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Einsatzbereit: Kraillings Bauhofleiter Thomas Blessing und das Streufahrzeug, das auf den Straßen außerhalb Ortschaften unterwegs sein wird. 

Schneeräumpflicht

Säumigen Bürgern droht Bußgeld

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Schnee ist angesagt. Die Würmtal-Gemeinden sind gut vorbereitet und nehmen es ernst mit dem Winterdienst. Bürgern, die ihren Pflichten nicht nachkommen, drohen Konsequenzen.

Würmtal – Wer nicht räumt, der wird ermahnt. Das gilt im Würmtal nicht nur für die Bürger. „Wir rufen schon mal bei den Gemeinden an, damit eine Strecke nachbearbeitet wird“, sagt Lothar Krahmer vom ADFC Würmtal. Er weiß, dass Winterdienst keine leichte Aufgabe ist. Aber gerade für Fahrradfahrer sei es wichtig, dass die Straße gut befahrbar sei. „Es gibt für Radfahrer im Winter nichts Besseres als gut geräumte Strecken“, sagt er. Manchmal sei das Streuen von abstumpfenden Mitteln wie Splitt nötig. Auch dem Ausbringen von Salz ist er nicht vollständig abgeneigt. „Es tut dem Fahrrad nicht gut“, sagt er. Aber um Überbleibsel wegzutauen, sei es nützlich.

Im Würmtal wurde in der Vergangenheit viel über Salz debattiert. Heute gibt es keine Gemeinde, die darauf verzichtet. „Wo es erforderlich ist, werden die Straßen eisfrei gemacht und gesalzen“, sagt Kraillings Bauamtsleiter Helmut Mayer. „Wir haben schon Versuche unternommen, darauf zu verzichten, aber da waren unsere Mitbürger nicht zufrieden“, erklärt er. In Krailling wohnten viele ältere Menschen. „Dieser demographischen Tatsache muss man ins Auge schauen.“ Es habe sicherlich auch Vorteile, nicht zu salzen, „aber der Sicherheitsaspekt ist uns wichtiger“. Manfred Wolf, Leiter des Planegger Betriebshofes, formuliert es wie folgt: „Salz kommt so wenig wie möglich zum Einsatz, aber so viel wie nötig, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet ist.“

In Neuried gibt es Salz nur auf den Hauptstraßen. „Auf den Gehsteigen ist es grundsätzlich verboten zu salzen“, sagt Matthias Breuer vom Bauamt in Neuried. Diese Regel betrifft alle Bürger im Würmtal, die sich um die Gehwege vor ihren Anwesen kümmern müssen. „Die Bürger dürfen kein Salz verwenden, nur abstumpfende Mittel“, erklärt der stellvertretende Leiter des Gräfelfinger Baubetriebshofes Rudolf Lenz beispielsweise. Falls nötig müssen sie aber kräftig Schnee räumen. In Neuried beispielsweise muss der Gehweg wochentags zwischen 7 und 21 Uhr und am Wochenende zwischen 9 und 21 Uhr geräumt sein. Die Zeiten hat jede Würmtal-Gemeinde individuell geregelt und auf ihrer jeweiligen Internetseite veröffentlicht.

Mit einmal morgens und einmal abends räumen, ist es außer in Krailling nicht getan. Wenn jemand um 6 Uhr früh räumt und dann, wenn es um acht Uhr noch einmal schneit, im Büro ist, „dann ist es halt so“, sagt Mayer. „Dass er geräumt hat, muss er aber nachweisen.“ Ein Zeuge oder ein Foto genüge. Wolf erklärt hingegen, man müsse sicherstellen, dass geräumt sei, auch wenn man nicht zu Hause sei. „Dann müssen sie halt jemanden beauftragen“, sagt er. „Es muss mehrmals täglich geräumt werden, je nach Bedarf“, sagt auch Patricia Fritsch-Lange, Sprecherin der Gemeinde Gauting.

Dass Bürger gar nicht räumen, kommt in allen Gemeinden vor. „Es wird von uns kontrolliert, und dann klingeln wir hin und wieder“, sagt Wolf. „Wir schreiben die Leute an“, erklärt Sandra Zwillich vom Gräfelfinger Ordnungsamt. Für Gauting sagt Fritsch-Lange: „Wenn es zu Beanstandungen kommt, kann bei einem Vor-Ort-Termin oftmals eine Regelung mit den beteiligten Parteien gefunden werden.“ Sollten Nachbarn sich nicht einigen, könne die Gemeinde eine Regelung festsetzen. Schlimmstenfalls drohe eine Geldbuße von bis zu 500 Euro.

Die Neurieder scheinen vorbildlich, was das Räumen betrifft. Dort hat im vergangenen Winter nur ein Bürger Post von der Gemeinde erhalten. Der habe nichts von seiner Pflicht gewusst, sagt Anna Fanenbruck aus dem dortigen Bauamt. Anders in Krailling. Dort passiere es relativ oft, dass Bürger nicht räumen, weiß Mayer zu berichten. „Dann schreiben wir die an“, sagt er. „Wir dokumentieren auch, wo nicht geräumt wird. Wir stehen da in der Verantwortung. Augen zumachen und wegschauen geht nicht.“

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