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Ob Großraum- oder Einzelbüro: Computer stehen heute an jedem Arbeitsplatz. Die Nutzung des Internets für private Zwecke handhaben Behörden und Firmen im Würmtal unterschiedlich.

Internet-Nutzung am Arbeitsplatz

Surfen - von Vertrauen bis Verbot

Würmtal - Die Verlockung, während der Arbeitszeit privat im Internet zu surfen, ist groß. Dass es sich dabei um kein Kavaliersdelikt handelt, zeigt ein aktuelles Gerichtsurteil. Demnach ist die private Internetnutzung sogar ein Kündigungsgrund. Auch in den Würmtaler Firmen und Behörden herrschen klare Regeln.

Im Planegger Rathaus gibt es eine Dienstanweisung, wonach Mitarbeiter das Internet nur zu dienstlichen Zwecken nutzen dürfen. „Es ist nicht so, dass wir jeden Tag den Browserverlauf überprüfen“, sagt Stefan Schaudig, Geschäftsführer der Gemeinde. Dennoch gebe es hin und wieder Stichproben. Solange die Arbeit nicht darunter leide, sei es auch in Ordnung, das Internet kurz für private Zwecke zu nutzen. Doch auch intensiver Gebrauch würde nicht sofort eine Kündigung nach sich ziehen. „Wenn jemand seiner Arbeit gar nicht mehr nachkommt, würden wir erstmal das Gespräch suchen“, so Schaudig.

Weniger Glück hatte ein Angestellter, der jetzt in einem aktuellen Fall vor Gericht stand. Der Arbeitgeber hatte den Browserverlauf überprüft und festgestellt, dass der Mitarbeiter an fünf von 30 Arbeitstagen das Internet privat genutzt hatte. Das war allerdings verboten, weshalb das Gericht die sofortige Entlassung des Arbeitnehmers für rechtens hielt.

Da es sich um eine Missbrauchskontrolle handele, sei es erlaubt, den Rechner zu überprüfen. Eine Zustimmung des Mitarbeiters sei dafür nicht erforderlich.

Der Steinkirchner Pharmahändler Sanacorp lässt die private Internetnutzung zu. „In einem vertretbaren Rahmen“, wie Pressesprecher Matthias Dehmel erklärt. Allerdings gebe es eine unausgesprochene Vereinbarung, wonach die Arbeit nicht vernachlässigt werden dürfe. Eine Überprüfung gebe es nicht. „Wir verlassen uns auf die Loyalität der Belegschaft“, so Dehmel. Aufgrund eines speziellen Filters, der dem Sicherheitsaspekt dient, könnten die Arbeitnehmer bei Sanacorp ohnehin nicht auf alle Seiten zugreifen.

Ähnlich nachsichtig ist die Gemeinde Krailling. „In einem gewissen Maße wird es geduldet, wenn Mitarbeiter das Internet für private Zwecke nutzen“, sagt Geschäftsleiter Franz Wolfrum. Allerdings fehle den meisten Angestellten dafür ohnehin die Zeit, weshalb es zu keinen Problemen komme.

Eine deutlich strengere Dienstanweisung gibt es im Neurieder Rathaus. Dort ist die private Internetnutzung komplett untersagt. Trotzdem hätte ein Missachten der Anweisung nicht sofort eine Kündigung zur Folge. „Wir würden zunächst in einem Mitarbeitergespräch auf die Regelung hinweisen“, erklärt Inke Franzen, die in der Gemeinde Neuried unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Der Stockdorfer Automobilzulieferer Webasto berichtet ebenfalls von einer internen Richtlinie, welche die Nutzung von Internet und E-Mail-Account regelt. Worin genau diese besteht, wollte das Unternehmen aber nicht näher erläutern.

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