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Die Geldbeutelwäsche, wie sie Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann traditionell zur Eröffnung der Brunnen-Saison, praktiziert, soll einem alten Glauben zufolge neues Geld in den Beutel und damit die Gemeindekasse spülen.  

Start in die Brunnen-Saison

Kühles Nass für heiße Tage

Der Karl-Valentin-Brunnen sprudelt wieder. Am Donnerstag wurde er offiziell von Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann in Betrieb genommen. Hofmann nutzte die Gelegenheit, seinen Geldbeutel zu waschen. Denn auch der Brunnenbetrieb kostet Geld.

Würmtal – Wenn es mal wieder besonders warm ist, bieten Brunnen eine willkommene Gelegenheit, sich etwas zu erfrischen. Ein bisschen Wasser über die Handgelenke, ein Spritzer ins Genick oder kurz in der Mittagspause die Füße hineingesteckt – Brunnen verhelfen zu einem kühlen Kopf an heißen Tagen.

Während der Karl-Valentin-Brunnen am Planegger Marktplatz bereits in Betrieb ist, lassen die anderen Brunnen der Gemeinde noch auf sich warten. Doch auch sie werden bald wieder sprudeln. Sowohl der Eselsbrunnen vor der Sparkasse, als auch der Brunnen in der Rudolfstraße werden spätestens Mitte Mai in Betrieb genommen. Die Betriebshofkosten für die Brunnenwartung belaufen sich laut Gemeindeverwaltung auf rund 10 000 Euro, für den Unterhalt kommen weitere knapp 3500 Euro hinzu. Auch Martinsried soll bald einen Brunnen erhalten. Ob er in diesem Jahr noch für Erfrischung sorgen wird, ist allerdings nicht klar. Die Bauarbeiten beginnen im Mai.

Alle vier Kraillinger Brunnen sind bereits in Betrieb. Ihre Reinigung obliegt dem Bauhof, erfolgt aber nur bei Bedarf. Der größte Brunnen der Gemeinde, der Luitpoldbrunnen, hat vor wenigen Tagen eine neue Pumpe bekommen und läuft nun wieder, wie Alexander Broschell mitteilte. Mit welcher Summe Brunnenbetrieb und -wartung zu Buche schlagen, konnte Pressesprecher Broschell allerdings nicht beziffern, „da der Bauhof hierfür keine eigene Rechnung stellt“.

Auch in Neuried darf man sich bald wieder über das kühle Nass freuen. „Spätestens nächste Woche werden unsere beiden Brunnen in Betrieb genommen“, versicherte Inke Franzen, Pressesprecherin der Gemeinde. Je nach Witterung laufen sie dann bis Oktober. Während der Springbrunnen am Mühlweg jährlich rund 30 Kubikmeter Wasser verbraucht, sind es beim Brunnen an der Wirtsbauernstraße 150 Kubikmeter. Da die Wasserstände durch Verdunstung sinken können, muss gelegentlich Frischwasser nachgefüllt werden. Die Nachspeisung erfolgt aus dem öffentlichen Trinkwassernetz.

Die fünf Gräfelfinger Brunnen im Rondell am Bahnhofsplatz, vor dem Bürgerhaus, im Kreisverkehr Lochhamer-/Friedenstraße, vor der Jugendmusikschule und am Eichendorffplatz werden grundsätzlich erst nach dem 1. Mai in Betrieb genommen, wegen der Freinacht. Denn die Reinigungskosten nach einer „Schaumparty“ oder wenn das Wasser gefärbt wird, will sich die Gemeinde sparen. Schließlich habe man hiermit schon Erfahrungen gemacht. Aber auch der Umweltschutz spielt eine Rolle, erklärt Pressesprecherin Sabine Strack. Denn die großen Mengen an Waschpulver oder Spülmittel, die bei solchen Scherzen eingesetzt werden, sind der Umwelt nicht sonderlich zuträglich. Die Wartungskosten liegen bei rund 2700 Euro pro Jahr für alle Gräfelfinger Brunnen zusammen. Hinzu kommen die Arbeitsstunden der Bauhofmitarbeiter, die allerdings nicht gesondert erfasst werden.

Katja Brenner

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