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Ein Da-Vinci-Operationsroboter wie auf diesem Foto kommt auch in der Urologischen Klinik in Planegg zum Einsatz. Der Arzt erhält über die Konsole ein vergrößertes 3D-Bild des Operationsfeldes und kann so die Arme des Roboters äußerst genau steuern.

Urologische Klinik

Patienten dank Roboter schneller zu Hause

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Am Operationstisch der Urologischen Klinik in Planegg arbeitet ein Roboter. Dank seiner präzisen Arbeit können Patienten deutlich schneller nach Hause. Jetzt plant die Klinik eine weitere Anschaffung.

Würmtal – In Planegg wird hochmodern operiert. In Deutschland sind Roboter im Operationsaal noch nicht sehr verbreitet. In der Urologischen Klinik in Planegg ist der Roboter inzwischen nicht mehr wegzudenken. Dort werden die Ärzte bereits seit zweieinhalb Jahren von einem Roboter unterstützt, wenn es darum geht, Prostata- oder Nierentumore zu entfernen. Im kommenden Jahr will die Klinik ihr Gerät durch ein noch moderneres austauschen. „Da kommen nächstes Jahr bessere Systeme auf den Markt“, erklärt Chefarzt Professor Dr. Martin Kriegmair.

Kriegmairs Erfahrung und Fähigkeit als Arzt kann der Roboter nicht ersetzen. Aber er kann ihn dabei unterstützen, präziser zu arbeiten. Im kleinen Becken sei es beispielsweise sehr eng. Ein Roboter tue sich da leichter, so Kriegmair. Dank seiner Kamera könne der operierende Arzt zudem viel genauer sehen. Die Bilder ließen sich bis zu zehnfach vergrößern. Die Folge: „Man spart sich einen großen Bauchschnitt“, erklärt der Professor. Für die Patienten bedeutet das, „sie erholen sich nach einem Eingriff deutlich schneller. Der Krankenhausaufenthalt lässt sich um mindestens die Hälfte reduzieren“. Nach einer offenen OP könnten die Patienten nach zehn bis zwölf Tagen nach Hause. Arbeite der Roboter, verließen die Patienten nach drei bis fünf Tagen das Krankenhaus.

Wenn Professor Kriegmair mit dem Roboter operiert, könnte er theoretisch am anderen Ende der Welt sitzen. Die Roboter sind eine Erfindung des amerikanischen Militärs, um Soldaten in Krisengebieten aus der Ferne von Spezialisten operieren lassen zu können. „Aber die Übertragung ist nicht schnell genug“, meint er. Dieser Teil also funktioniert noch nicht. Professor Kriegmair sitzt daher ganz nah am Patienten im OP an seiner Konsole und steuert mit Händen und Füßen den Roboter, der die Patienten von Tumoren befreit.

Dass Deutschland international gesehen eher ein Schlusslicht ist, was Roboter betreffe, kann Professor Kriegmair erklären: „Es ist ein sehr teures Verfahren, und die Krankenhäuser bekommen dafür keine gesonderte Vergütung.“ Sowohl die Gräfelfinger Wolfart-Klinik als auch das Helios-Klinikum München West in Pasing bedienen sich derzeit nicht der Hilfe von Robotern, was aber auch daran liegt, dass es nicht für alle Disziplinen einen Roboter gibt. „Etabliert ist das Verfahren in Deutschland vor allem in der Urologie, der Gynäkologie und im Hals-Nasen-Ohren-Bereich“, erklärt Professor Kriegmair. Auch die Planegger Klinik habe sich anfangs schwer getan mit der Entscheidung, einen Roboter zu kaufen. Die Investitionskosten für eine derartige Anschaffung seien sehr hoch. „Wir waren nicht die Ersten“, sagt er. Doch jetzt ist Kriegmair absolut von den Qualitäten der Roboter überzeugt und offen dafür, weiter zu investieren.

Für die Patienten ist wichtig zu wissen: Mehrkosten erwarten sie in Planegg nicht, wenn sie mithilfe des Roboters operiert werden. Alle Kosten sind über die Krankenkasse abgedeckt. „Das Verfahren ist nicht nur Privatpatienten vorbehalten“, ist Professor Martin Kriegmair wichtig.

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