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Tobias Rappl (16) aus Krailling hat einen der begehrten Jobs als Abräumer im Biergarten Forst Kasten ergattert. 

Im Würmtal

Ferienjobs für Schüler rar gesät

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Zeit haben die Schüler dann eine Menge, das Geld ist jedoch meistens knapp. Die Suche nach Ferienjobs ist aber nicht gerade einfach.

Würmtal - Schüler sollten sich rechtzeitig um einen Ferienjob kümmern – und eine Portion Glück brauchen sie dann immer noch. An der frischen Luft sein und natürlich viel Geld in kurzer Zeit verdienen: Das erhoffen sich die meisten Schüler von ihrem Ferienjob. Die Realität sieht jedoch anders aus. Im Würmtal wird es für Schüler und Studenten immer schwieriger, einen Ferienjob zu ergattern.

Sechs Schüler und Studenten haben sich für die Sommerferien einen Job in der Kraillinger Brauerei gesichert. „Sie arbeiten bei schönem Wetter im Biergarten der Brauerei“, erzählt Pächter Sabri Konxheli. „Dabei erledigen sie Arbeiten, die gerade anfallen. Sie sind beispielsweise für das Abräumen von Bierkrügen und Tellern zuständig.“ Mit diesem Job können sich die Jugendlichen wohl glücklich schätzen. „Sie arbeiten meist abends und auf 450-Euro-Basis“, sagt Konxheli.

Der Job des „Biermadels“ oder des Kellners ist allgemein beliebt. Er bietet Flexibilität und Trinkgeld, das den Stundenlohn zusätzlich aufbessert. Auch im Forsthaus Kasten besteht eine hohe Anfrage für Ferienjobs. Der 16-jährige Tobias Rappl aus Krailling kann sich glücklich schätzen. Er hat einen der begehrten Jobs ergattert. Der Schüler ist für das Einsammeln der leeren Bierkrüge zuständig. Wirt Johann Barsy kümmert sich in erster Linie um den Biergarten. Er freut sich, „dass sich in diesem Jahr besonders die Mädchen nicht zu schade sind, dreckiges Geschirr abzuräumen“. Das Anfangsgehalt sei abhängig vom Alter der Schüler. In den Biergärten beider Gasthäuser gibt es zurzeit keine freien Stellen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Arbeit in einem Altenheim. Annette Hilbert, Mitarbeiterin des Seniorenzentrums Neuried, warnt jedoch davor, dass es in sozialen Bereichen äußerst schwierig sei, an einen Job zu kommen. „Es ist nicht leicht, als externe Person einzusteigen. Die meisten Schüler haben vorher ein Praktikum im Seniorenheim absolviert“, sagt Hilbert. „Nach dem Praktikum gehen wir auf sie zu und fragen, ob sie weiterhin hier arbeiten und dabei etwas Taschengeld verdienen möchten“, erzählt sie. Die Schüler begleiten die Senioren im Alltag, spielen oder machen einen Spaziergang mit ihnen. „Schüler arbeiten bei uns überwiegend am Wochenende“, so Hilbert.

Schlecht sieht es auch in Werkstätten aus. Rudolf Nissl, Geschäftsführer des Autoservice Würmtal in Planegg, erteilt Jugendlichen, die nur in den Sommerferien dort arbeiten möchten, meist eine Absage. „Das macht gar keinen Sinn“, sagt Nissl. „Es lohnt sich nicht, die Schüler in so kurzer Zeit anzulernen. Dafür sind die Aufgaben zu umfangreich.“ Auch der Papierkram für die Bezahlung sei zu kompliziert. Aus diesen Gründen vergibt der Geschäftsführer lediglich Praktikumsplätze. Die Bücherei in Gräfelfing sowie die Tengelmann-Filialen bieten ebenfalls keine Stellen für die Ferien an.

Wer in der Zeitung oder im Internet weiter sucht, kann sich vielleicht noch einen der wenigen Ferienjobs schnappen. Es gibt in der Region nicht mehr viele Möglichkeiten, in der schulfreien Zeit Geld zu verdienen. Flyer verteilen, Zeitungen austragen oder Nachhilfe geben, ist so gut wie immer gefragt. Am besten fragen die Schüler in ihrem Bekanntenkreis nach, so kommt man oft noch kurzfristig an einen Ferienjob, der Spaß macht.

 Sabrina Graf

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