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Erneut als Wahlhelfer im Einsatz: der 74-jährige Wolf Strehler, hier mit Ilona Breuer vom Neurieder Wahlamt. 

Ehrenamtliche im Wahllokal

Geburtshelfer politischer Entscheidungen

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Mehr als 700 Wahlhelfer werden bei der Bundestagswahl an diesem Sonntag im Würmtal im Einsatz sein. Obwohl es nur eine kleine Aufwandsentschädigung gibt, engagieren sich viele gerne – wie Wolf Strehler (74) aus Neuried und der Kraillinger Moritz Siebler (22).

Würmtal – 230 Wahlhelfer arbeiten in Gauting, 120 in Krailling, rund 170 in Planegg, knapp 150 in Gräfelfing und gut 100 in Neuried am Sonntag mit. Sie betreuen in zwei Schichten den Urnengang von 8 bis 18 Uhr, zählen anschließend die Stimmzettel und auch die Briefwahl-Unterlagen aus. In allen Gemeinden werden die Stellen zunächst mit Verwaltungsmitarbeitern besetzt, bevor freiwillige Helfer dazukommen.

So wie der 22-jährige Moritz Siebler. „Ich bin nicht der absolute Politik-Fanatiker, finde aber, dass einem das nicht egal sein sollte, und es nie schaden kann, wenn man bei etwas mithilft“, sagt der Kraillinger, der als Metallbauer im Familienbetrieb arbeitet und sich auch in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Sein Vater Robert war bereits oft Wahlhelfer. „Und da habe ich schon als Kind immer zugeschaut, fand das interessant und habe mir vorgenommen, mich später auch zu beteiligen.“ Die Anmeldung zur letzten Wahl habe er „noch verschlafen“, nun ist Siebler am Sonntag zum ersten Mal dabei. Um 15 Uhr trifft sich die Gruppe, die die Briefwahlstimmen auszählt, zu der Siebler als stellvertretender Schriftführer gehört.

Am Donnerstag gab es im Rathaus eine Schulung. Bei der Briefwahl werden die äußeren Umschläge bereits vor 18 Uhr geöffnet, die inneren Umschläge mit dem Stimmzettel in eine Urne geworfen und ab 18 Uhr ausgezählt. „Das dauert etwa eine Stunde.“ Wie Moritz Siebler helfen auch seine beiden Geschwister sowie sein Vater bei der Bundestagswahl mit, allerdings nicht im selben Wahlraum.

Schon wesentlich länger als Siebler engagiert sich der frühere 2. Bürgermeister Neurieds, Wolf Strehler, als Wahlhelfer. Der 74-Jährige arbeitet seit Anfang der 1990er-Jahre bei jeder Wahl mit, „da mich schon immer Neuried interessiert hat“. Als Wahlvorsteher musste er dabei immer „die Gruppe im Griff haben“, so Strehler lachend. So dürfe etwa nicht verraten werden, wer wählen war und wer nicht.

Die Gemeinde Neuried wuchs im Laufe der Jahre immer weiter, „so kamen auch immer mehr Leute wählen“, erzählt Strehler. Manch Bekannter wollte dann auch mal ein kleines Schwätzchen im Wahlraum beginnen, politische Diskussionen „sind dort aber nicht gestattet und würde ich natürlich nicht zulassen“. Bei manchen Wahlen dauerte die Auszählung bis Mitternacht, große Pannen oder erinnerungswürdige Ereignisse seien aber nie passiert.

Auch Strehlers Frau hilft seit 1990 bei jeder Wahl mit. Der frühere Polizist und Gemeinderat Strehler ist am Sonntag natürlich bei der Auszählung der Briefwahlstimmen dabei – und erhält dafür wie alle Neurieder Wahlhelfer 60 Euro. Krailling zahlt 40 Euro, dazu gibt es ein Weißwurstfrühstück, Kaffee, Kuchen sowie eine Brotzeit.

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