen Wall aus Schnee zu lassen, „der wird dann nicht mehr verschüttet“. Insgesamt reiche es in Krailling, wenn die Anwohner auf dem Gehsteig bei starkem Schneefall schneeschaufelbreit räumten. Auch in Krailling sind heuer bereits Beschwerden laut geworden.

„Es gibt ganz viele Beschwerden jedes Jahr“, erzählt Gautings Sprecherin Charlotte Rieboldt. „Der eine möchte die Straße frei haben, der andere den Gehweg.“ Zu den Beschwerden über vollgeräumte Gehwege oder schlecht geräumte Straßen komme noch eine weitere: „Dem einen kommt der Winterdienst zu früh, dem anderen zu spät.“ Es gebe zwar auch positive Rückmeldungen zur Qualität des Winterdienstes, aber nur wenige. „Die meisten Leute melden sich, wenn sie was auszusetzen haben.“ Dabei erklärt Rieboldt: „Wir meinen es gut.“

Helmut Degen vom Baubetriebshof in Gräfelfing zeigt entsprechend wenig Verständnis für Rudolf Ubls Beschwerde. „Der muss schauen, dass er einen Weg freischaufelt, und wenn er das selber nicht schafft, muss er jemanden beauftragen“, sagt Degen. „Wir haben Winter“, so sei das eben.

In der Sitzung des Gräfelfinger Hauptausschusses am Dienstag brach Bürgermeisterin Uta Wüst ebenfalls eine Lanze für die gemeindlichen Mitarbeiter. Sie seien derzeit praktisch rund um die Uhr im Einsatz, um Straßen, Bushaltestellen, Geh- und Radwege freizuräumen. Dabei müssten sie einem nach Prioritäten abgestuften Einsatzplan folgen und könnten nicht überall gleichzeitig räumen.

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