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Künstlerfreunde: O nni Nordman (li.) neben seinem Bild „Die Geschichte des Sünders“ aus dem Zyklus „Sauna“ und Uli Schaarschmidt mit seinem Bild „Con did it in Havanna“. 

Ausstellung in Pasinger Fabrik

Vom Dadaismus inspiriert

Zwei Künstlerfreunde stellen in der Pasinger Fabrik aus: Onni Nordman und Uli Schaarschmidt.

Würmtal – Im Lichthof und in der Bar der Pasinger Fabrik ist eine neue Ausstellung mit Werken des Münchners Uli Schaarschmidt und des Kanadiers Onni Nordman mit dem Doppeltitel „Heimat München + Canada in Germany“ zu sehen. Die Zwei haben sich in Kanada kennengelernt, als Scharschmidt als „reisender Maler“ sich in Cape Breton Island Nova Scotia., wo Onni Nordman mit seiner Frau Paula Muise wohnen, unterwegs war. Zusammen zeigen die Künstler-Freunde einen Ausschnitt aus ihren vielschichtigen und interpretationsreichen Werken.

Uli Schaarschmidts Gemälde sind alle auf Zeitungen gemalt, denn er ist der Meinung, das „die Nachrichten immer schlechter werden“. Er karikiert mit den verschiedensten Maltechniken die Nachrichten, die in der Zeitung stehen und deshalb nennt er diesen Zyklus „Die Verwunderung des Betrachters beim Zeitunglesen – Paint After Reading“. Dabei überlässt er es dem Zufall welche Bilder auf welche Zeitungsseiten kommen, Bild und Text passen somit nicht zusammen. Doch nimmt er bisweilen das geschrieben Wort als Anregung für sein Kunstschaffen. So auch als Alfred Herrhausen, Bankmanager und Vorstandssprecher der Deutschen Bank, 1989 ermordet wurde. Der Künstler hat damals mit blutroter Farbe zwei Zeitungsseiten bemalt, auf denen über Alfred Herrhausen berichtet wurde. Auf der rechten Seite hat er zudem mit schwarzer Farbe und gekonnten Pinselstrichen das Antlitz des verstorbenen gezeichnet. Empathisch erklärt Uli Schaarschmidt: „Ich habe Alfred Herrhausen verehrt, mit ihm wäre die Welt eine Bessere geworden“.

Der Künstler Onni Nordman lebt auf der Insel Cape Breton im Norden von Nova Scotia in Kanada. Er stellt nicht zum ersten Mal in München aus, bereits 2015 war er „Artist in residence“ im Ebenböckhaus und hatte somit eine Einzelausstellung in der Pasinger Fabrik. Onni Nordman lässt sich in seiner Malerei vom Gesehenen inspirieren. Die Eindrücke, die er in München gewonnen hat, haben ihn zu diesem Bilderzyklus inspiriert, den er „Canada in Germany – Die Sauna oder wie der träumende Geist eine Burleske der wachen Welt erschafft“. Die Begründung, warum er diese Ausstellung so genannt hat, lässt ein Schmunzeln des Künstlers erahnen, bei der Vorstellung „wie die Leute vor meinen Bildern stehen und ins schwitzen kommen, weil sie sie nicht verstehen“.

Das Bild „Die Geschichte des Sünders“ ist zum Beispiel eines in mehreren Malschichten und in verschiedenen Maltechniken entstandenes Werk, das symbolhaft für Nordmans Malweise steht. Der Hintergrund ist in einem dunklen Rot gemalt und im Vordergrund sind verschiedene schablonenhafte Elemente zu sehen. Darunter ein Gesicht, eine Hand, die gen Himmel zeigt, Tropfen und mehrere farbige Schablonenköpfe, die am Bildrand nach unten fallen.

Beide Künstler bedienen sich dadaistischer Ansätze, indem sie die Betrachter ihrer Werke in die Irre führen. Der Dadaismus wurde 1916 in der Schweiz begründet und hatte als Ansatz das traditionelle Kunstschaffen auf satirische und übertriebene Art zu konterkarikieren. Uli Schaarschmidt und Onni Nordman sind Meister dieser Kunstgattung, mit ihrer spontan Gabe ein Kunstprojekt zu entwickeln und dieses mit vielseitigen künstlerischen und ästhetischen Mitteln und Botschaften zu versehen.

Die Ausstellung

„Heimat München + Canada in Germany“ der Künstler Onni Nordman und Uli Schaarschmidtist bis zum 1. März im Lichthof und in der Bar der Pasinger Fabrik, August-Exter-Straße 1 zu sehen- Sie ist täglich von 10 bis 23 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.  mpa

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