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Platz für 400 Beschäftigte: Das Planegger Pharma-Unternehmen Morphosys wurde nach jahrelanger Standortsuche im ganzen Würmtal in Steinkirchen fündig.

So arbeitet das Würmtal

Über 10 000 Pendler aus München

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Die Zahl der Arbeitsplätze im Würmtal steigt seit Jahren rasant an. Inzwischen stößt das Wachstum aber an Grenzen.

Würmtal – Die Wirtschaft im Würmtal gedeiht. Laut jüngst veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes gingen 2016 in Gräfelfing, Planegg, Krailling, Neuried und Gauting insgesamt 29 500 Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, 30 Prozent mehr als noch 2006. Im Produzierenden Gewerbe kamen über 1000 Beschäftigte hinzu, in Handel, Gastgewerbe und Verkehr gut 700, 2400 im Bereich sonstige Dienstleistung.

In der 14 000-Einwohner-Gemeinde Gräfelfing, die mit einem der niedrigsten Gewerbesteuer-Hebesätze in Bayern wirbt, gibt es laut Gemeinde inzwischen über 3000 Unternehmen. „Wir haben auch Unternehmen mit vielen Beschäftigten“, sagt Wirtschaftsreferentin Sabine Strack. „Aber viele sind kleine Firmen mit Büro im Privathaus.“

Sowohl die großen als auch die vielen kleinen Unternehmen spielten, so Strack, eine wichtige Rolle für das Gewerbesteueraufkommen. Das betrug 2016 rund 70 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie noch 2006. Viele auf dem Papier vorhandene Firmen sind für die Beschäftigung und den Flächenbedarf vor Ort kaum relevant. Darunter sind neben Vermögensverwaltungsgesellschaften viele Töchter von Immobilien- oder Objektverwaltungen. Die gründen oft für Einzelobjekte in der ganzen Republik eigene Firmen, die in Gräfelfing eingetragen sind. Eine BayWa-Tochter verwaltet von einem Büro in Gräfelfing aus Dutzende Betreibergesellschaften für Wind- und Solarparks, ein anderes Unternehmen fast 100 Parkhäuser und Parkplätze in ganz Deutschland. Es entstanden aber auch tatsächlich so viele neue Arbeitsplätze wie nirgends sonst im Würmtal.

Über 8000 Beschäftigte, größtenteils Einpendler aus der Landeshauptstadt (3013 Personen), aus Kommunen im Landkreis München (391) und anderen Landkreisen (3857), hatten 2016 im Gräfelfinger Gemeindegebiet ihren Arbeitsplatz, über 50 Prozent mehr als noch 2006. Mit inzwischen 11 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag Planegg aber 2016 in dieser Kategorie immer noch vorn.

Planegg ist die einzige Würmtal-Gemeinde, in der mehr Menschen arbeiten als leben. Von besonderer Bedeutung ist Martinsried. Die mit dem Forschungsstandort verbundenen Branchen Biotechnologie und Pharmazie „zahlen ein Viertel unserer Gewerbesteuer“, sagt Planeggs Wirtschaftsreferentin Bärbel Zeller. Auch ihre Gräfelfinger Kollegin Strack sagt: „Bei uns siedeln sich Firmen wegen der Nähe zu Martinsried an.“

Darauf hofft man für die Zukunft auch in Neuried, wo 2016 auf 8600 Einwohner rund 2100 Arbeitsplätze vor Ort kamen (2006: 1600). In Krailling zählte man 2016 rund 3000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (2006: 1900). In Gauting ging die Zahl der Beschäftigten am Ort leicht zurück, auf unter 5300 im Jahr 2016.

Weil gleichzeitig immer mehr Gautinger auswärts arbeiten, stieg die Zahl der Auspendler. Beinahe die Hälfte der fast 6000 auspendelnden Gautinger fuhr zur Arbeit nach München. Insgesamt fuhren knapp 10 000 Beschäftigte aus den Würmtal-Gemeinden 2016 zur Arbeit in die Landeshauptstadt (2006: 8600), etwas mehr als 10 000 kamen zum Arbeiten aus München (2006: 7400). Die Folgen der steigenden Pendlerzahl sind jeden Tag auf den Straßen sichtbar.

Die U-Bahn nach Martinsried bringe hoffentlich Entlastung, sagt Zeller. Trotzdem sieht sie das Wachstum für Planegg an einer Grenze. Der Gemeinderat wolle seit Jahren kaum neue Flächen ausweisen. Man bemühe sich daher weniger um Neuansiedlungen, sondern versuche, erfolgreichen ortsansässigen Firmen Wachstumsmöglichkeiten vor Ort zu bieten. Schon das sei eine Herausforderung, denn es gebe viele erfolgreiche Firmen.

Die haben aber nicht nur Probleme, passende Flächen zu finden, die noch dazu immer teurer werden. Unter anderem der Wohnungsmarkt erschwert ihnen die Gewinnung von Fachkräften. In einer Unternehmensbefragung der Gemeinde Gräfelfing war 2015 Wohnraum der Standortfaktor mit der schlechtesten Bewertung.

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