Paris, London, Istanbul

Würmtaler Schulen reagieren bei Klassenfahrten auf Terrorgefahr

Terroranschläge in Europa häufen sich. Die Schulen im Würmtal prüfen genau, wo Klassenfahrten hingehen – und sagen im Zweifel auch mal eine Reise ab.

Würmtal – Terror in London, Terror in Paris. Wenn Klassenfahrten anstehen, beschäftigt die potenzielle Gefahr eines Anschlags Schüler, Eltern und Lehrer. Die Schulen im Würmtal wissen darauf zu reagieren.

Kommende Woche brechen Schüler des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums nach London auf. Trotz der jüngsten Anschläge dort habe sie diesbezüglich bislang keine Vorbehalte vonseiten der Schulgemeinschaft gehört, sagt Direktorin Sylke Wischnevsky. Die Reise findet also statt. Dennoch weiß sie von Ängsten vor Klassenfahrten zu berichten. „Wir haben solche Fälle immer wieder mal, weil wir eine sehr intensive Partnerschaft mit Tel Aviv haben“, erklärt Wischnevsky. In Israel sei ab und an mit Anschlägen zu rechnen. Entsprechend groß sei manchmal die Angst der Eltern und Schüler. „Da sind wir gut geschult, wir nehmen das immer sehr ernst.“

Sylke Wischnevsky, Direktorin am Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium, musste noch keine Reise komplett absagen.

Bis jetzt habe die Schule keine Reise komplett absagen müssen, aber es habe Einzelfälle gegeben, da hätten Eltern Bedenken gehabt, und die Kinder seien von der Reise zurückgetreten. Was die Austauschprogramme ihres Gymnasiums insgesamt angeht, meint Wischnevsky: „Wir haben ein sehr großes Fahrtenprogramm.“ So stehen unter anderem auch noch Italien, Frankreich und Japan auf dem Programm. Diese Woche kehre eine Klasse aus St. Petersburg zurück.

An der Staatlichen Realschule Gauting sorgte zuletzt die Terrorattacke im November 2015 in Paris für Unbehagen unter den Reiselustigen. Eine Klasse plante damals gerade eine Fahrt in die französische Hauptstadt. Direktor Manfred Jahreis organisierte daraufhin einen Elternabend. „Als Konsens haben wir dann mit den Eltern ein anderes Ziel in Frankreich ausgesucht.“

Auch die Verantwortlichen des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums haben schon Reisen storniert, erklärt Hans Schlicht, stellvertretender Schulleiter. „Einige Jahre hatten wir Istanbul als Ziel. Das haben wir aufgrund der Sicherheitslage gestrichen“, sagt er. „Da haben wir nicht gewartet, bis die Eltern kamen, das ging von uns aus.“ Schlicht bedauert, dass die Reise seit 2014 nicht mehr angeboten wird. Aber: „Das konnten wir nicht mehr riskieren.“ Als Ersatz stehe nun Barcelona auf dem Programm. Dazu Lissabon sowie kleinere Städte in Polen, den Vereinigten Staaten und Frankreich.

Das Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg fährt ebenfalls nicht mehr in die Türkei, „seit es da unsicher wurde“, sagt Direktorin Brigitte Schmid-Breining. So fiel beispielsweise eine archäologische Expedition der dort drohenden Terrorgefahr zum Opfer. „Unsere Partner in der Türkei haben von sich aus gesagt, kommt lieber nicht. Schüler setzt man keiner Gefahr aus.“ London und Paris habe ihre Schule nicht im Programm.

Was andere Reisen ins Ausland betrifft, meint Schmid-Breining: „Wenn irgendetwas wäre, müssen wir kurzfristig reagieren.“ Da halte sie sich an die Sicherheitswarnungen des Auswärtigen Amtes. In diesem Schuljahr stünden aber nur noch Fahrten innerhalb Deutschlands ins Schullandheim an. Wobei es nirgendwo die totale Sicherheit gebe.

Victoria Strachwitz

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