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Scholz fällt bei Würmtal-SPD durch

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Geht es nach den Würmtaler SPD-Ortsvorsitzenden, werden die neuen SPD-Chefs Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken heißen. Drei der vier Würmtaler SPD-Chefs haben das Duo bei der Mitgliederbefragung gewählt. Nicht nur die Personen an der Spitze müssten sich aber ändern, so die SPD-ler.

Würmtal – Weil sie eine Empfehlung der Jusos waren und für einen Mitte-Links- und gewerkschaftlichen Kurs stehen, hat sich Erika Harder, Chefin der Kraillinger SPD, für Walter-Borjans und Esken entschieden. „Die Jusos sind unsere Zukunft, und ich finde es sehr wichtig, was sie wollen und nicht nur, was ältere Leute wie ich wollen“, sagt Harder. Die Kraillingerin hatte zuerst Sympathie für das Duo Hilde Mattheis / Dierk Hirschel, das dann aber vorzeitig aus dem Rennen ausschied. „Nur am Chef liegt es aber nicht“, sagt Harder. „Die SPD braucht gute Führungsleute, in der Verantwortung stehen aber alle.“ Sie sei bereits zu Beginn der neuen Großen Koalition gegen diese gewesen. „Ob ein Ende der GroKo jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, ist aber eine andere Frage. Ich glaube es eher nicht.“ 

Legitimation durch das Basis-Votum

Zuerst mit Karl Lauterbach und Nina Scheer geliebäugelt hat der Planegger SPD-Chef Felix Kempf, sich dann aber ebenfalls für das Duo Walter-Borjans / Esken entschieden. „Olaf Scholz hat natürlich den Vorteil, dass er viel Erfahrung hat, ist aber schon so lange dabei. Auch die Richtung, die etwa Boris Pistorius vertritt, ist eine ähnliche und für mich nicht die richtige“, sagt Kempf. Der Planegger hält die Chancen für gut, dass Walter-Borjans und Esken auch tatsächlich SPD-Chefs werden, und will in der Stichwahl ebenfalls für sie stimmen. So oder so „haben die neuen Vorsitzenden eine andere Legitimation durch das Basis-Votum und als Neulinge auch eine andere Stellung in Berlin, im Gegensatz etwa zu Martin Schulz und Andrea Nahles, die von Anfang an ihre Position verteidigen mussten“, so Kempf. Dass gerade die Frauen in der Stichwahl auf Bundesebene völlig neue Gesichter sind, ist für Kempf so auch „ein Vorteil“.

Profil geht immer mehr verloren

Für dasselbe Duo hat sich auch die Gräfelfinger SPD-Vorsitzende Anette Kitzmann-Waterloo entschieden. „Ich finde es einerseits gut, dass die Basis beteiligt wurde, andererseits war der ganze Vorgang sehr langwierig, sodass ich mir nicht sicher bin, ob man es nicht vielleicht doch intern im Vorstand entscheiden hätte sollen wie früher“, sagt Kitzmann-Waterloo. In den Teams seien auch jeweils beide Bewerber „aneinander geheftet gewesen, was die Wahl schwieriger gemacht hat“, sagt Kitzmann-Waterloo. So habe ihr etwa Klara Geywitz gut gefallen, Olaf Scholz aber nicht so, und sie habe sich deshalb nicht für dieses Duo entschieden. „Auch hat man doch eher wieder auf die Männer geschaut und nicht auf die Frauen“, sagt Kitzmann-Waterloo. Die SPD regiere in der Großen Koalition nicht schlecht. Das Problem sei aber, dass das Profil in den Augen vieler Wähler immer mehr verloren gehe und auch die Glaubwürdigkeit, meint Kitzmann-Waterloo.

Vom Wähler abgestraft

Karl Lauterbach und Nina Scheer hat Mechthild von der Mülbe, Vorsitzende der Neurieder SPD, gewählt. „Nina Scheer ist eine sehr gute Umweltpolitikerin, Karl Lauterbach schätze ich schon lange als Gesundheitsfachmann, da ich ja selbst in einem Krankenhaus arbeite“, sagt von der Mülbe. Die Neuriederin war ebenfalls von Anfang an gegen eine neue Große Koalition. „Die SPD regiert in der Koalition gut und hat sich in die Verantwortung nehmen lassen, wird dafür aber vom Wähler nur abgestraft, was leider vorhersehbar war“, sagt von der Mülbe, die deshalb für ein Ende der GroKo plädiert. Für die Partei gebe es wichtige Themen, die zurück zu alter Stärke führen könnten. „Wichtig ist zum Beispiel die Arbeitswelt der Zukunft mit Punkten wie dem Arbeitszeitgesetz“, sagt von der Mülbe. „Viele Menschen fühlen sich in ihrer Existenz bedroht, obwohl es ihnen noch gut geht, und wählen deshalb die AfD.“

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